Ein Jahr im Zeichen der 125

Herzogsägmühle blickt auf Jubiläumsjahr

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Die alte Kolonie Stefflbauer im Gründungsjahr von Herzogsägmühle 1894.

Herzogsägmühle – 2019 steht im Diakoniedorf Herzogsägmühle ganz unter dem Zeichen des 125-jährigen Jubiläums. Mit vielen Veranstaltungen wird das ganze Jahr über gefeiert. Daneben steht aber auch mit dem Bau der Gemeinschaftsküche ein Projekt an, das finanziell den bisher größten Brocken für Herzog­sägmühle bedeutet, wie deren Direktor Wilfried Knorr beim Jahrespressegespräch erläuterte.

In der Zeit der Industrialisierung wurden immer mehr Männer arbeitslos. „Es kam damals zu einer großen Vagabundennot“, schildert der Direktor des Diakoniedorfes. Damals, 1894, gründete Adolf von Kahl die erste Wohnungsloseneinrichtung in „Unterobland“. Die Grundstücke umfassten ein Sägewerk mit Mühle an der Peitnach, daneben eine kleine Ziegelei sowie zwei Bauernhöfe. Die Verantwortlichen gaben der sozialen Einrichtung schließlich den Namen Herzogsägmühle. Nach dem zweiten Weltkrieg kam die Einrichtung zur Inneren Mission München.

Das Jubiläum „125 Jahre Herzogsägmühle“ gebe die Gelegenheit innezuhalten, so Knorr. Aber auch den Traum der Zukunft zu beschreiben. Grund zum Feiern bietet dieser Anlass allemal. Und selbstverständlich soll dabei die Zahl 125 eine ganz besondere Rolle spielen.

125 Bäume sollen gepflanzt werden, ein Lauf über 1,25 Kilometer wird organisiert. Drei große Highlights nennt der Direktor des Diakoniedorfes. Ein Sportfest findet am 12. Mai – auch dieses Datum passt perfekt zum Jubiläumsjahr – statt. Dort wird es ein Fußballspiel „Don Camillo gegen Peponne“, also Kirchenvertreter gegen Politiker geben.

Einen weiteren Höhepunkt bildet das alljährliche Dorffest Anfang Juli mit einem Politischen Streitgespräch, dessen Moderator Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung sein wird. Prominente Persönlichkeiten aus der Politik haben sich ebenfalls angekündigt: Christian Ude, Günther Beckstein, Sahra Wagenknecht sowie Claudia Stamm. Beim Herbstflohmarkt im Oktober kann zudem ein weiteres Jubiläum gefeiert werden: Die Martinskirche wird 70 Jahre alt.

Neben Feierlichkeiten kommt auch ein wahres Großprojekt auf Herzogsägmühle zu: der Neubau der Gemeinschaftsküche neben dem Mühlenmarkt. Hier fallen enorme Kosten an. Ursprünglich mit 6,9 Millionen Euro geplant, hat das Diakoniedorf jetzt aufgrund der Preisexplosion im Baugewerbe 8,4 Millionen Euro zu schultern, wie Knorr erläutert. „Das ist der größte Brocken, den wir je stemmen mussten“, so der Direktor. Allerdings ist er zuversichtlich, dass die Maßnahme im Sommer 2020 abgeschlossen werden kann. Um das Projekt besser finanzieren zu können, will man künftig noch mehr Kunden von außen akquirieren.

Des Weiteren wird die mechanische Werkstatt in Peiting fertiggestellt. Sie ist das erste Ausbildungszentrum außerhalb von Herzogsägmühle. Außerdem sollen die Sanierungen von Haus Obland sowie der vierte Bauabschnitt am Lindenhof beendet werden.

Zum zweiten Mal will sich Herzogsägmühle zudem als Gemeinwohl-Betrieb zertifizieren lassen. Geplant ist es, die Bilanz im November einzureichen, wie Direktor Knorr vorausblickt. 

asn

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