Asylbewerber großes Thema bei Peitinger Bürgerversammlung

Von Blumen bis zum Drohbrief

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Nette Geste der Asylbewerber und des Helferkreises: Eine Blume für jeden Besucher, hier Gemeinderat Andreas Barnsteiner.

Peiting – Wie bestimmend, aber auch wie emotional das Thema Asylbewerber ist, wurde am Dienstag auf der Peitinger Bürgerversammlung deutlich. Da verteilten anfangs Flüchtlinge zusammen mit Leuten vom Helferkreis im Foyer an jeden der knapp 150 Besucher eine kleine Blume. Dann gab’s in der Versammlung den Ausblick, dass bis Ende 2016 wohl mit 300 Flüchtlingen und anerkannten Asylbewerbern in Peiting zu rechnen sei – verbunden mit dem Appell, Leerstände im Ort zu melden und zu nutzen. Und: Zum Schluss berichtete Bürgermeister Michael Asam auch von anonymen Drohbriefen, wo er als „rote Sau“ denunziert werde. Einmal habe er sogar einen Galgenstrick zugesandt bekommen.

 Es sei eben „nicht nur eitel Sonnenschein“ vorhanden bei diesem Thema, kommentierte Bürgermeister Asam, bevor er kurz nach zehn Uhr die themenreiche Bürgerversammlung 2015 schloss. Er appellierte an die Bevölkerung, zusammenzustehen. Gewiss seien solche Reaktionen „deprimierend“ – für politisch Handelnde genauso wie für die 100 Frauen und Männer vom Helferkreis Asyl in Peiting. Aber man dürfe deswegen nicht aufgeben.

Des Weiteren erwähnte der Bürgermeister und Kreisrat, dass er sich in der Sache mit den Drohbriefen, die er im Briefkasten seiner Privatadresse fand, an die Kripo gewandt habe. „Ich werde das nicht so einfach hinnehmen.“ Nach der Bürgerversammlung fügte er im Gespräch mit dem Kreisboten noch hinzu, dass auch einige andere Mitglieder des Kreistags wohl anonyme Briefe bekommen hätten. Er wisse es von einigen Kollegen aus der SPD-Fraktion und aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Am Anfang der Bürgerversammlung in der Schloßberghalle haben es viele Besucher als freundliche Geste empfunden, dass einige Asylbewerber, die in der Marktgemeinde untergebracht sind, auf Plakaten ein „Vielen Dank, liebe Peitinger“ bekundeten und eine kleine Blume mit Buchs aushändigten. Mit dabei waren Günter Krause und Reinhard Böttger vom Asyl-Helferkreis.

Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl erwähnte, dass pro Woche 40 bis 42 Flüchtlinge dem Landkreis zugewiesen werden. Die Akquirierung von Unterkünften verlaufe „zurzeit gut“. Wenn der Zustrom anhalte, könne es sein, dass Ende 2016 im Landkreis mit seinen 130 000 Einwohnern mehr als 3000 Asylbewerber untergebracht sein werden. Grehl richtete den Dank des Landkreises an den Helferkreis Asyl und kam auch darauf zu sprechen, dass „Großartiges“ in der Betreuung unbegleiteter Minderjähriger geleistet werde.

Mit diesen Worten wandte er sich an Direktor Wilfried Knorr von Herzogsägmühle; das Diakoniedorf kümmert sich vorwiegend um diese Jugendlichen. Zudem ist davon auszugehen, dass in der Ortschaft selbst noch bis zu 100 Flüchtlinge aufgenommen werden.

Asam erklärte mit Blick auf die Belegungszahlen im Mittelzentrum – in Peiting werden es in wenigen Monaten knapp 200 Flüchtlinge sein, in Schongau mehr als 300 und in Altenstadt 125 –, dass auch ein Augenmerk darauf zu richten sei, „die Qualität in der Betreuung aufrecht zu erhalten“. Nur dann könne der soziale Frieden am Ort und in der Region gewahrt werden.

Weitere Themen der Bürgerversammlung lesen Sie am Samstag in der Schongauer Wochenend-Ausgabe des Kreisboten.

Johannes Jais

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