Umbenennungsappell:

Ausbildungsstützpunkt Altenstadt ist wieder Schule

Der Ausbildungsstützpunkt Altenstadt hat in der vergangenen Woche seinen bewährten Namen zurückerhalten.
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Der Ausbildungsstützpunkt Altenstadt hat in der vergangenen Woche seinen bewährten Namen zurückerhalten.

Altenstadt – „Namen sind sinn- und identitätsstiftend, sie wachsen im Laufe der Zeit, sie bringen in aller Kürze Komplexität auf den Punkt. Namen stehen auch für eine Einstellung, aber auch für Erwartungen. Kurzum, ein Name ist nicht nur eine Bezeichnung.“ Unter anderem waren es diese Worte, die der Leiter des Ausbildungsstützpunkts Luftlande/ Lufttransport, Oberstleutnant Udo Francke am 31. März in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne anlässlich des dort durchgeführten Umbenennungsappells an die angetretene Formation und die anwesenden nahezu ausschließlich militärischen Gäste gerichtet hatte. Zum Zeitpunkt der Rede war er sozusagen in Personalunion bereits der Leiter der so umbenannten Luftlande/Lufttransportschule.

Zu den Gästen, die sich den Umbenennungsappell und die damit verbundene Rückkehr zum alten Namen nicht hatten entgehen lassen wollen, gehörten der Kommandeur der Division schnelle Kräfte, Generalmajor Andreas Hannemann aus Stadtallendorf und der Kommandeur der Luftlandebrigade 1, Brigadegeneral Jens Arlt aus Saarlouis. Weiterhin waren von Seiten der vorgesetzten Dienststelle aus Hammelburg der Kommandeur der ebenfalls zum 1. April wieder so bezeichneten Infanterieschule, Brigadegeneral Michael Matz und sein Stellvertreter Oberst Stefan Leonhard nach Altenstadt gekommen.

Sie und die überschaubare Anzahl weiterer Gäste durften noch vor Beginn des eigentlichen Zeremoniells das Einschweben von vier Gleitfallschirmspringern der XI. Inspektion unter anderem mit der dabei am Kasernenhimmel wehenden deutschen und der bayrischen Flagge bei auf dem Appellplatz beobachten.

Neues Fahnenband

Die Umbenennung war formell bereits am 24. März bei einem Appell in Hammelburg vollzogen und der Truppenfahne dabei traditionsgemäß ein neues Fahnenband verliehen worden. Am 1. April war dann die Umbenennung quasi amtlich. Genauso übrigens wie bei neben Altenstadt und Hammelburg weiteren acht anderen Ausbildungseinrichtungen des Heeres, die ebenfalls an diesem Tag ihre ursprünglichen früheren Namen und damit auch ein Stück Tradition zurückerhalten haben.

Zum Ursprung

Vor einigen Jahren war es im Zuge der Neuausrichtung des Heeres nach dem Plan Heer2011 zu einer umfassenden Umgestaltung der Schul- und Ausbildungslandschaft gekommen. Dabei wurden den seinerzeitigen Vorgaben folgend einige der historisch gewachsenen Bezeichnungen aufgegeben und an eine neue Nomenklatur angepasst.

Die Umgestaltung führte unter anderem zur Zusammenfassung von Truppenschulen zu Ausbildungszentren sowie die Zuordnung von Ausbildungsbereichen, Ausbildungsstützpunkten und Ausbildungs- und Übungszentren.

Dieser Umgestaltung fiel Ende 2015 auch die zuvor fast sechs Jahrzehnte in Altenstadt bestehende und erst jetzt wieder als Schule titulierte Ausbildungseinrichtung zum Opfer. Sie wurde damals bei einem Appell offiziell aufgelöst und zu einem Ausbildungsstützpunkt.

Bedeutung der Schule

„Gerne hätten wir diesen so bedeutenden Tag heute im etwas größeren Rahmen gefeiert“, stellte Oberstleutnant Francke in seiner Rede bedauernd fest. Die Pandemielage im Februar habe noch hoffen lassen, dass man nicht nur einen internen Appell durchführen werde, sondern auch eine stattliche Anzahl ziviler Gäste hätte begrüßen können. Doch aufgrund des Beginns der 3. Corona-Welle und der steigenden Infektionszahlen im Landkreis Weilheim-Schongau habe man sich gezwungen gesehen, den Appell mit nur wenigen Gästen und auch ohne den obligatorischen Empfang durchzuführen. Francke hob aber hervor, dass ihm und allen Schulangehörigen die noch vor der sich stetig verschärfenden Situation eingegangene beachtliche Zahl an Zusagen aus dem Kreis der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, der Vertreter von Bundesbehörden bis hin zu den ehemaligen Schulkommandeuren gezeigt habe, wie tief die Luftlande/Lufttransportschule in Oberbayern verwurzelt ist und welche Bedeutung der Umbenennung und der Schule weit über die regionalen Grenzen hinweg beigemessen werde.

Er sprach in seiner Rede auch an, dass am 20. März letzten Jahres in der Franz-Josef-Strauß Kaserne zum ersten Mal seit Begründung der Schule die Ausbildung und in nahezu allen Bereichen der gesamte Dienstbetrieb komplett heruntergefahren worden sei. Nach einer ersten Orientierungsphase habe man schnell nach Lösungen gesucht, die einsatz- und laufbahnrelevante Ausbildung in den Bereichen Fallschirmspringen automatisch und manuell, der Fallschirmtechnik sowie dem gesamten Spektrum des Lufttransports wieder aufnehmen zu können. Gleichzeitig habe man entscheidend darauf geachtet, den Gesundheitsschutz der Trainingsteilnehmer sowie des Stammpersonals im Standort zu gewährleisten. Aufgrund der Eigenproduktion von Masken und Schlauchschals, der Entwicklung von durchdachten und wirksamen Hygienekonzepten für die verschiedenen Trainings sowie die inhaltliche Überprüfung und Entfrachtung von Lehrgängen habe man schließlich die Basis für die Wiederaufnahme des Ausbildungsbetriebes am 11. Mai des letzten Jahres geschaffen. Trotz des Verlusts von sieben Ausbildungswochen und der Verringerung der Trainingskapazitäten habe man deutlich über den strukturell hinterlegten Kapazitäten ausbilden können, ohne dass es zu einem Corona-Ausbruch am Stützpunkt gekommen sei.

Und trotz, mitunter auch aufgrund der Einflüsse durch Corona, wusste Udo Francke viel Positives zu berichten. Nur eines von mehreren Beispielen hierzu war, dass es in Altenstadt mittlerweile möglich ist, die Abläufe und Prozesse eines Frachtflughafens nahezu in Gänze zu simulieren. Das wiederum sei in Europa und wahrscheinlich weltweit einzigartig.

Weiterhin nutzte er den Appell auch dazu, einzelne Soldaten zu würdigen. Stabsfeldwebel Dirk Koelmann und Matthias Eugen Thurn erhielten eine förmliche Anerkennung wegen vorbildlicher Pflicht­erfüllung bei der Bewältigung verschiedener Aufgaben. Hauptgefreiter Jerome Winter bekam diese für eine hervorragenden Einzeltat. Er hatte Mitte Februar auf dem Ulmer Hauptbahnhof einen randalierenden Fahrgast in vorbildlicher Weise an die Bundespolizei überstellt. Durch sein beherztes Eingreifen habe er maßgeblich zum polizeilichen Einsatzerfolg beigetragen und durch die von ihm an den Tag gelegte Zivilcourage zudem die Bundeswehr positiv in der Öffentlichkeit präsentiert, berichtete Oberstleutnant Francke bei der Würdigung und attestierte dem Soldaten eine Vorbildfunktion. Fernerhin durfte sich der Soldat über fünf Tage Sonderurlaub freuen.

Symbolträchtig

Nach Abschreiten der Front durch Oberstleutnant Udo Francke mit dem stellvertretenden Schulkommandeur und Leiter Lehre/Ausbildung der Infanterieschule Oberst Stefan Leonhard in Begleitung der Generale Andreas Hannemann und Michael Matz richtete Leonhardt das Wort an Schulangehörige und Gäste. Auch er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, bei dieser symbolträchtigen Veranstaltung dabei sein zu dürfen. Er berichtete zudem, dass die Umbenennung auf Initiative des ehemaligen Inspekteurs des Heeres, General Jörg Vollmer mit Unterstützung des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Peter Tauber und dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn erfolgt sei. Dabei resümierte er, dass man sich damit auf ein gutes Stück Tradition besonnen habe und erinnerte an die Aufstellung der Luftlande- und Lufttransportschule am 1. November 1956. Auch wenn die neuerliche Umbenennung zur Schule keinerlei organisatorische Änderungen bedeute, habe sich damit doch wieder ein altvertrauter Begriff durchgesetzt. Und mit den Worten „Ich hoffe, dass Ihre Freude darüber genauso groß ist wie meine“ verlieh er seiner positiven Stimmung an diesem Tag den passenden Nachdruck.

Nach seiner Ansprache enthüllten Oberst Leonhard und Oberstleutnant Francke gemeinsam das am Appellplatz bis dahin verhüllt aufgestellte alte Schulwappen. Damit war symbolisch die Umbenennung des früheren Ausbildungsstützpunktes in Luftlande/Lufttransportschule vollzogen. Als danach das Lied der Fallschirmjäger, die Bayernhymne und schließlich die Nationalhymne erklangen, ging ein für viele bedeutungsvoller Appell seinem Ende entgegen. Auch wenn darum gebeten wurde, aus bekannten Gründen bei den Liedern nicht mitzusingen.

Nur einige Angetretene und Gäste dürften mitbekommen haben, dass sich am Ende auch zwei Störche im Luftraum über dem Appellplatz tummelten. Dieser an diesem Tag einzige offiziell nicht vorgesehene Punkt im ansonsten mustergültigen Ablaufplan zum Appell wusste sich aber gut darin einzufügen. Bemüht man nämlich die einschlägige Literatur, dann steht der Storch (neben Kindersegen) auch für Weltoffenheit, Veränderung und einen weiten Horizont. Und er ruft dazu auf, sich Neuem zu öffnen und Veränderung zuzulassen…

Manfred Ellenberger

Rubriklistenbild: © Bundeswehr

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