Weitere Attraktion am Lido

Platz zum Toben für die jungen Lechpiraten

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Bei schönem Sommerwetter nur früh morgens eine menschenleere Oase: Der Schongauer Lido. Zusätzlich zu Badesteg und Relax-Liegen will die Stadt nun eine naturnahe Spielerlebnisstation für Kinder schaffen.

Schongau – Badesteg, Badeinsel und jüngst die hölzernen Relax-Liegen: Am Schongauer Lido hat die Stadt zuletzt viel unternommen, um die beliebte Badestelle am Lechstausee aufzuwerten. Bald können sich vor allem jüngere Besucher auf eine weitere Attraktion freuen. In der Nähe des Bootshauses soll eine naturnahe Spielerlebnisstation geschaffen werden. Die Entscheidung im Bauausschuss fiel einstimmig, unumstritten war sie aber nicht.

Es war nicht das erste Mal, dass sich das Gremium mit dem Vorschlag einer Spielmöglichkeit für Kinder am Lido auseinandersetzte. Schon vor zwei Jahren habe CSU-Stadträtin Kornelia Funke das Thema auf die Agenda gebracht, erinnerte Bürgermeister Falk Sluyterman. 

Damals wurde die Idee allerdings nicht weiterverfolgt, weil Plantsch-Geschäftsführer Andreas Kosian von einer weiteren Aufwertung abriet. Seine Sorge: Badewillige könnten sonst den Lido gegenüber dem Spaßbad bevorzugen. Diese Bedenken würden Kosian mittlerweile allerdings nicht mehr umtreiben, erklärte Sluyterman, der darauf hinwies, dass der Lido gerade für finanziell schwächere Familien eine wichtige Alternative darstelle. 

„Auch wir sehen den Lido nicht als Konkurrenz zum Plantsch“, erklärte auch CSU-Fraktionschef Michael Eberle, dessen Partei den erneuten Anlauf initiiert hatte. Treibende Kraft war dabei der frühere CSU-Stadtrat und Ehrenringträger Peter Blüml, der von den Besucherstühlen aus dementsprechend mit Interesse die Ausführungen von Stadtbauamtsmitarbeiter Thomas Ola verfolgte.

Dieser hatte zwei mögliche Varianten erarbeitet. Erstere sah einen eher konventionell anmutenden Spielbereich mit Kletterturm, Sandkasten samt Bagger, Schaukel und Wipptier vor. Die Kosten bezifferte Ola auf rund 11 000 Euro. Nachteil: Die Standardgeräte könnten nur in der Ebene sicher montiert werden, weshalb erst ein Plateau geschaffen werden müsste, was wiederum umfangreiche Erdarbeiten zur Folge hätte.

Ohne solch massiven Eingriff in die Landschaft kam dagegen die zweite Variante aus, die Ola vorstellte. Als naturnahe Spielerlebnisstation mit hölzernem Floß und Kletterelementen sei diese individuell an das Gelände anpassbar und bestens geeignet für fantasievolle kleine Lechpiraten, wie Ola schmunzelnd erläuterte. „Damit würden wir die Themen Wasser und Flößerei gut aufgreifen.“ Finanziell sei dieser Vorschlag mit rund 14 000 Euro zwar ein wenig teurer, allerdings ließen sich die Kosten durch Mitarbeit des Bauhofs voraussichtlich noch reduzieren, wies der Stadtbauamtsmitarbeiter hin. In beiden Fällen sei der am besten geeignete Standort nahe dem Bootshaus, da dort das Gelände am flachsten sei und zudem Eltern ihre Kinder auch von der Gaststätte aus im Blick hätten.

Da laut Ola im Haushalt noch Gelder aus dem Posten Badeinsel übrig sind, die für das Projekt verwendet werden könnten, wäre die neue Attraktion noch heuer umsetzbar – allerdings erst zum Ende der Badesaison. Und nur, falls sich die Stadt mit dem Grundstücksbesitzer einigt. Denn die Fläche gehört der Eon-Tochter Uniper, welche die Lechstaustufe 6 betreibt. Außerdem muss die Stadt einen Bauantrag stellen, da sich das Vorhaben im Außenbereich abspielt.

Im Gremium war man sich schnell einig, dass nur die naturnahe Spielerlebnisstation in Frage komme. „Das passt hier besser, da ist der Bezug da“, sagte etwa Martin Schwarz (SPD). Kornelia Funke (CSU) regte an, noch zusätzlich ein Wipptier aufzustellen („Die sind immer sehr gefragt“), doch da bremste sie ihr Fraktionschef ein. „Wir müssen nicht alles an jedem Spielplatz bieten.“

Kritisch äußerte sich dagegen Bettina Buresch. Zwar hielt die ALS-Stadträtin auch Variante zwei für die geeignetere. Allerdings machte sie keinen Hehl daraus, dass sie das Vorhaben generell für überflüssig halte. „Ich verstehe nicht, warum man den Lido unbedingt weiter aufmotzen muss.“ Zumal es schon jetzt an Parkplätzen mangele, was ein Mehr an Besucher gar nicht zulasse. „Es gibt viele Leute, denen dort unten der Trubel zu viel wird und die nicht mehr hingehen.“

Man könne es nicht allen recht machen, hielt der Bürgermeister entgegen. Was das Parkplatz-Problem anging, räumte er ein: „Da müssen wir eine Lösung finden.“ Allerdings bezweifle er, dass der Spielplatz die Situation verschlimmern werde.

Das letzte Wort hatte schließlich Peter Blüml, der es nicht mehr still auf seinem Besucherplatz aushielt. Er müsse Bettina Buresch zum Teil recht geben, sagte der frühere Stadtrat. Gerade zu Ferienzeiten herrsche am Lido ordentlich Betrieb. „Aber“, versicherte er, „die Dauergäste sind alle noch da.“ chpe

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