Feuerwehr leistet (Wieder-)Geburtshilfe

Ausgebrannte Bücherzelle: Rückkehr nach den Ferien?

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Mit vereinten Kräften: Ende Juni holte die Schongauer Feuerwehr die zerstörte Buücherzelle ab, um sie gemeinsam mit „Schongau belebt“ wieder fit zu machen.

Schongau – Sie waren schon in der bisher dunkelsten Stunde der Bücherzelle zur Stelle: Als ein unbekannter Zündler das offene Angebot von „Schongau belebt“ in der Nacht auf Ostersonntag in Brand steckte, retteten die Männer der Feuerwehr, was zu retten war. Nun tragen sie zur Wiederauferstehung der gelben Mini-Bibliothek bei.

Werner Berchtold, Kommandant der Schongauer Floriansjünger, fackelte nicht lange. „Die steht ja immer noch da“, sei sein Gedanke gewesen, als er jüngst bei einem Stadtspaziergang an der ramponierten Bücherzelle vorbei geschlendert sei. „Und dabei ist der Brand doch schon zweieinhalb Monate her.“

„Es ist lange nix passiert“, gibt Beatrice Amberg, Macherin und 1. Vorstand bei „Schongau belebt“, zu. Sie versteht, dass es nach außen so gewirkt haben muss, als sei die Wiedergeburt der angekokelten kleinen Bücherei ins Stocken geraten. „Wir haben Angebote eingeholt, außerdem war Urlaubszeit.“ Ganz untätig war ihre Initiative also nicht.

Doch unangenehm sei die Situation schon gewesen – immerhin habe man Spenden für die umfunktionierte Telefonzelle bekommen; engagierte Handwerker hätten ihre Hilfe angeboten. Doch just, als „Schongau belebt“ in die Vollen gehen wollte, klingelte das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich Feuerwehr-Chef Berchtold.

Dessen „super, super“ Angebot, wie sich Amberg freut, ist mittlerweile bereits angelaufen: Seine Männer nahmen die Mini-Bibliothek Ende Juni mit, säuberten sie, widmen sich aktuell der lädierten Tür und ermöglichen den Handwerkern, ihre Arbeiten im Feuerwehrhaus über die Bühne zu bringen. „So ist es für uns am einfachsten“, ist Amberg glücklich. Die Schreinerei Schwarz habe ebenso ihre Hilfe angeboten, wie Elektro Schedel aus Altenstadt. Genauso Lackierer Nagl, der die Arbeiten aber in seiner Werkstatt erledigen muss. Den Transport dort hin und zurück übernimmt erneut die Feuerwehr.

Engagierter Kern

„Wir sind ein Kern von vier bis fünf Leuten, die sich jetzt um die Bücherzelle kümmern“, so Berchtold. Jeder bringe sich je nach Fähigkeit und Beruf ein, insgesamt investierten die Feuerwehrler wohl zwölf bis 15 Stunden ihrer Freizeit für das Projekt. „Keine große Sache“, findet der Kommandant. Das sieht Amberg anders. „Wir sind sehr happy“, freut sie sich über die unerwartete Hilfe. Ihr Ziel: Im September soll die Bücherzelle runderneuert in die Altstadt zurückkehren. „Ein Termin nach den Ferien wäre schön.“

Rasso Schorer

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