Lernspiel begeistert

Regina Schmid und Louisa Holderried siegen bei "Schüler experimentieren"

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Große Ehre: Regina Schmid (li.) und Louisa Holderried dürfen als einziges Schongauer Team beim Landesentscheid in Dingolfing antreten.

Peiting – Jede Menge strahlende Gesichter und anerkennende Worte gab es bei der Preisverleihung der beiden Wettbewerbe „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ am Donnerstagnachmittag vergangener Woche in der Peitinger Schloßberghalle. Zwei, die sich besonders freuen durften, waren Regina Schmid aus Peiting und Louisa Holderried aus Burggen. Die beiden 14-Jährigen vom Schongauer Welfen-Gymnasium hatten mit einem selbst programmierten Gedächtnisspiel erstmals teilgenommen. „Wir wollen einfach mal dabei sein“, verrieten sie noch während der Ausstellung an ihrem Stand. Am Ende holten beide den 1. Platz. Es war die beste unter mehreren guten Schongauer Platzierungen.

„Es wächst eine nächste Generation heran. Eine Generation mit wahnsinnigen Fähigkeiten“, sagte Thomas Englmann, Mitglied der Konzernleitung von Hoerbiger, in seiner eröffnenden Rede. Das Unternehmen hatte die Wettbewerbe erneut als Pate unterstützt. Die zu ehrenden Nachwuchs-Tüftler seien erfüllt von Pioniergeist, bewiesen Umsicht und Durchhaltevermögen, lobte Englmann. Das diesjährige Kampagnen-Motto „Zukunft – ich gestalte sie“ passe aus seiner Sicht ideal zu derzeitigen Entwicklungen und Umwälzungen. „Wann und wie ist unklar, aber die E-Mobilität wird kommen.“ Derzeit wichtige Geschäftsfelder seines Unternehmens drohten künftig wegzubrechen. Die Wirtschaft brauche mehr denn je gut ausgebildete und kreative junge Köpfe.

Zwei Namen, die Englmann gewiss in seinem Notizblock festgehalten haben dürfte, sind Regina Schmid und Louisa Holderried. Mit ihrem selbst ersonnenen, programmierten und angefertigten Gedächtnisspiel „Arnold“ räumten die beiden 14-jährigen Schülerinnen vom Welfen-Gymnasium im Bereich Technik ab.

Die Jury überzeugt

Ihre Idee: Der Nutzer bekommt eine kurze Melodie vorgespielt. Anschließend muss er diese mittels dreier Knöpfe, jeweils für einen tiefen, mittelhohen und hohen Ton, korrekt wiedergeben. Gelingt das, spuckt Arnold einen Kaugummi zur Belohnung aus. „Ein ausgeklügeltes Serve-System“, nennt Jonas Scharpf das. Er ist Mitglied der Jury, die die Teilnehmer und deren Arbeiten im Technik-Bereich unter die Lupe genommen hat. Er selbst sei an den von Arnold gestellten Gedächtnis-Aufgaben zwar zunächst gescheite rt, doch nachdem Schmid und Holderried den Schwierigkeitsgrad angepasst hatten, durfte auch er sich über eine Süßigkeit freuen.

„Programmieren macht uns Spaß“, finden beide Mädels. Seit Anfang des Schuljahres belegen sie ein entsprechendes Wahlfach, mit ihrem Projekt für „Schüler experimentieren“ haben sie vor rund fünf Wochen angefangen. Genug Zeit, um Arnold Leben einzuhauchen und die Juroren zu überzeugen. „Ihr habt unsere Fragen sehr gut beantwortet“, lobte Scharpf.

Mit ihrem Erfolg geht die Arbeit für das Duo erst einmal weiter. Ihr erster Preis berechtigt zur Teilnahme an der nächsten und in ihrem Altersbereich finalen Runde, dem Landesentscheid Anfang Mai in Dingolfing. „Wir haben nur solchen Gruppen die dortige Startberechtigung erteilt, bei denen wir sicher sind, dass sie bestehen können“, erklärt Wettbewerbsleiter Dr. Stefan Felber, hauptberuflich Studienrat am Welfen-Gymnasium.

Mehrfach knapp vorbei

Diese Konkurrenzfähigkeit trauten er und die Mit-Juroren in diesem Jahr wohl keinem weiteren Team von den Schongauer Schulen zu. Immerhin: Die Arbeiten von Daniel Sandner (17) aus Bernbeuren, Lukas Daniek (13) aus Hohenpeißenberg sowie Sebastian Schneider aus Schwabsoien und Dennis Kugelmann aus Hohenfurch (beide 18) landeten auf Rang 2.

„Deine Geschwister werden trotz und wegen deiner Erfindung stolz auf dich sein“, lobte Felber Daniek. Der 13-Jährige hatte einen Safe ausgetüftelt, mit dem er sein Smartphone dem Zugriff seines kleinen Bruders entziehen will. Schneider und Kugelmann hatten sich mit ihrer Vertretungs-Plan-App knapp hinter einem Garmisch-Partenkirchener Team eingereiht, das ein ganz ähnliches Projekt einen Tick besser umgesetzt hatte. Auch Sandner erhielt Ex­tra-Lob von Felber: „Dir ist kein Thema zu kompliziert, du bist einer unserer treuesten Teilnehmer.“

Jonathan Schopper (15) aus Schongau holte den 3. Preis. Er hatte einen Mechanismus entworfen, der per Ultraschall nahende Radfahrer erkennt und Autofahrer davor bewahrt, durch unvorsichtig geöffnete Türen Unfälle zu verursachen.

Die restlichen Teilnehmer von der Pfaffenwinkel Realschule und dem Welfen-Gymnasium gingen mit Ausnahme zweier Sonderpreise vom Landkreis und der Stadt leer aus.

Egal, denn „ihr alle seid Vorbilder für Gleichaltrige“, befand Dr. Beata Klarewicz, die bei „Jugend forscht“ für den Bereich „Jungforscher und Ehrenamt“ zuständig ist. „Wir hatten wieder sehr schöne Projekte dabei“, zog Hoerbiger-Patenbeauftragte Kerstin Giebel Bilanz der beiden Wettbewerbe. „Kreativ und pfiffig“ seien die Arbeiten gewesen. „Ihr seid hungrig, Ihr seid verrückt“, zeigte sich Peitings stellvertretender Bürgermeister Franz Seidel beeindruckt. „Mit Euch ist mir um unsere Zukunft nicht bange.“

ras

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