Ein Auto für viele Nutzer Auch in Schongau soll bald das Car-Sharing eingeführt werden

Erich Zimmermann (li.) und Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl wollen in der Lechstadt das Carsharing etablieren. F.: Jungwirth

Steigende Unterhalts- und Spritkosten belasten zunehmend den Geldbeutel der Haushalte. Für viele ist das eigene Auto inzwischen zum Luxusgut geworden, das nur allzu oft vor der Haustür steht und nicht gebraucht wird.

Mit dem sogenannten „Car­Sharing“ können mobile Menschen dann ein Auto benutzen, wenn sie es gerade brauchen. Und auch nur dann. Eine Idee, die bereits in Weilheim und Penzberg umgesetzt wird, soll nun auch in Schongau etabliert werden. „Ich halte das für eine gute Einrichtung, denn immer mehr Leute fragen sich, ob sie überhaupt ein eigenes Auto brauchen, weil sie es nur wenig benutzen“, sagt Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl. Dieser unterstützt die Initiative von Erich Zimmermann, der auch in der Lechstadt das Verleihen beziehungsweise das Teilen von Autos salonfähig machen will. Zimmermann ist Vorsitzender des Vereins „Ökomobil Pfaffenwinkel“. Seit elf Jahren gibt es diese Einrichtung. In Weilheim, Seeshaupt, Bernried und Penzberg teilen sich inzwischen zahlreiche Menschen ein Auto – und somit auch die Kosten. Nun soll auch der westliche Landkreis erschlossen werden. „Dieses Angebot fehlt bei uns“, meint Gerbl und betont, dass dies eine sinnvolle Ergänzung zum Stadtbus und zu den öffentlichen Verkehrsmitteln ist. Derzeit hat der Verein zehn Autos mit unterschiedlichen Größen – je nach Nutzung. „Das beginnt beim Fiat Panda und endet bei dem Kleintransporter Fiat Multipla“, erklärt Zimmermann. Bequem per Telefon kann man ein Auto buchen, das an einem bestimmten festen Platz steht. Doch ein Fahrzeug kann nur gebucht werden, wenn ein Nutzungsvertrag abgeschlossen worden ist. Neben der einmaligen Aufnahmegebühr für die Vereinsmitgliedschaft von 51 Euro muss auch eine Kaution in Höhe von 511 Euro hinterlegt werden. Die gibt es bei Nichtverwendung nach Vereinsaustritt natürlich zurück. Die Kosten ermitteln sich nach einem Zeit- und einem Kilometertarif. Zwischen 21 bis 26 Cent kostet der Kilometer; inclusive Benzingeld. Der Stundensatz beträgt 1,8 bis 2,2 Euro. Der Tag kostet 20 Euro, die Woche 100 Euro. Bereits ab einer Kilometerstrecke von unter 10 000 Kilometern im Jahr lohnt sich laut Zimmermann das Car-Sharing. „Da kann es sein, dass ein Geschäftsmann oder Tourist aus Norddeutschland, der hier gelegentlich ist, das Angebot wahrnimmt“, weiß der Vorsitzende. Aber auch für die Hausfrau, die nur gelegentlich zum Einkaufen muss, und die Familie somit auf den zweiten Wagen verzichten kann, lohnt sich das Angebot. Und selbst die Fahrt in den Urlaub ist möglich, bestätigt der Vereinsvorsitzende Zimmermann.

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