Radweg am Rößlekellerberg

Die Bäume kommen weg

Die Bushaltestelle an der Colmarer Straße sorgte für Diskussion. Eine Entscheidung, ob sie aufgegeben wird, fiel nicht.

Schongau – Für Radfahrer soll die Marktoberdorfer Straße sicherer werden. Die Stadt Schongau plant deshalb seit längerem an einem durchgehenden Radweg auf beiden Seiten. Dass das Vorhaben alles andere als einfach ist, zeigte sich schon bei der Präsentation der ersten Planung im März. In der jüngsten Bauausschusssitzung bekamen die Stadträte nun erste Lösungen vorgelegt. 

Besonders in den Fokus waren im März die Einmündungen an der Schönlinder und Colmarer Straße sowie der Rößlekellerberg gerückt. Für erstere war der Wunsch nach einer Querungshilfe für Fußgänger laut geworden, bei Colmarer Straße und Rößlekeller-berg – aufgrund der vorherrschenden Steigungen besonders gefährlich für Radfahrer – konnten sich die Räte nicht mit den Vorschlägen des Planungsbüros anfreunden. Für diese Bereiche hieß es deshalb zurück ans Reißbrett. 

Die neuen Entwürfe stellte nun Planer Thomas Glatz vor. Die gute Nachricht schickte Glatz gleich vorweg. Die geforderte Querungshilfe in Höhe Schönlinder Straße halte er grundsätzlich für möglich, auch wenn die vorgeschlagene Anordnung direkt vor der Kreuzung auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich sei, erklärte er. Dafür könnte man so auf eine teure Verbreiterung der Straße vor der Kirche verzichten. „Das ist eine gute Sache für die Fußgänger“, freute sich Paul Huber (CSU), der damit für das übrige Gremium sprach. 

Deutlich mehr Diskussionsbedarf gab es weiter stadteinwärts an der Colmarer Straße. Hier stellte sich die Frage, ob die vorhandene Bushaltestelle nicht weiter zurück verlegt und die dadurch freiwerdende Stelle lieber als Rechtsabbiegespur genutzt werden sollte. Da das Gelände dort mit 9,5 Prozent sehr steil sei, wäre die Verlegung der Haltestelle allerdings sehr aufwändig, fügte Glatz hinzu. Während einige Gremiumsmitglieder deshalb vorschlugen, gleich ganz auf die sowieso nur wenig frequentierte Haltestelle zu verzichten, warnten andere wie Ilona Böse davor, dadurch das ganze Dornauer Feld „abzuhängen“. 

Auch bei der Abbiegespur waren sich die Räte nicht einig, ob diese nun zu mehr Sicherheit oder eher zu mehr Gefahr für Rad- und Fußgänger führen würde. Ein Gespräch mit den Behörden soll mehr Klarheit schaffen. Immerhin am Rößlekellerberg konnten sich die Gremiumsmitglieder zu einer Entscheidung durchringen. Nachdem Stadtförster Klaus Thien deutlich gemacht hatte, dass es entweder Bäume oder einen neuen Radweg geben könnte, votierte der Ausschuss mit 6:3 für die Fällung. 

Noch knapper fiel mit 5:4 Stimmen der Beschluss aus, die Marktoberdorfer Straße in diesem Bereich zu verengen. Dies hatte der Planer vorgeschlagen, um die Höhe der nötigen Stützmauer zu reduzieren. Das Gremium ignorierte damit die Warnung von Michael Motz (UWV), dass es dadurch zu eng für die Feuerwehrfahrzeuge werden könnte. Da auch noch nicht klar ist, wie der Radweg in Höhe des Schulzentrums geführt werden soll, werden sich die Stadträte bald erneut mit dem Thema beschäftigen müssen.

Christoph Peters

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