"Ausstellung für Alles" in Altenstadt

Mal mit, mal ohne Botschaft

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Corinna Niggl mit Organisator Wolfram Kulot an den bunten Windrädern.

Altenstadt – Unterschiedlich, vielfältig, ja sogar konträr: Das sind die Beiträge der 20 Frauen und Männer, die heuer bei der „Ausstellung für Alles“ im Römerhof-Keller mitmachen. Für Gegensätze stehen die Beiträge zweier junger Künstler. Marius Haberstock, 15, bevorzugt abstrakte Malerei mit Acryl auf Leinwand, die „keine Botschaft“ vermitteln sollen, sondern dem Betrachter viel Raum lassen für eigene Gedanken. Corinna Niggl aus Prem hingegen hat mehrere kleine Windräder aufgestellt, deren Flügel sie aus Plastikflaschen geschnitten hat.

Zur Vernissage am Freitagabend begrüßte Hausherr Wolfram Kulot, der seit einigen Jahren Hausherr des Römerhofs ist, die Künstler und interessierten Besucher aus dem Schongauer Land. Heuer sind es 20 Aussteller, erwähnte Kulot. Dadurch habe man mehr Platz als bei der letzten Ausstellung im vergangenen Jahr, als es noch 31 waren.

Corinna Niggl aus dem Weiler Unterried bei Prem ist das erste Mal vertreten bei der „Ausstellung für Alles“, die es seit dem Jahr 2008 nahezu jährlich gibt und die vom Kulturverein „Lechwärts“ veranstaltet wird. Die junge Frau mit den dunklen Haaren zeigt vorn auf der flachen Bühne im Keller ihre sieben Windräder. An den einen Meter beziehungsweise 1,20 Meter langen Holzstäben hat sie die bunten Flügel aus Plastik befestigt.

Unten auf dem roten Tuch, das die hügelige Landschaft symbolisiert, liegen Zettel, auf denen sie ihre Gedanken niedergeschrieben hat. „Der Wind zeigt unser Leben“, will Corinna Niggl sagen, die von Beruf Hauswirtschafterin ist, auf einem Bauernhof zu Hause ist und am Tag nach der Vernissage auf dem elterlichen Hof beim Befüllen eines Fahrsilos eingespannt war.

Wenn sich Räder im Wind drehen, empfindet Corinna Niggl dies als Ausdruck für Freiheit, Lebensfreude und Energie. Die 20-Jährige, die zu Hause schon viel mit Holz gemacht hat – etwa Vogelhäuschen oder Nikoläuse, ist das erste Mal auf einer Ausstellung vertreten.

Wenige Meter weiter hängen im Römerhof-Keller an einer Schautafel die drei unterschiedlich großen Acrylbilder des Jugendlichen Marius Haberstock; der 15-jährige Schüler aus Schongau kam zusammen mit seinem älteren Bruder Niklas, 17, und seiner Freundin Loki aus Bernbeuren zur Vernissage.

Er sei „wirklich nicht der beste Zeichner“, dies sei mit ein Grund, warum er „nur abstrakt“ male, ergänzt der Zehntklässler. 15 Bilder sind inzwischen zu Hause in seinem Zimmer ohne Vorgaben entstanden. Meist greift er zur Spachtel, um die Acrylfarben auf Leinwand aufzutragen – oft in vielen Schichten.

Zu den Ausstellern gehört auch Hausherr Wolfram Kulot; er befasst sich mit dem Thema Technik. Sohn Samuel gehört zu den jüngsten Künstlern, die vertreten sind. Schwiegervater Peter Sieck steht für die ältere Generation. Kunst – und das ist doch eine Botschaft dieser „Ausstellung für Alles“ – ist keine Frage des Alters.

Zu sehen sind die Bilder noch einmal am nächsten Wochenende, 17. und 18. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr. Bitte beachten: Der Zugang zur Ausstellung im Keller erfolgt über die Außentreppe auf der Westseite des früheren Gasthauses Römerhof.

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