Asylbewerber in Hohenpeißenberg

Asyl: Viele Fragen, kaum Vorurteile

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Vollbesetzt war der Veranstaltungsraum im Hohenpeißenberger Feuerwehrhaus, als Bürgermeister Thomas Dorsch (mit roter Mappe) den Info-Abend mit (v.l.) Rita Wiedmann, Dr. Rainer Mogk und Jost Herrmann eröffnete.

Hohenpeißenberg – „Was erwartet uns, wie gehen wir damit um? Welche Unterstützung ist notwendig, und wie wird Hilfe koordiniert?“ Das waren die zentralen Fragen, die unter der Woche in Hohenpeißenberg bei einem gut besuchten Informationsabend zum Thema „Asyl“ im Mittelpunkt standen – und das aus aktuellem Anlass. 

Noch im Oktober sollen in der Rigi-Gemeinde rund 25 Asylbewerber einquartiert werden. Als Unterkunft wird ein privates Wohnhaus in der Bahnhofstraße Nummer 66 dienen. Mehr Informationen, beispielsweise über die Herkunftsländer, hat die Gemeinde nicht – was die Vorbereitung auf die Ankömmlinge schwierig macht, wie Bürgermeister Thomas Dorsch beim Info-Abend im Feuerwehrhaus einräumte. 

Dennoch: In Hohenpeißenberg hat sich aus den Reihen der Nachbarschaftshilfe bereits ein kleiner Unterstützerkreis gegründet: „Ich bin froh, dass wir solch tolle Strukturen am Ort haben“, lobte Dorsch das bürgerliche Engagement. „Um von den Erfahrungen der Nachbargemeinden zu profitieren“, hatte der Rathauschef zum Info-Abend unter anderem Weilheims evangelischen Pfarrer Jost Herrmann als Referenten eingeladen. 

„Worunter die meisten Asylbewerber leiden, ist, dass sie nur essen und schlafen, aber nicht arbeiten dürfen“, konstatierte der Unterstützerkreis-Initiator aus der Kreisstadt. Wichtig bei der ehrenamtlichen Betreuung ist es laut Herrmann, dass sie koordiniert abläuft und Zuständigkeiten genau verteilt werden. Priorität solle man zudem auf die Organisation von Sprachkursen legen.

Das bestätigten auch Rita Wiedmann und Peißenbergs evangelischer Pfarrer Dr. Rainer Mogk vom dortigen Unterstützerkreis: „Sprach-Unterricht ist das Sinnvollste, was man anbieten kann. Dadurch baut man Brücken zu den Asylbewerbern auf“, erklärte Mogk. 

Nicht gebraucht werden hingegen Sachspenden wie Möbel oder Kleidung. Für die Ausstattung der Wohnunterkünfte ist das Landratsamt zuständig – und beim Outfit gibt es gewisse Standards: „Es kommen oft Leute mit Anziehsachen und sagen, der Opa sei gestorben. Aber so etwas trägt auch kein junger Afrikaner mehr“, berichtete Herrmann schmunzelnd. 

Neben generellen Fragen zum Thema „Asyl“ waren es überwiegend praktische Tipps wie diese, die den Info-Abend prägten. Große Ressentiments gegenüber Asylbewerbern waren nicht zu hören. Nur ein Besucher sorgte sich um die öffentliche Sicherheit: „Man weiß nicht, wer da alles kommt“, gab der junge Mann zu bedenken. Dass in der Bevölkerung durchaus Ängste bestehen, räumte auch Thomas Dorsch ein, „doch ich bin dankbar, dass das Thema grundsätzlich positiv aufgenommen wird.“ 

Positiv verlief am Ende der zweistündigen Veranstaltung auch die Mitgliederwerbung für den von Monika Bitzl und Alexandra Röthlingshöfer aus der Taufe gehobenen Unterstützerkreis: Von den rund 100 Besuchern trugen sich 18 als freiwillige Helfer in eine Namensliste ein.

Bernhard Jepsen

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