Seit Samstag:

»Autohaus Ortner« statt »Autohaus Max Becher«

Autohaus Max Becher Ortner Schongau
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Seit vergangenem Samstag heißt das Autohaus Max Becher Autohaus Ortner.
  • vonRasso Schorer
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Schongau – Künftig steht nicht mehr „Max Becher“ auf dem Eingangsschild. Dass ihn bei diesem Anblick fortan ein seltsames Gefühl beschleicht, glaubt der scheidende Inhaber nicht. Schließlich präge nicht der Name, sondern die Mitarbeiterschaft ein Autohaus – und diesbezüglich ändere sich Am Lerchenfeld 7 nichts. 

Am Mittwoch vergangener Woche, vor seinem letzten Arbeitstag im gleichnamigen Autohaus, klingt Max Becher recht aufgeräumt. Ob er den finalen Metern eher vorfreudig oder mit einem kleinen Grausen entgegenblickt? „Weiß nicht“, sagt der 45-Jährige. Noch sei er recht emotionslos. „Das kann sich aber ändern.“

Ohnehin: Die Tür schließen und nie wieder vorbeischauen – das werde er ja nicht. Am Montag sei er zwar nicht im Haus, doch ab Dienstag gelte es, noch die ein oder andere Angelegenheit zu begleiten, die er zuletzt angestoßen hatte. In Sachen neuer Hebebühne sieht sich Max Becher beispielsweise noch gefordert.

Doch nach und nach werden seine Besuche im bisher gleichnamigen Autohaus, das fortan nach der Autohaus Ortner GmbH benannt sein wird, weniger werden. 15 Jahre lang habe er sich nicht um seine Gesundheit gekümmert – jetzt verlange der Körper danach, das umso intensiver nachzuholen. „Ich ziehe mich beruflich erst mal ganz zurück“, sagt Becher. Herz, Atem­aussetzer, Blutdruck: „Nichts, was mich umbringt“. Doch es „zwacke“ eben gleich an mehreren Stellen.

Wo er sich hernach frisch kuriert wieder einbringen will, das weiß der Altenstadter noch nicht. „Ich bin für alles offen und mir nicht zu schade zum Arbeiten“ – auch ein Job jenseits des Themas Auto sei denkbar.

Vorher stehe aber noch die Übergabe an, schildert Becher am Mittwoch vergangener Woche, diese ging zum 1. Mai über die Bühne. „So, dass der Kunde eigentlich gar nix davon mitkriegt“, äußert er seinen Wunsch fast wortgleich wie Alois Moser.

Fünf Standorte

Fünf Standorte zählt dessen Autohaus Ortner GmbH nun. Neben jenem in Schongau gehören Häuser in Weilheim, Peißenberg, Murnau und Starnberg zur Gruppe. Zu wachsen und das Einzugsgebiet zu erweitern, das erfordere die derzeitige Entwicklung, findet der Geschäftsführer.

Das Fahrzeuggeschäft werde schwieriger, die Umstellung auf andere Antriebstechniken stoße einen Wandel an, der mit großen Herausforderungen und Investitionen, zum Beispiel bei Ausrüstung und Werkzeug, einhergeht. „Vielleicht noch nicht in zwei, drei Jahren, wohl aber in zehn bis 15 bekommen kleinere Betriebe Existenzprobleme.“

Das bisherige Autohaus Max Becher laufe sehr gut und genieße einen hervorragenden Ruf, lobt Moser. Am Tagesgeschäft wolle er daher nichts ändern. Neuerungen spielen sich im Hintergrund ab, sei es bei der Lohnabrechnung, der Buchhaltung oder durch die Zusammenarbeit mit der betriebseigenen Lackiererei der Ortner GmbH in Peißenberg.

Dass die Gruppe ihre eigenen Arrangements mit Versicherungen und Serviceverträge mit Seat und Skoda mitbringt, werde für mehr Arbeit in Schongau sorgen, so Moser: „Wir wollen dieses recht neue Haus vollständig auslasten.“ Die Zahl der Mitarbeiter werde wachsen, aktuell sind es 28.

Dass diese allesamt übernommen werden, das sei ihm wichtig gewesen, erklärt Becher. Für die Übergabe habe er nach einem Partner „aus der VW-Welt mit ähnlicher Denke“ Ausschau gehalten, der einen familiären Umgang pflegt.

Das sei bei der Autohaus Ortner GmbH der Fall, glaubt Moser. „Die Chemie hat vom ersten Tag an gestimmt.“ Die nun fünf Standorte seien allesamt keine großen Betriebe, einer vielgliedrigen Hierarchie bedürfe es nicht. Es herrsche eine Struktur vor, „mit der wir auf vernünftige Art und Weise wachsen können“.

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