Grüngut und Blechlawine

Aus dem Garten auf die Straße: Autoschlange zum Abfallentsorgungszentrum

Autoschlange vor dem Abfallentsorgungszentrum Erbenschwang
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Wenn das Grüngut aus dem Garten muss, kann das vor dem Abfallentsorgungszentrum Erbenschwang zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Stau führen. Das sei nicht ungefährlich, heißt es in einer Leserzuschrift.

Erbenschwang – Geduld muss mitunter mitbringen, wer sein Grüngut zum Abfallentsorgungszentrum der EVA (Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft mbH) in Erbenschwang bringt – oder sich mit eigentlich ganz anderem Ziel auf der Straße in Richtung Tannenberg in der Schlange wiederfindet. Weil es hierbei zu gefährlichen Situationen komme, hat sich ein Leser an den Kreisboten/Lechkurier gewandt. 

Sogar über die Abzweigung hinaus Richtung B 472 staue sich der Verkehr bisweilen, schildert der Burggener. Insbesondere dann, wenn der Frühjahrs- und Herbstschnitt entsorgt werden muss, entstehe eine problematische Situation – samstags und auch unter der Woche. „Der Gegenverkehr muss immer Angst haben, dass jemand ausschert und vorbeifahren will – es gab schon einige gefährliche Situationen.“ Sein Fazit: „Alle wissen es, alle ärgern sich, aber keiner unternimmt etwas.“ In der Corona-Zeit habe sich die Situation noch verschlechtert.

»Gewaltiges Aufkommen«

Die Menschen seien mehr daheim, hätten damit mehr Gelegenheit zum Aussortieren, bestätigt EVA-Geschäftsführer Fritz Raab. Die Folge: „Wir haben 2020 Rekordanlieferungen“ – und das, obwohl das Jahr noch mehrere Wochen vor sich hat und im Frühjahr einige Zeit Sperrung herrschte. Das „gewaltige Aufkommen“ an Grüngut und weiteren Materialien sorge dafür, dass sehr viel los sei. In Erbenschwang ebenso wie beispielsweise in Weilheim oder Peißenberg, so Raab. Am meisten Andrang herrsche in Erbenschwang am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und am Montag. „Aber eigentlich hören die Stoßzeiten in diesem Jahr gar nicht auf.“

Dazu kommt, dass die Wachstumsbedingungen in diesem Sommer besonders gut gewesen seien. Die Folge einer üppigen Vegetation im Garten ist ein Mehr an Grüngut, erklärt EVA-Sprecherin Claudia Knopp. Weil die Bäume diesmal vergleichsweise lang ihre Blätter behielten, sei statt des Septembers in diesem Jahr der Oktober der grüngutstärkste Monat gewesen, schildert Raab.

Das hielt bis in den November hinein an.„Die Mengen nehmen jetzt aber wieder ab.“ Dennoch erklärt Knopp: „Grundsätzlich hat der Leser recht“, die Situation auf der Straße sei bei Stau und Gegenverkehr „nicht ungefährlich“. Dazu kommt: Aufgrund des großen Andrangs sind die Kapazitäten der Grüngutannahme bisweilen tagsüber schon voll, schildert Raab. Dann wird verladen – „in diesen zehn Minuten müssen wir absperren, sodass der Stau auf der Straße noch länger wird“, so der Geschäftsführer. Auch das neue Gewerbegebiet gegenüber erhöhe das Verkehrsaufkommen, sodass sich die Problematik noch verschärfe.Man habe den Handlungsbedarf erkannt und bereits das Gespräch mit Bauamt und Landratsamt gesucht, erklärt Raab.

Handlungsbedarf erkannt

Eine Verkehrsschau solle die weiteren Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Weil sich die Problematik auf wochenweise Phasen begrenze sei fraglich, ob eine eigene Abbiegespur gerechtfertigt ist, überlegt EVA-Sprecherin Knopp. „Man baut ja auch keine zehnspurige Autobahn, weil in den Ferien mehr Verkehr herrscht.“ Möglicherweise könne EVA-Personal den Verkehr regeln oder eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus Richtung Tannenberg die Situation entschärfen.

Der Polizei sei seiner Kenntnis nach kein gefährlicher Vorfall an dieser Stelle bekannt, erklärt indes Herbert Kieweg, Chef der Schongauer Inspektion. Auch entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung lägen ihm keine vor. „Das müsste man mal überprüfen.“

Weil es jetzt wieder ruhiger wird, hält EVA-Geschäftsführer Raab den Zeitpunkt in Hinblick auf eine gründliche Analyse für gut geeignet: „Der Peak ist überschritten; jetzt schauen wir uns das gründlich an. Ich bin sicher, dass sich Möglichkeiten finden.“

Rasso Schorer

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