Aufwendiges Genehmigungsverfahren

Badeinsel am Lido kommt erst nächstes Jahr

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Ortstermin am Lido: (v. li.) Stadtrat Armin Schleich, die beiden Vertreter der Eon, Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, Magnus Magg (ehem. Vorsitzender der Wasserwacht Peiting-Schongau), Stadträtin Ilona Böse, Schongaus Stadtwerkeleiter Walter Frömmrich, Stadträtin Barbara Karg.

Schongau – Das hatte sich Ilona Böse sicher einfacher vorgestellt, als die SPD-Stadträtin im März stellvertretend für ihre Fraktion die Idee einer Badeinsel, eines Stegs sowie eines Kleinkinderbereichs am Schongauer Lido im Stadtrat vorstellte. Zwar folgte das Gremium dem Vorschlag, doch die Attraktionen lassen weiter auf sich warten.

Die Bilder, die Böse in der Sitzung im März präsentierte, gefielen. Zu sehen war eine Badeinsel, von der fröhliche Kinder den Sprung ins kühle Nass wagten. So etwas am Schongauer Lido, das wäre was, fanden die Stadträte. Mittlerweile ist die heißeste Zeit des Jahres vorüber, doch von der Plattform gibt es nach wie vor keine Spur. Untergegangen ist das Vorhaben allerdings nicht, doch die Umsetzung ist schwieriger, als es nach außen hin scheint. 

Schuld daran trägt der Stausee, der eigentlich kein See ist sondern ein fließendes Gewässer, das noch dazu in ein Wasserkraftwerk mündet. Genau das mache die Sache kompliziert, erklärt Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, der in den vergangenen Monaten mit Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt und Eon gesprochen hat. Während es in einem normalen Baggersee egal sein mag, ob sich die Badeinsel von ihrer Befestigung am Grund löst, hätte dies im Lech womöglich schlimme Folgen. 

Welche genau, zeigten Vertreter von Eon, die das Wasserkraftwerk an der Staustufe betreiben, jüngst bei einem Ortstermin auf. „Im schlechtesten Fall könnten Teile des Floßes die Turbinen beschädigen“, sagt Gerbl. „Für diese Schäden müsste dann die Stadt aufkommen.“ Hinzu käme der Ausfall in der Stromproduktion, Kosten, die ebenfalls die Stadt zu tragen hätte. Ohne sichere Befestigung also keine Badeinsel. Die Konsequenz: „Wir müssen nun einen Statiker beauftragen, der eine Lösung sucht“, erklärt Gerbl. 

Klar ist schon jetzt: Im Winter muss das Floß aus dem Wasser, da selbst die beste Befestigung nichts gegen das Treibeis ausrichten kann. Bestätigen kann das die Wasserwacht Landsberg, die seit Jahren eine ähnliche Badeinsel in der Staustufe 15 betreibt. Diese hatte sich in einem Winter losgerissen. Das weitere Vorgehen soll nun in der nächsten Stadtratssitzung am 24. September diskutiert werden. 

Dann werden auch die genauen Planungen für den Steg vorgestellt, der Badenden den Weg ins Wasser erleichtern soll. Diesen hatte die Wasserwacht ins Spiel gebracht. Vom Tisch dagegen ist wohl der Kleinkinderbereich, den die SPD gefordert hatte. „Bei der Ortsbegehung ist klar geworden, dass das bei der Strömung viel zu gefährlich wäre“, erklärt das Stadtoberhaupt.

Christoph Peters

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