Vorhaben wird noch geprüft

Bekommt Schongau-West ein Boardinghouse?

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Oberhalb von Fressnapf und Penny könnte schon bald ein sogenanntes Boardinghouse Einzug halten. Das Bauamt prüft derzeit, warum ein ähnliches Vorhaben 2013 abgelehnt wurde.

Schongau – Bekommt das Ensemble an der Bernbeurener Straße 2 und 2a endlich eine neue Bestimmung? Wenn es nach dem neuen Eigentümer geht, soll in den Obergeschossen von Fressnapf und Penny ein sogenanntes Boardinghouse entstehen. Grundsätzlich hat der Bauausschuss dem Vorhaben erst einmal zugestimmt. Da dort allerdings schon einmal ein ähnliches Projekt geplant war, muss zunächst geprüft werden, warum man dies damals ablehnte.

Ein ähnlicher Antrag beschäftigte den Stadtrat 2013. Damals war ein Hotel Garni in den Räumen vorgesehen. Das Gremium lehnte ab. Offenbar bestanden Befürchtungen, dass die Gäste das Angebot nutzen könnten, um dort länger als zwei Monate günstig zu wohnen – was nicht erlaubt ist. Außerdem sei man zu dem Entschluss gekommen, dass die Räumlichkeiten für ein Hotel zu klein seien, hieß es vom damaligen Antragsteller. Zudem spielten wohl auch Bedenken hinsichtlich der benachbarten Tabledance-Bar in die Entscheidung hinein. In der Zwischenzeit wurden die Räume als Lager und Fitnessstudio genutzt.

Das nächste Kapitel zu dem Ensemble dann im September 2017: Der Bauausschuss musste sich mit einem Antrag beschäftigen, der eine Gaststätte im Obergeschoss vorsah. Ein solches Gewerbe sei dort grundsätzlich zulässig, hieß es in der Sitzung von Stadtbaumeister Sebastian Dietrich. Ein verglaster Außenaufzug und ein Wintergarten waren ebenfalls Bestandteil des damaligen Antrages. Hier sah Dietrich aber eine Problematik: Die Zahl der Stellplätze könnte nicht ausreichend und eine Begrenzung der Fläche im Wintergarten dadurch erforderlich sein. Das Gremium lehnte den Antrag für Gaststätte, Aufzug und Wintergarten einstimmig ab.

Die beiden Gebäude sind zwischenzeitlich verkauft worden, wie Bauamtsmitarbeiter Bernd Liebermann in der Bauausschusssitzung am Dienstag erläuterte. Der neue Eigentümer beabsichtigt nun, die Obergeschosse um- bzw. auszubauen und einen Boardinghousebetrieb – eine Art Herberge oder Pension – zu errichten. Die Nutzung der beiden Erdgeschosse soll dabei, laut Liebermann, weitgehend unverändert beibehalten werden. Die Größe des Betriebes wird auf zirka 40 Betten beziffert.

Als Zielpersonen sieht der neue Eigentümer, der einen solchen Betrieb bereits seit mehreren Jahren im Landkreis Aichach-Friedberg führt, Durchreisende, Handwerker, Radfahrer und Wanderer vor. Die Aufenthaltsdauer gibt er dabei zwischen ein bis sieben Tagen an.

Einige Bauausschussmitglieder erinnerten sich jedoch an den Antrag aus dem Jahr 2013. „Damals haben wir abgelehnt. Da müsste man nachforschen, was da der Grund war“, befand Stephan Hild (UBV). Diese Prüfung finde derzeit statt, wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich auf Nachfrage des Kreisboten sagt. Es wirke aber alles in sich schlüssig und er sehe derzeit keine Gefahr für das Vorhaben.

Bei dem Restaurant-Projekt 2017 habe die Parkplatzsituation bzw. die Ausgestaltung des Parkplatzes eine wesentliche Rolle bei der Ablehnung gespielt, erinnert sich Dietrich. Die Pläne des Bauwerbers sollen dahingehend auf jeden Fall auch noch entsprechend geprüft werden.

Spricht sonst nichts dagegen, steht dem Boardinghouse nichts im Wege. Der Bauaussschuss hat sich einstimmig für das Projekt ausgesprochen. „Da gibt es bestimmt eine große Nachfrage“, so die Überzeugung von Bettina Buresch (ALS). 

Astrid Neumann

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