Historischer Markt in Schongau

Eintauchen ins Mittelalter

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Tritt erstmals in Schongau auf: Die tschechische Gruppe Bohemian Bards.

Schongau – Die großen Plakatwände an den Ortseinfahrten Schongaus stehen bereits, die letzten Vorbereitungen laufen: Ab 4. August lädt der Historische Markt am Volksfestplatz wieder zur Zeitreise ein. Auf ein Festspiel im Vorfeld wie im vergangenen Jahr, als die Uraufführung der „Henkerstochter“ Tausende Besucher begeisterte, verzichtet der veranstaltende Verein Schongauer Sommer heuer zwar. Dafür dauert das Mittelalter-Spektakel zwei Tage länger.

Als Manfred Wodarczyk die Kreisboten-Redaktion zum vereinbarten Interview-Zeitpunkt betritt, hat der 60-Jährige bereits ordentlich Kilometer gemacht. Quer durch die Region bis nach Füssen führte ihn seine Rundtour. Im Gepäck: ein Riesenstapel Flyer mit allen Informationen zum Historischen Markt, der ab dem 4. August zum 17. Mal am Schongauer Volksfestplatz stattfinden wird. Die Werbetrommel rühren, für den langjährigen Vorsitzenden des Vereins Schongauer Sommer, welcher das Mittelalter-Spektakel vor den Toren der Stadt veranstaltet, Alltag in den Monaten vor dem Start des Marktes.

Der dauert heuer dank des Feiertags Mariä Himmelfahrt länger als sonst. Zwölf statt zehn Tage wird am Volksfestplatz die Zeit zurückgedreht. Der Trachtenverein, der den Ausschank stemmt, habe der Verlängerung zum Glück zugestimmt, sagt Wodarczyk. „Allerdings nur unter der Bedingung, dass es nächstes Jahr nicht zwei Wochen werden“, fügt er schmunzelnd hinzu.

Man kann die zusätzlichen Tage auch ein bisschen als kleine Entschädigung dafür sehen, dass es in diesem Jahr kein Festspiel geben wird. Das aufwändige Stück „Die Henkerstochter“, für das Wodarczyk den Theaterverein Treibhaus ins Boot geholt hatte, hatte im Vorjahr die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert und beiden Vereinen ein sattes Plus in der Kasse beschert. Geld, das man als Rücklage für künftige Theaterprojekte und Investitionen gut gebrauchen könne, so Wodarczyk, den die Vereinsmitglieder Ende 2016 für drei weitere Jahre im Amt bestätigt haben.

Viel Musik

Attraktionen gibt es aber auch so genug. Das Programm, das Wodarczyk auf die Beine gestellt hat, ist heuer noch umfangreicher als sonst. Mit der tschechischen Musikgruppe Bohemian Bards hat der Organisator erstmals seine Fühler über die Grenzen hinaus ausgestreckt. Sie feiert ihre Premiere am Auftaktwochenende, an dem sie im Wechsel mit Fabula spielt. „Das zwei Musikgruppen an einem Tag spielen, hatten wir noch nie.“ Gleiches gilt für das zweite Wochenende, wenn Furunkulus und Weltenkrieger auf der Bühne stehen. Letztere spielen zuvor schon mit The Sandsacks groß auf.

Neue Stände

Auch bei der alten Handwerkskunst gibt es neben den bekannten Fertigkeiten wie Münzprägen, Papierschröpfen oder Schmieden Neues zu bestaunen. Ein Stand etwa zeigt, wie einst Haar- und Fischernetze hergestellt wurden, zudem hat Wodarczyk einen Drechsler aufgetan, der seine besondere Art des Drechselns demonstriert.

Natürlich darf auch das Duo Dr. Bombastus und Bruder Leonhardo nicht fehlen ebenso wenig wie der Kristallkugel-Jongleuer Ruven Nagel und viele weitere Gaukler, die auf dem Festgelände die Besucher mit ihren Späßen und Vorführungen unterhalten. Ein echtes Highlight ist laut Wodarczyk zudem der Auftritt der Huglfinger Akrobatikgruppe „Vis-à-vis“. Endgültig ist die lange Liste an Akteuren noch nicht. In den nächsten Wochen will sich der Organisator weiter auf Mittelalter-Treffen in der Region umschauen, um möglicherweise noch für das ein oder andere überraschende Gastspiel zu sorgen.

Fest steht dagegen bereits, dass es mit einem Auftritt von Feuervogel, die mit ihrer Feuershow Erfolge in ganz Europa feiern, wohl erst im nächsten Jahr klappt. „Wir werden uns im September zusammensetzen“, verrät Wodarczyk, der schon seit längerem mit einer Verpflichtung liebäugelt. Angesichts einer Gage im fünfstelligen Bereich könnte dann an den Auftrittstagen ausnahmsweise Eintritt verlangt werden. „Aber das sind bislang nur Überlegungen.“

Ziemlich sicher hingegen ist, dass im kommenden Jahr mehr fürs Bier gezahlt werden muss. „Wir haben heuer eine achtprozentige Erhöhung bekommen, die werden wir weitergeben müssen“, kündigt der Organisator schon einmal an.

Sicherheitskonzept bleibt gleich

Ein großes Thema beim Historischen Markt im vergangenen Jahr war – nach einigen unschönen Zwischenfällen – die Sicherheit. Ein abschließendes Gespräch mit der Stadt steht noch aus, aber Wodarczyk geht davon aus, dass es keine neuen Auflagen geben wird. Heißt: Am Tag werden vier und am Abend sechs Sicherheitskräfte über das Festgelände wachen. „Das ist im Rahmen.“

Weitere Informationen sowie das komplette Programm des Historischen Markts finden sich im Internet unter www.schongauer-sommer.de.

Christoph Peters

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