14 Mitarbeiter betroffen

ATU in Schongau-West schließt

ATU-Filiale in Schongau-West Gebäude
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Seit 2004 bestand die ATU-Filiale in Schongau-West. Nun schließt sie zum Ende des Monats ihre Pforten, davon betroffen sind 14 Mitarbeiter.

Schongau – Eine Institution für Schrauber und Autobesitzer verschwindet aus Schongau: ATU schließt zum Ende des Monats seine Filiale in Schongau-West. 14 Mitarbeiter sind davon betroffen. 

Aufmerksamen Kunden war es vielleicht schon aufgefallen: Es wurde in den vergangenen Tagen leerer in der Schongauer ATU-Filiale. Wo sonst im Ladengeschäft – gerade zum Herbstbeginn – große Reifenstapel und Ersatzteile herumstanden, tut sich nun gähnende Leere auf. Und wer Autoteile oder neue Pneus wünscht, bekommt auch nur noch das, was auf Lager vorrätig ist – dafür mit großzügigen 30 Prozent Rabatt. Die Filiale von dem Autoteilehändler aus Weiden (Oberpfalz), die seit 2004 in Schongau bestand, schließt zum Ende September ihre Pforten.

Die Stimmung ist entsprechend schlecht im Laden. „Wir haben davon erst vor zwei Wochen erfahren. Das war nicht sehr erfreulich. Bitte entschuldigen Sie, wenn die Motivation hier bei uns nicht mehr so hoch ist“, sagt einer der Mitarbeiter. Die Bedienung ist dennoch freundlich und korrekt, auch der Werkstattauftrag wird tadellos und zügig ausgeführt. Ein Kollege geht eher entspannt davon aus, dass er eventuell künftig in Landsberg arbeitet, was für ihn etwas mehr Fahrzeit bedeutet.

Warum schließt die Schongauer Filiale, in der die Werkstatt doch eigentlich immer brummte? Pressesprecher Tim-Niklas Kubach bestätigt auf eine Anfrage unserer Zeitung die voraussichtliche Schließung zum 30. September. Und erklärt per Mail: „A.T.U überprüft kontinuierlich Strukturen, Filialkonzepte und Leistungen für die Kunden und passt sie an neue Gegebenheiten an, um das Unternehmen zukunftssicher und wetterfest aufzustellen. Dazu gehört, dass Filialen geschlossen werden, die nicht profitabel arbeiten und/oder keine nachhaltige Zukunftsperspektive haben.“

Nicht genug Profit, in der Finanzsprache auch „Portfolio-Optimierung“ genannt: für Außenstehende hört sich das erst mal schwer nachvollziehbar an. Die ATU-Kette war jedoch in den vergangenen Jahren schon mehrfach im Straucheln. Gründer Peter Unger hatte sie bereits 2002 verkauft. 2016 wurde sie an den französischen Mobivia-Konzern verkauft, um die Insolvenz abzuwenden, 2018 stieg zusätzlich der Reifenhersteller Michelin ein. Seit Mai 2020 ist ein Verkauf an das Carglass-Unternehmen im Gespräch. Grund für die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme sind laut Fachpresse die hohen Werkstattmieten der ATU-Filialen.

Doch was passiert mit der Schongauer Belegschaft? 14 Arbeitsplätze sind von der Schließung betroffen. Laut ATU-Sprecher Kubach werde man versuchen, den Mitarbeitern so weit wie möglich Jobs an anderen Standorten anzubieten, „um betriebsbedingte Kündigungen weitestgehend zu vermeiden“. In der Region wären dies etwa Filialen in Landsberg, Kaufbeuren, Kempten oder Mindelheim. Derzeit, so Kubach, würden diese Vereinbarungen mit den Arbeitnehmervertretern besprochen und ausgestaltet. „Genaue Zahlen können wir aktuell aufgrund der laufenden Verhandlungen nicht nennen“, sagt Kubach.

Was mit dem Gebäude und einer weiteren Nutzung künftig geschieht, vermag der ATU-Sprecher nicht zu nennen: Es handelt sich um ein Mietobjekt.

Klaus Mergel

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