Luftlande- und Lufttransportschule aufgelöst

Ein neues Kapitel beginnt

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Symbolischer Akt: Generalmajor Walter Spindler heftet das Band an die Truppenfahne. Hinten der Leiter des Ausbildungsstützpunktes, Christian Schoebel, rechts mit dem Kissen Hauptgefreite Susanne Ferderbar.

Altenstadt – Bald 60 Jahre gab es die Luftlande- und Lufttransportschule in Altenstadt; seitdem sind 138.500 Fallschirmspringer ausgebildet worden: Nun ist die Einheit mit diesem Namen Geschichte. Bei einem Appell in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne wurde die LL/LTS aufgelöst. Zugleich wurde der Übergang zum verkleinerten Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport vollzogen. Dessen Chef ist Oberstleutnant Christian Schoebel, der die letzten drei Monate noch Kommandeur der LL/LTS war.

Der Leiter des Ausbildungsstützpunktes sprach bei allem Wehmut davon, dass nun ein neues Kapitel aufgeschlagen werde, wenngleich der Geist der Schule bleibe. Beim Empfang, der sich an den Appell anschloss, verwies Schoebel auf die Notwendigkeit, die Inhalte und Strukturen „einsatzorientiert, attraktiv und professionell“ auszugestalten. Entscheidend sei die enge Verbindung zum Bedarf der Truppe, blickte der Leiter des Ausbildungsstützpunktes auf die Aufgaben der nächsten Jahre voraus.

Bürgermeister Albert Hadersbeck griff die Worte über die Ansprüche an den Ausbildungsstützpunkt gerne auf, sei doch darin das Bestreben erkennbar, die „Qualität des Standortes“ weiter zu festigen.

An Bedeutung gewinne vor allem die Internationalisierung des Ausbildungsstützpunktes. Dies betonte der Chef des Ausbildungskommandos der Bundeswehr mit Sitz in Leipzig, Generalmajor Walter Spindler, in seiner Rede beim Appell. Ein Beispiel für die internationale Zusammenarbeit ist, dass an der südfranzösischen Fallschirmspringerschule in Pau eine deutsche Ausbildungsdependance in Stärke von acht Soldaten eingerichtet wird, die dort deutsche und französische Fallschirmspringer anleiten werden. Diese acht Dienstposten seien dem Stützpunkt Luftlande/Lufttransport in Altenstadt unterstellt.

Generalmajor Spindler vollzog „an diesem von mir sehr geliebten Standort“ den formellen Akt, sprich die Auflösung der Luftlande- und Lufttransportschule mit der anschließenden „Indienststellung“ des Ausbildungsstützpunktes. Dazu heftete er ein Fahnenband an die Truppenfahne der LL/LTS.

Weniger Mitarbeiter

 Der Ausbildungsstützpunkt in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne wird künftig nur noch 280 Soldaten und zivile Mitarbeiter haben. Gerechnet wird mit zirka 200 Lehrgangsteilnehmern, wie Leiter Christian Schöbel auf Nachfrage erklärte. Besonders die Auflösung des Bereiches Weiterentwicklung sei ein herber Verlust gewesen.

Doch bei all den Veränderungen bleibe Altenstadt „die Schule der Fallschirmjäger“ – ganz egal, unter welchem Namen ausgebildet werde, ergänzte Oberstleutnant Schoebel in der Rede beim Appell vor mehreren hundert Soldaten und Gästen, unter ihnen Landtagsabgeordneter Harald Kühn sowie die früheren Kommandeure Carsten Jahnel, Ferdinand Baur, Alois Hösle und Ulrich Quante. Man habe schon viele Herausforderungen bewältigt und dabei manchen Gegenwind ausgehalten.

Johannes Jais

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