Mit Spannung erwartete Podiumsdiskussion

Der Peitinger Bürgermeister-Fünfkampf

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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen. 
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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen. 
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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen. 
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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen.
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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen. 
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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen. 
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Die gut vorbereiteten fünf Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) stellten sich vor 460 Zuhörern aktuellen Fragen. 

Peiting – Das war der Höhepunkt im Peitinger Bürgermeisterwahlkampf, der an Spannung kaum noch zu überbieten ist: Beim großen Forum in der restlos gefüllten Schloßberghalle wurde den Kandidaten Andreas Schmid (Bürgervereinigung), Christian Lory (Unabhängige Liste), Annette Luckner (SPD), Peter Ostenrieder (CSU) und Thomas Elste (Grüne) am gestrigen Donnerstagabend auf den Zahn gefühlt. 460 Interessierte verfolgten aufmerksam, wie sich die Bewerber beim Peitinger Fünfkampf präsentierten.

In ersten Kommentaren nach der Veranstaltung fanden einige Besucher anerkennende Worte für Inhalt und Ablauf der zweieinhalb Stunden, in denen aktuelle Themen aufgegriffen wurden. Stichwörter waren der Standort fürs Marienheim, Bauland, Gewerbeflächen, die Verkehrssituation in der Ortsmitte.

Alle fünf Kandidaten präsentierten sich gut vorbereitet. Zum Resümee der Podiumsdiskussion gehört, dass keiner gegenüber anderen deutlich abfiel. Klare Kante zeigte vor allem Thomas Elste. „Wir verschenken kostbaren Gewerbegrund“, übte er scharfe Kritik am Beschluss des Marktgemeinderates, dem V-Markt an der Ammergauer Straße ein großes Grundstück zur Verfügung zu stellen, damit dort ein Heimwerkermarkt errichtet werden kann. Wenn am Ort ansässige kleine Gewerbebetriebe Grund benötigten, müssten dafür wieder hektarweise landwirtschaftliche Flächen hergenommen werden.

„Arrogantes Auftreten“

Elste sprach im Nachhinein von einem „arroganten Auftreten“ des Bauherrn; die Aussage münzte er auf den Vertreter der V-Markt-Firmenzentrale in Mauerstetten. Ein Ansiedeln anderer Firmen nebenan habe dieser kategorisch abgelehnt. Zuvor befand Christian Lory: „Der hat uns beschissen.“ Damit meinte er, dass die Gemeinderäte erst der bestehenden V-Markt-Erweiterung zugestimmt hätten, um unter demselben Dach die gewünschte Erweiterung im Bausortiment zu ermöglichen. „Und nun kriegt derjenige, der uns beschissen hat, als Dankeschön 28.000 Quadratmeter“, fügte Lory hinzu. Das sei ein Affront gegenüber Handwerkern und Gewerbetreibenden am Ort.

Annette Luckner wünschte sich einen anderen Ansatz. Bei solchen großen Vorhaben müssten, um den Flächenverbrauch einzudämmen, die Parkplätze überbaut werden. Überhaupt warb sie dafür, in Peiting einzukaufen und da möglichst viel in der Ortsmitte.

Anders bewertete Andreas Schmid das große Projekt. „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Auch Peter Ostenrieder fand, dass so ein Markt fördernd sei für die Peitinger Wirtschaft. Begonnen hatte das Thema mit der Frage, ob denn Nachteile für heimischen Gartenbetriebe oder Blumengeschäfte zu erwarten seien.

Zum Marienheim

Kontroverse Ansichten gibt es auch beim Thema Marienheim. Peter Ostenrieder rechtfertigte den nicht öffentlich gefassten Beschluss, dass die Gemeinde ein Grundstück am Bühlach anbietet, damit die Gesellschafter des Marienheims einen Neubau auf der grünen Wiese für 70 stationäre Plätze verwirklichen können. Baurecht und Lage müsse der Betrieb klären – „das obliegt nicht uns als Gemeinderat“.

„Das geht uns als Gemeinderat sehr wohl was an“, konterte Thomas Elste. Außerdem seien kleinere Einheiten zeitgemäß. Man müsste das nicht auf 70 Plätze „zementieren“. Es gehe darum, eine Einheit zu finden, die zu Peiting, zum Betreiber, zu den Betreuten und zu den Nachbarn passt. Da sei auch eine Zusammenarbeit mit Herzog­sägmühle zu prüfen.

Christian Lory meinte dazu, die Kubatur des Neubaus sei „da draußen am Bühlach „nicht machbar“. Auch Andreas Schmid bewertete den Standort kritisch. Am Bühlach stünde das Gebäude am Hang; dort sei es nass, und die Straße dorthin sei eine Sackgasse. Der Lieferverkehr müsste wieder durch den Ort. Anders als Peter Ostenrieder („Das lässt sich lösen“) bezweifelte Annette Luckner, ob an der Kubatur eines Heimneubaus deutlich abgespeckt werden könnte.

Die Themenpalette

Weitere Themen beim Forum, das die Tageszeitung veranstaltet hatte: der Verkehr in Peiting (vor allem in der Ortsmitte mit der Meierstraße), die Transparenz der Arbeit des Gemeinderates, die Ausweisung von Bauland und der Wohnungsbau sowie die Entwicklung des Areals am Bahnhof. Die Gemeindeteile Birkland und Herzogsägmühle wurden nicht behandelt.

In der Vorstellung zu Beginn und in der Schlussrunde erfuhren die Besucher außerdem, wie die Bewerberin und die vier männlichen Kandidaten familiär leben, wo sie am liebsten Urlaub machen und wen von den anderen auf dem Podium sie denn gern in der Stichwahl als Gegenkandidaten hätten, falls sie selbst reinkommen.

Das haben die zirka 9.000 Wahlberechtigten am Sonntag, 15. März, in der Hand. Immerhin 460 nutzten die Chance, sich beim einmaligen Forum zu informieren. Der Andrang war groß: 100 Wartende fanden keinen Platz.

Gehört & notiert beim Peitinger Kandidatenforum

„Vor sechs Jahren hab ich mich darüber geärgert, dass bei 9.000 Wahlberechtigten in Peiting 4.000 nicht hingegangen sind.“ – Andreas Schmid zur letzten Kommunalwahl.

„Eine Bürgerversammlung im Jahr und dann die erste Frage um 22.45 Uhr – das ist zu wenig Bürgerbeteiligung und Transparenz.“ – Andreas Schmid, der an die Bürgerversammlung 2019 erinnert.

„Ich mach bloß, was man mir anschafft.“ – Peter Ostenrieder, als es kurzzeitig ein Problem mit der Mikrofontechnik gibt.

„Das ist nix Geheimes.“ – Ostenrieder zum Bauleitverfahren, das im Fall eines Marienheim-Neubaus am Bühlach noch folgen muss. Nicht öffentlich sei hingegen das Thema gewesen, ein gemeindliches Grundstück bereitzustellen.

„Meine Vision ist eine große Einbahnstraßenregelung in der Ortsmitte. Wir müssen die Obere Straße und die Meierstraße entlasten, wo der Verkehr um 60 Prozent zugenommen hat.“ – Christian Lory

„Da sind wir richtig verarscht worden.“ – Andreas Schmids Meinung dazu, dass die Gemeinde schon vor der Bürgerbeteiligung endgültig über die Verkehrsführung in der Ortsmitte in nichtöffentlicher Sitzung entschieden hatte.

„Mein Vorschlag: am Kreuzerhaus die Garagentore aushängen.“ – Schmids Idee, um für die Bushaltestelle einen überdachten Unterstand zu schaffen.

„Der Verkehr ist ein großes Thema. Aber immer sehr lokal.“ – Annette Luckner berichtet über ihre Erfahrungen von den Hausbesuchen. Interessant sei hauptsächlich die Verkehrssituation vor der Haustür.

„Wir brauchen auch mehr Sicherheit für Schulkinder auf der Wanderhofstraße und mehr Sicherheit für Fahrradfahrer.“ – Annette Luckner

„Wir müssen den Schwerlastverkehr aus dem Ort raus kriegen. Da müssen wir dran bleiben.“ – Peter Ostenrieder zur Verkehrssituation.

„Einen Überweg an der Peitnach im Süden muss man anpacken.“ – Peter Ostenrieder

„Zwingend erforderlich.“ – Andreas Schmid über eine zusätzliche Brücke im Bachfeld für Autofahrer, Radler und Fußgänger.

„Das sehe ich komplett anders. Wir haben Geschäfte wie den Feneberg und den Biomarkt in der Ortsmitte. Wir müssen nicht alle Autofahrer schnell zu den Supermärkten bringen.“ – Thomas Elste

„Eine Brücke für Radler und Fußgänger ja; aber wir brauchen keine Autobrücke.“ – Nochmals Elste.

„Unglaublich, was es für Vorschriften gibt.“ – Annette Luckner zur Basiliwiese, deren Kauf und Erschließung auch an einer geforderten Lärmschutzwand am Freibad gescheitert ist.

„Da wird man neu nachdenken – auch mal über die Werte beim Schallschutz.“ – Thomas Elste

„Wir haben im Schnitt 90 Geburten und 150 Todesfälle im Jahr. So haben wir in zehn Jahren 600 Leute verloren.“ – Andreas Schmid will eine aktive Grundstücks- und Wohnbaupolitik.

„Mir ham in Peiting viel überdachte Luft.“ – Peter Ostenrieder zu Leerständen im Ort.

„Ich finde die intensive Bebauung an der Stelle gut, auch wenn einige darüber schimpfen.“ – Annette Luckner zum Ahornpark an der Bahnhofstraße.

„Ich möchte eine kommunale Wohnbaugesellschaft gründen.“ – Thomas Elste

„Das muss schon die Gemeinde machen.“ – Christian Lory

„Da muss schon der Bürgermeister an vorderster Front kämpfen.“ – Andreas Schmid, der auch das Stichwort Erbpacht für Grundstücke erwähnt

„Ich möchte eine Wohnraumbörse ins Leben rufen.“ – Annette Luckner, die nicht nur Leerstände, sondern auch Hilfen beim Umzug vermitteln will.

„Der momentane Stand ist: Es gibt einen Investor und einen Betreiber für ein Kino.“ – Peter Ostenrieder zu den Vorhaben am Bahnhof.

„Der Verbrauchermarkt da draußen ist ganz wichtig. Aber ich halte es für unrealistisch, da ein Kino hinzubauen. Ich denke an ein Café, an eine kleine Brauerei, an eine Jugendherberge.“ – Christian Lory

„Herr Lory, warum lachen denn jetzt alle?“ – Moderator Boris Forstner zu Lorys Vorschlag einer Brauerei.

„Es macht da keinen Sinn, Visionen nachzueifern.“ – Elste zum Thema Kino, weil es für die kleinen Betreiber eh schwierig sei. 

Johannes Jais

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