Von "Atom-Fetischistin" bis E10

Django Asül begeisterte in der Peitinger Schlossberghalle mit seinem Programm „Fragil“. Foto: Schmid

Ob Sarrazins „lustige Thesen“, Angela Merkels Hosenanzüge oder von der Leyens Gebärfreudigkeit: Wenn Django Asül auf der Bühne steht, zieht er so ziemlich alles durch den Kakao – allen voran unsere Politiker, denen der aus dem Bayerischen Fernsehen bekannte Kabarettist bei seiner Vorstellung in Peiting gehörig zuleibe rückte.

Sein Soloprogramm „Fragil“ zog rund 350 Besucher in die fast ausverkaufte Schloßberghalle. Und die amüsierten sich köstlich, als der türkische Niederbayer ihnen eine Pointe nach der anderen servierte. Denn sein Programm ist genau so, wie es Kabarettfans lieben: Geistreich, witzig, hintergründig – und voll treffsicherer Schlussfolgerungen, die Missstände auf den Punkt bringen und aktuelles Geschehen hinterfragen. Ob es um die Ausreden unser Herren Politiker rund ums Hypo Alpe Adria-Debakel, die „Euro-Fritzen in Brüssel“ oder um „das „Machtkoma der CSU nach drei Jahrtausenden Alleinregierung“ und den „bayerischen Obama“ Horst Seehofer geht: Seine spitzfindigen Beobachtungen des politischen Geschehens kommen beim Publikum bestens an. „Fragil“ ist ein gelungener Mix aus Politiker-Schelte und Typenkabarett, wobei Django Asül immer wieder mal die Rollen wechselt und die verschiedensten Charaktere auf die Bühne bringt, vom Jugend-Fußballtrainer bis hin zum türkischen Landsmann, und dabei Land, Leute und Gesellschaft mächtig auf die Schippe nimmt. Dabei macht der türkische Bayer vor nichts und niemandem Halt – und schmeißt den Hitler-Feldzug mit der deutschen Wiedervereinigung in einen Topf: Denn mit beiden „Übernahmeprojekten“ hätten die Deutschen gleich zweimal im selben Jahrhundert ziemlich „daneben g’langt“. Apropos Osten: Auf eine hat es der scharfzüngige Kabarettist ganz besonders abgesehen – Angela Merkel, die Frau mit den „depressiven Mundwinkeln“, die einstige „Atom-Fetischistin“, die jetzt von sich selbst sagt: „Ich hab’ ja nie behauptet, dass unsere Atomkraftwerke sicher sind. Ich habe ja nur gesagt: ‚Ich bin sicher, dass es Atomkraftwerke sind.’“ Und weil sie das mit der Weiblichkeit nicht so recht hinkriegt, hatte die Kanzlerin für die „feminine Note“ den Guido Westerwelle an die Seite bekommen – meint der Django, der in Peiting im „Hansi-Hinterseer-Gedächtnissakko“ auf der Bühne steht und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Der Meister der Satire versteht es, das, was die Menschen im Land gerade am meisten bewegt, kritisch zu hinterfragen. So erklärt Django auch auf seine ganz eigene Art, wie die Euro-Krise zustande kam, und mokiert sich über die seiner Meinung nach faulen Griechen: „Des muss ma erst mal hinkriegen – 40 Jahre nichts tun und dann streiken!“ Den Bio-Sprit E10 hat er ebenso im Visier: „Tanken kann ma’s net – aber fressen jederzeit!“

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