Veranstaltung der Superlative

Historisches Bergrennen am Auerberg mit neuen Rekorden

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Optimale Bedingungen sorgten bei Teilnehmern, Besuchern und Veranstalter der 2. Auerberg Klassik für gute Stimmung.

Bernbeuren – Das Wetter hätte man sich nicht besser wünschen können, die Fans und Besucher strömten in Massen auf den Auerberg und an die Rennstrecke und mit über 200 Teilnehmern konnten die Initiatoren des zweiten Auerberg-Klassik-Motorradrennens einen Teilnehmerrekord verbuchen. Vor allem der Nachwuchs begeistert sich für die alten Maschinen und trat heuer zum Kampf um die Plätze an. Obgleich als einer der hinteren Starter ins Rennen gegangen, holte sich Max Kuypers mit seiner BMW R75 den Gesamtsieg vor Roman Bachmann und Jürgen Winterholler. Beim Auerberg-Bergrennen geht es nicht um Schnelligkeit, sondern um die geringste Zeitdifferenz.

Besser hätte man sich die Verhältnisse für die zweite Auflage des Auerberg-Klassik-Motorradrennens wohl kaum wünschen können. Mit zwei sonnig-warmen aber nicht zu heißen Tagen waren die Voraussetzungen für das Bergrennen, vor allem aber für die 210 Teilnehmer aus einem halben Dutzend Nationen (vor allem Europa, aber auch aus Übersee) nahezu ideal.

So konnten sich die Fahrer auf ihre Maschine konzentrieren und für eine gleichmäßige Leistung sorgen, die ihr Gefährt in nahezu identischen Läufen auf den Berg brachte. Drei Wertungsläufe musste jeder Fahrer bzw. auch Fahrerin, immerhin nahmen am diesjährigen Bergrennen ein Dutzend Damen mit ihren Maschinen sowie elf Beifahrerinnen teil, absolvieren. Dabei zählte der erste Lauf am Samstag als Referenz und es galt, die zeitliche Differenz bei den Läufen zwei und drei am Sonntag so gering wie möglich zu halten. So landete Paul d’Orleans, der mit der ältesten Maschine, eine Sunbeam Crocodile OHC als erster in die Rennen gegangen war, auf Platz 141 mit einer Zeitdifferenz von fast 40 Sekunden. Dabei lag die Zeitdifferenz des US-Amerikaners nach dem zweiten Lauf bei nur 1,3 Sekunden, erst nach der Mittagspause im dritten Durchgang fiel d’Orleans um mehr als 38 Sekunden zurück. Hier machte sich wohl die Vorkriegstechnik doch bemerkbar, wie auch der Platzsprecher Karl Meier den zahlreichen Zuschauern erklärte.

Baujahr 1979 und ältere

Vor allem die „jüngeren“ Maschinen, letzter zugelassener Jahrgang war 1979, mit um die vier oder mehr Jahrzehnten auf dem Sattel, hatten hier deutliche Vorteile und konnten die Strecke nicht nur in einem Zug und teilweise deutlich leiser, vor allem aber eben deutlich gleichmäßiger absolvieren. So lag die Zeitdifferenz bei dem aus Bruckmühl (Landkreis Rosenheim) stammenden Gewinner Max Kuypers unter einer halben Sekunde und mit jeweils knapp 0,2 Sekunden (0,18 und 0,22) sehr gleichmäßig. Nichts desto trotz kam es im Verlauf des Rennens auch immer wieder zu Überrundungen, gerade die moderneren Rennmaschinen zogen in einem atemberaubenden Tempo den Berg empor. Dabei versorgte der Streckensprecher die zahlreichen Zuschauer mit allen nötigen Informationen. Allen voran der, dass es heuer gut 10.000 Besucher – und damit deutlich mehr als vor zwei Jahren- auf den Auerberg gezogen hatte. „Eine Veranstaltung der Superlative“, so Karl Meier. Und schob auch nach, dass immer mehr junge Menschen von den Oldtimern angesteckt bzw. den alten Maschinen, neben den amerikanischen Maschinen vor allem auch britische und italienische Maschinen sowie Deutsche Marken, verfallen seien.

Immer mehr jüngere Fahrer

Dabei hatte Meier nicht nur allerhand Informationen über die Lenker der Maschinen parat, etwa über die Vorarlbergerin Sonja Winkler, die mit ihrer Puch 250 SGSS bei jedem Rennen dabei ist. Auch zu den Oldies an sich, egal ob legendäre Indian, Harley oder Horex, japanische Honda oder Yamaha oder den europäischen Marken aus Italien (Moto Guzzi oder Ducati) oder die legendäre Norton von den britischen Inseln, die wie keine andere die Rennen der Isle of Man dominiert hatte, wußte Meier Details beizutragen und nannte Namen, die die Augen der eingefleischten Fans zum Leuchten brachten. Aus sieben Nationen waren die Fahrer angereist zur zweite Wiederauflage des historischen Bergrennens; für die weiteste Anreise wurde denn auch Toshiyuki Kozaka aus Amakusa, Japan geehrt, wie auch Georg Sonnauer aus Garmisch-Partenkirchen, der mit seinen 84 Lenzen der älteste Teilnehmer am vergangenen Wochenende am Auerberg war. 

Siegerin der Damenwertung wurde die Österreicherin Claudia Pögl aus Lassnitzhöhe bei Graz mit einer Gesamt-Zeitdifferenz von 1,431 Sekunden. Eine der wohl besten Nachrichten ist aber, dass es zu keinen nennenswerten Unfällen an den beiden Renntagen kam, lediglich ein paar Ausrutscher sind zu erwähnen ein Sturz mit leichter Schulterverletzung. Dagegen gab es mehrere technische Ausfälle, ließen sich die Motorräder entweder gar nicht erst starten oder versagten dann auf der Strecke den Dienst aufgrund verschiedenster Ursachen. 

Wie schon vor zwei Jahren ist das Auerberg Klassik-Bergrennen eine Event für die gesamte Familie einerseits, aber auch für das gesamte Dorf Berneuren. So hatten die lokalen Vereine haben mit ihrer gastronomischen Versorgung zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen, insbesondere Kaffee und Kuchen, die Getränke, aber auch Burger fanden ihre Abnehmer udn es herrschte nicht nur entlang der Strecke, sondern auch im Ort selbst bei den Ausstellungen eine tolle Stimmung und Begeisterung, wie Hermann Köpf, Vorstand des Klassik-Vereins, abschließend noch einmal betonte. Auch das Rahmenprogramm, neben den zahlreichen Motorrädern und heuer erstmals auch Oldtimer-Pkws kam an sowie der Aufruf, im klassischen Gewand zu erscheinen. Deren Trägerinnen und Träger wurde eigens prämiert.

Oliver Sommer

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