Aufsichtsrat der Krankenhaus GmbH reagiert auf Stadtrats-Vorwürfe

„Keine Rede von Schließung“

Krankenhaus Schongau
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Krankenhaus Schongau

Schongau – Aussagen über das Schongauer Krankenhaus, die vergangene Woche im Stadtrat getroffen wurden, führten beim Aufsichtsrat zu Unverständnis. Um einige Dinge klarzustellen und mit Gerüchten über eine mögliche Schließung aufzuräumen, lud er am vergangenen Montag zum Pressegespräch ein.

Stefan Konrad (SPD) war es, der in der jüngsten Sitzung des Schongauer Stadtrates die Situation im Krankenhaus ansprach. Nach der Corona-bedingten Schließung der Geburtsstation (wir berichteten) und dem Fehlen einer Urologie-Abteilung, „was bleibt noch übrig?“, stellte Konrad in den Raum. Die Entwicklung bezeichnete er als „besorgniserregend“. Die Grundversorgung müsse ebenfalls erhalten bleiben, „sonst wird das eine Fachklinik für Alte in privater Hand“, befürchtete Konrad.

Eine Gefährdung der Bevölkerung erkannte sogar Jiri Falits (CSU), was insbesondere durch die Corona-bedingte Schließung der Notfallambulanz und den damit zusammenhängenden langen Wegen gegeben sei. Dass eine Schließung des Krankenhauses überhaupt nicht im Raum stehe, machte Bürgermeister Falk Sluyterman deutlich. Er versprach allerdings, die Thematik an Landrätin und Aufsichtsratsvorsitzende der GmbH Andrea Johner-Weiß weiterzugeben.

Der war es am Montag ein dringendes Anliegen, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Aufsichtsrates (Peter Ostenrieder, Michael Asam, Peter Erhard und Steffi Dietl), einige Gerüchte aus der Welt zu schaffen. Es sei allerhöchstes Ziel, das Schongauer Krankenhaus weiter in kommunaler Hand zu behalten, betonte Jochner-Weiß. Besonders die Geburtshilfe, die seit dem Corona-Ausbruch im Schongauer Haus geschlossen ist, bereitete ihr dabei Sorge. Doch eine Verlegung der Station nach Weilheim stehe nicht zur Debatte. Zwar habe es Überlegungen gegeben, vorübergehend die noch vorhandenen Kreißsäle in Weilheim zu nutzen, doch sei man zu dem Entschluss gekommen, dass ein Umzug für vier Wochen nicht rentabel sei, so Jochner-Weiß weiter.

Geplant sei weiterhin, die Geburtenstation zum 1. Dezember wieder zu öffnen. Das hängt nun davon ab, ob das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Gesundheitsamt mit dem erarbeiteten Hygienekonzept einverstanden ist. Eine Entscheidung dazu stehe am morgigen Donnerstag an, so die Aufsichtsratsvorsitzende.

Peu à peu sollen dann auch die anderen Abteilungen wieder ans Netz gehen. Ein wichtiger Bestandteil ist hier die Notfallambulanz. Diese ist erst kürzlich für über zwei Millionen Euro umgebaut worden. Schon allein deshalb komme eine Schließung keinesfalls in Frage. Ziel ist es, eine Wiederöffnung so schnell wie möglich zu schaffen. „Wir kämpfen um jede Woche“, so Jochner-Weiß.

Auch dem Vorwurf, dass es in Schongau keine urologische Abteilung mehr gebe, stellten sich die Mitglieder des Aufsichtsrates. Diese ist tatsächlich zum 1. August nach Weilheim umgesiedelt worden. Das liege unter anderem daran, dass urologische Operationen häufig mit dem neuen da-Vinci-Roboter durchgeführt werden, der in der Weilheimer Klinik steht. Die Chefärzte würden zwischen beiden Häusern pendeln und so eine Hauptabteilung bilden.

Astrid Neumann

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