Aus dem Rottenbucher Gemeinderat:

Raser, Rollatoren und Berater

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Das Rottenbucher Rathaus soll künftig für ältere Gäste erreichbar sein. Durch den Einbau eines Lifts im nächsten Jahr setzt der Gemeinderat auf mehr Barrierefreiheit.

Rottenbuch – Barrierefreiheit,, Datenschutz, Verkehrssicherheit und ein Sanierungsberater – das waren die bestimmenden Themen in der jüngsten Sitzung des Rottenbucher Gemeinderates. Für zwei dieser Projekte darf die Gemeinde mit hohen Zuschüssen der Städtebauförderung rechnen.

Alles fing an mit der Notwendigkeit, den Datenschutz in Rottenbuch gesetzeskonform zu regeln. Hilfe fand man beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum (KDZ) Oberland. Dessen Leistungsumfang umfasst auch das Bereitstellen eines Datenschutzbeauftragten, und zwar eines solchen, der sich auch mit der besonderen Situation von Gemeinden auskennt. Da mittlerweile auch eine Landkreislösung vom Tisch sei, so Bürgermeister Markus Bader, sei man froh, frühzeitig einen anderen Weg eingeschlagen zu haben.

Dass der Verband auch bei einem anderen dringlichen Problem helfen kann, erläuterte dessen Geschäftsführer Michael Braun bei seiner Vorstellung. Vielen Bürgern Rottenbuchs ist nämlich die Verkehrssituation der B23 schon lange ein Dorn im Auge. Denn viele Fahrzeuge befahren die Durchgangsstraße nicht nur zügig, sondern werden gar als gefährliche Raser wahrgenommen.

Hier kann der Zweckverband mit dem Aufstellen von Blitzgeräten unterstützen. Die Bußgelder fließen komplett in die Gemeindekasse, so dass sich die Kosten für die Verkehrsüberwachung damit üblicherweise amortisieren. „Verkehrsüberwachung ist aber nichts, womit man den Haushalt sanieren kann“, dämpfte Braun eventuelle Erwartungen. Langfristig gehe es darum, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Zusammen mit der Gemeinde werden kritische Stellen ausgemacht, mit modernster Technik gezielte Maßnahmen ergriffen und die Ergebnisse ausgewertet. „Die Gemeinde entscheidet selber, wo, wann und wie oft geblitzt wird“, erläuterte Braun.

Nachdem sich Böbing, mit dem die Gemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft bildet, bereits für einen Beitritt entschieden hatte, stimmten nun auch die Gemeinderäte Rottenbuchs in ihrer Sitzung am letzten Mittwoch einstimmig dafür.

Sanierungsberater für IKEK

Zusammen mit Bernbeuren, Burggen, Böbing, Prem, Steingaden und Wildsteig plant Rottenbuch im Rahmen des Interkommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK), einen gemeinsamen Sanierungsberater zu bestellen. Ähnlich wie beim Projekt der Fassadensanierung sollen Syn­ergieeffekte genutzt werden. Von den berechneten 145.000 Euro Gesamtaufwand würden immerhin 60 Prozent der Kosten von der Städtebauförderung getragen, der Rest verteilt sich dann auf die Gemeinden.

Der Sanierungsberater soll besonders die Privatleute aus den Gemeinden bei notwendigen Sanierungsmaßnahmen unterstützen. Gerade in Schönberg gebe es einigen Bedarf, so Bürgermeister Bader. Gegenstand der Sanierungsberatung seien z.B. leerstehende, teils verfallene Häuser und Brachflächen.

An Rottenbuch soll es nicht scheitern, wie das positive Votun im Gemeinderat zeigt. Die IKEK-Gemeinden müssen jedoch alle zustimmen, erst dann wird es eine Ausschreibung für einen Berater geben.

Barrierefrei ins Rathaus

Ein bisschen mühsam ist es schon für den einen oder anderen älteren Gast, der zu einer Trauung ins Rottenbucher Rathaus geladen ist. Bisher geht es nur über eine Treppe in den ersten Stock zum Trauzimmer. Abhilfe soll nun endlich ein Lift schaffen, der an der Rückseite des Hauses im Innenhof angedockt werden kann. Ziel sei der barrierefreie öffentliche Raum. Das denkmalgeschützte Bild des Rathauses werde nicht geschädigt und es seien nur minimale Eingriffe in die Bausub­stanz nötig, so Bader. Auch hier würde die Städtebauförderung 60 Prozent der geplanten Kosten von rund 100.000 Euro tragen. Eine Lösung mittels Treppenlift wäre übrigens mindestens genauso teuer. Start des Projekts ist für nächstes Jahr vorgesehen.

spe

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