16 Bauanträge in einer Sitzung

Aufwertungen im Steingadener Ortsbild

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Erster Bürgermeister Max Bertl (links) überreichte seinem Stellvertreter Leo Eicher die Urkunde zum Standesbeamten. Damit dürfen nun beide Rathauschefs Trauungen vornehmen.

Steingaden – Mehr als ein Dutzend Bauanträge ließen sich auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung in Steingaden finden; darunter zwei, die das Ortsbild wohl prägen oder gar aufwerten werden. Gab es dafür das Einvernehmen, fiel ein Bauantrag aufgrund fehlender Privilegierung glatt durch.

Es hätte ein langer Sitzungsabend im Fohlenhof werden können, denn allein 16 Unterpunkte der Tagesordnung sollte Bauanträgen gewidmet sein. Doch die Räte hatten sich im Vorfeld gut informiert, bereits im Bauausschuss vieles vorberaten. So sollte es Bürgermeister Max Bertl lediglich vorbehalten bleiben, die einzelnen Anträge kurz aufzurufen, sie anzureißen – und dann abstimmen zu lassen. Und so waren bereits nach rund 40 Minuten alle Punkte abgehandelt und konnte der öffentliche Teil der Gemeinderatssitzung für beendet erklärt werden.

Zwei Bauanträge sollten herausstechen. So versteckte sich hinter dem Tagespunkt 4.4 mit dem Wortlaut „Anbau eines überdachten Balkons und Nutzungsänderung eines Stallgebäudes mit darüberliegender Tenne in einen Raumausstatterbetrieb mit Werkstatt, Lager und Ausstellungsfläche“ der Bauantrag der gelernten Raumausstatterin Alina Mayr.

Vor rund eineinhalb Jahren hatte sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt; mit ihrem Betrieb „Die Raumschmückerei“ ist sie noch in Böbing anzutreffen. Aus Kapazitätsgründen hat sie sich, gemeinsam mit ihrer Familie, für den Erwerb des ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes in Steingaden entschieden. Läuft alles nach Plan soll der Fachbetrieb an der Füssener Straße 41 in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres eröffnen.

Nicht nur räumlich wird sich „Die Raumschmückerei“ dann vergrößern, auch personell plant Alina Mayr Veränderungen. Die wird es nach dem Umbau denn auch optisch geben, wovon die Umbaupläne der Jungunternehmerin zeugten. Damit sollte die Antragstellerin auch auf das Wohlgefallen der Räte stoßen, die dem Bauantrag geschlossen ihr Einvernehmen erteilten. Einig war sich das Gremium auch darin, dass darin eine deutliche Aufwertung für das Ortsbild gründet. „Das wird richtig schön“, fasste Rätin Roberta Leimbach zusammen.

Den Ort prägen wird wohl auch der Neubau, den Gemeinderat Christian Breidenbach in Form eines Bauantrags einreichte. So verriet der Tagespunkt 4.14 seinen geplanten „Neubau eines Betriebsleiterwohnhauses an ein bestehendes Werkstattgebäude“ an der Krummbachstraße 15. Zwar sollten sich sowohl in der Dachneigung als auch bei der Farbe des Daches Abweichungen zum Bebauungsplan ergeben, konnte sich das Gremium doch einvernehmlich für den Bauantrag aussprechen. So weicht bereits das Bestandsgebäude vom Bebauungsplan ab; der Anbau wird dies nur wieder aufnehmen und die ungewöhnliche Form fortführen. „Mutig“, titelten die Räte den Entwurf, zudem sei es „mal etwas anderes“.

Weniger Glück sollte der Antragsteller unter Tagespunkt 4.12 haben; seinem geplanten Teilausbau für eine Betriebsleiterwohnung im Altbestand erteilte das Gremium kein Einvernehmen und lehnte das Ansinnen damit ab. Die vom Antragsteller zu Grunde gelegte Form einer „Privilegierung“ – und damit das Bauen auf einer Fläche außerhalb des Geltungsbereichs eines qualifizierten Bebauungsplanes – sahen die Räte ebenfalls als nicht gegeben an.

Noch vor der Abarbeitung der zahlreichen Bauanträge hatte Bürgermeister Max Bertl eine Urkunde zu vergeben. Diese weist nun auch den zweiten Bürgermeister der Gemeinde Steingaden, Leo Eicher, als „Standesbeamten für die Vornahme von Eheschließungen“ aus; damit darf dieser zukünftig Trauungen vornehmen.

pae

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