Nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben

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„Wir müssen uns anpassen“, sagt Hermann Starnecker, Vorstandssprecher der VR Bank. Auch die Peitinger Filiale wird im Zuge der Umwandlung zur Selbstbedienungsstelle.

Peiting – Fast 50 Prozent Onlinequote, zunehmende Regularien und die anhaltende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank: Auch der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu machen die veränderten Rahmenbedingungen zu schaffen. Als Reaktion werden zum Jahresende drei Filialen in Selbstbedienungsstellen umgewandelt. Betroffen sind neben der Geschäftsstelle in der Liegnitzer Straße in Kaufbeuren die VR Bank-Filialen in Peiting und Lechbruck.

Das Kreditinstitut begründet den Schritt damit, dass die Geschäftsstellen mit Mitarbeitern nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben seien. Das liege zum einen am veränderten Kundenverhalten, die für ihre Bankgeschäfte immer öfter Internet und Telefon nutzen anstatt die Filiale vor Ort. „Die Kunden haben heute andere Ansprüche als früher“, sagt Hermann Starnecker, Vorstandssprecher der VR Bank. „Da müssen wir uns anpassen“. Hinzu kämen politische Gründe wie die andauernde Nullzinspolitik oder die ständig mehr werdenden Regularien. All das werde gerade bei Regionalbanken in den kommenden Jahren zu erheblichen Einnahmeeinbußen und einem enormen Kostendruck führen. Dennoch habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, betont er. „Aber als Vorstand tragen wir die Verantwortung für die wirtschaftliche Zukunft der Bank sowie für unsere Mitarbeiter und Kunden.“

Der Beschluss sei in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat getroffen worden, der frühzeitig eingebunden gewesen sei und sich aktiv und beratend eingebracht habe. Auch die örtlichen Vertreter seien bereits vorab in persönlichen Gesprächen über die Gründe informiert worden. Die Information der Kunden erfolge per Brief.

Mitarbeiter der Bank müssen trotz Umstrukturierung nicht um ihren Job fürchten. Allerdings haben sie künftig einen anderen Arbeitsweg. „Die Berater wechseln in der Regel in die nächstgelegene Geschäftsstelle“, sagt Michael Ferk, der den Privatkundenbereich bei der VR Bank verantwortet. „Es gibt deshalb keine Kündigungen“, betont er. Zwei Mitarbeiter hätten sogar die Chance genutzt, sich innerhalb der Bank weiterzuentwickeln. In Peiting und Lechbruck können Kunden auf Wunsch zudem weiter vor Ort beraten werden, da die Büros in den bankeigenen Gebäuden erhalten bleiben und nach Bedarf besetzt werden sollen. „Nach telefonischer Vereinbarung beraten wir unsere Kunden hier weiter wie gehabt“, versichert Starnecker.

chpe

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