Peitings Weg zum Breitband:

"Unterste Schublade"

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Klaus Dieter Strauß, bei der Telekom der Teamleiter für die Landkreise Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen.

Peiting – Inzwischen habe man den „größten Unmut“ hinter sich. Doch: „Was die Firma da abgeliefert hat, war unterste Schublade.“ Mit diesem Satz kommentiert Bürgermeister Michael Asam die Arbeiten, die heuer für den Breitbandausbau in Peiting erforderlich waren. Da sei es sogar vorgekommen, dass Handwerker um 5.30 Uhr an einer Haustüre geklingelt hätten und den Eigentümern angesagt hätten, dass sie um 7 Uhr nicht mehr aus der Einfahrt kämen. Beauftragt war das Unternehmen StraBaG.

Klaus Dieter Strauß, er ist bei der Telekom Teamleiter für die Ausbauplanung und den Breitbandausbau in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen, verwies auf die schwierige Lage. Man befände sich mittlerweile im vierten Jahr, in dem man Deutschland „komplett umgräbt“. Bei der Masse an Aufträgen und Tiefbauarbeiten sei auch so eine Firma wie StraBag überfordert. Der Fachkräftemangel mache sich bemerkbar; es seien unterschiedliche Bautrupps im Einsatz; zudem würden Subunternehmen herangezogen.

Auf der Bürgerversammlung erklärte Klaus Dieter Strauß, welcher Weg in Peiting eingeschlagen wird, damit möglichst viele Haushalte schnelles Internet nutzen können. Dabei wird in vier Stufen vorgegangen.

Der erste Schritt sei der Eigenausbau der Deutschen Telekom, bei dem das Unternehmen auf eigene Kosten das Netz ertüchtigt. Diese Maßnahme im Kerngebiet der Marktgemeinde sei nahezu abgeschlossen. Die Inbetriebnahme sei für Dezember vorgesehen.

Als zweites stünde der Breitbandausbau im Nahbereich auf der Agenda. Dies geschehe im nächsten Jahr; die Inbetriebnahme soll 2019 erfolgen, blickte Teamleiter Klaus Strauß (Rottenbuch) voraus. Der dritte Abschnitt seien die Bereiche, wo der Ausbau mit der Förderung des Freistaates Bayern vorgenommen wird. Davon würden z.B. Kurzenried und Ramsau profitieren.

In einem vierten Schritt könnten schließlich – dann über das Förderprogramm des Bundes – weitere kleine Ortschaften und Randgebiete erschlossen werden. Dazu gehören der nördliche Rand der Lexe oder Weiler im Südwesten der großen Peitinger Flur. Dies käme nahezu einer vollflächigen Erschließung gleich.

Bei einem Breitbandausbau müssen Datenraten von mindestens 30 Mbit je Sekunde im Download erreicht werden. Doch mit Vectoring-Technik, die man sich wie einen Datenturbo vorstellen kann, sind 100 Mbit je Sekunde zu erreichen.

Breitbandausbau bedeutet in der Regel Glasfaser bis zum Verteiler. Von dort führt ein Kupferkabel bis zum Haus. Je weiter eine Wohnung vom Verteilerkasten entfernt ist, desto mehr wird die Übertragungsrate gedämpft. Es gibt auch die Option, Glasfaser bis ans Grundstück legen zu lassen: Für so einen Hausanschluss sind aber bei der Telekom 600 Euro zu bezahlen.

Johannes Jais

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