Größte Unterkunft im Landkreis Weilheim Schongau kommt in ehemalige Strumpffabrik

120 Asylbewerber für Altenstadt

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In das Gebäude, das ehemals eine Strumpffabrik war, werden 120 Asylbewerber einziehen. Altenstadt bekommt damit die größte Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis.

Altenstadt/Weilheim – Zu einer Unterkunft für bis zu 120 Asylbewerber soll ein Gebäude der ehemaligen Strumpffabrik Vatter in Altenstadt umgebaut werden. Eigentümer der Immobilie sind Ralf Gebauer und seine Frau Saika Merx aus Weilheim.

Gebauer ist von Beruf Bauingenieur und führt ein Sachverständigenbüro in Weilheim. Er hat das 55 Meter lange und 56 Meter breite Gebäude, das am nördlichen Ortsausgang von Altenstadt steht, 2012 aus der Insolvenzmasse der Firma Vatter erworben.

Nach dem Umbau der Industriehalle wird in Altenstadt die bislang größte Asylbewerberunterkunft im Landkreis entstehen. Noch ist dies die Container-Gemeinschaftsunterkunft in Weilheim mit 88 Plätzen. Die Unterkunft in Altenstadt soll ab 15. September zur Verfügung stehen, wie Helmut Estermann von der Ausländerbehörde im Landratsamt und Eigentümer Ralf Gebauer übereinstimmend erklären.

Immobilie wird an den Staat vermietet

Dem großen Objekt in Altenstadt kommt eine besondere Bedeutung zu angesichts der angespannten Lage bei der Suche nach Unterkünften im Landkreis. Bis Anfang Juni sind knapp 600 Flüchtlinge zugewiesen worden, in dieser Woche werden laut Estermann weitere 29 erwartet; bis zum Jahresende ist mit mindestens 1 200 Flüchtlingen zu rechnen.

Der Eigentümer des Gebäudes vermietet die Räume für knapp sechs Euro je Quadratmeter – laut Estermann zunächst an den Landkreis und später an die Regierung von Oberbayern. Der Vertrag geht über fünf Jahre. Schon diese Woche befasst sich der Gemeinderat von Altenstadt mit dem Antrag der Firma Gebauer & Merx GbR auf „Umbau und Nutzungsänderung des ehemaligen Fabrikgebäudes mit Betriebsbüro zu einer Asylbewerberunterkunft“. Die Sitzung findet am Dienstagabend, 9. Juni, statt.

Acht Großküchen in der Unterkunft 

Bürgermeister Albert Hadersbeck erklärt auf Anfrage, wichtig sei ihm und den Räten, dass nicht nur Schlafräume berücksichtigt werden. So soll angesichts der Zahl von bis zu 120 Personen ein großzügiger Aufenthaltsbereich entstehen. Ein Brandschutzgutachten sei bereits erstellt und vom Landratsamt geprüft worden, erklärt Gebauer. In der Mitte des Gebäudes sollen acht Großküchen Platz finden und mit Oberlicht versehen werden. Die Unterkünfte sollen komplett außen herum angeordnet werden.

Die ehemalige Strumpffabrik steht auf einem Grundstück, das von Westen nach Osten abfällt, wo zum geteerten Hof und zur Schönach hin zwei weitere Geschosse vorhanden sind. Im unteren Bereich befinden sich Werksverkauf und Strumpfmuseum der Firma V1, die weiter Mieter des gesamten Untergeschosses bleibt.

Weiter nutzen kann zudem das Musikhaus Kirstein das Lager im Souterrain. Der Mietvertrag mit dem Selbstverteidigungs-Studio im Erdgeschoss ist nach den Worten von Gebauer gekündigt worden. Eine Option sei freilich, dafür ein Stockwerk tiefer Räume anzubieten.

In einer so großen Gemeinschaftsunterkunft ist untertags ein Asylsozialarbeiter präsent. Nachts gibt es eine Rufbereitschaft. Auch ist für einen Hausmeister gesorgt.

Der Vorteil am Standort in Altenstadt nahe der Franz-Josef-Strauß-Kaserne ist, dass es trotz der Lage am Ortsrand nur 500 Meter bis zum Bäcker, Metzger und zum Getränkemarkt sind. Auch haben Ärzte und Zahnärzte ihre Praxen im Ort. Die Stadtmitte von Schongau ist nur zweieinhalb Kilometer entfernt, zum Bahnhof sind es dreieinhalb Kilometer. Am nahen Verkehrskreisel befindet sich eine Bushaltestelle.

Von Johannes Jais

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