Gegen die Empfehlung des Marktbaumeisters

Bauen am Peitinger Hochweg: Wenig Gängelung

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14 Häuser werden am Hochweg entstehen. Den künftigen Eigentümern werden – im Gegensatz zu den Wohngebäuden in der Lexe – von der Dachform bis zur Einfriedung kaum Vorgaben gemacht.

Peiting – „Städtebaulich nicht sinnvoll“: Diese Worte münzt Marktbaumeister Fabian Kreitl auf die Lockerungen, die im kleinen Wohngebiet am Hochweg zugelassen werden. Er ist aber im Gemeinderat, wo die Mehrheit eher die Parole „Wenig Gängelung“ ausgab, gleichsam überstimmt worden.

Der Hochweg liegt im Norden Peitings. Dort sollen 14 Grundstücke am kleinen Kreisel der Wanderhofstraße erschlossen werden. Notwendig ist dafür der Bebauungsplan „Am Hochweg“, für den nun die Stellungnahmen abgewogen wurden und der formelle Beschluss gefasst wurde.

Zuletzt konnten die sogenannten Träger öffentlicher Belange ihre Bedenken und Anregungen vorbringen. Unter anderem meldeten sich das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und die Stadt Schongau als Nachbarkommune zu Wort.

Ausführlich war der Einwand eines Bürgers. Der schrieb an die Gemeinde, dass man Peiting als Ort sehe, wo Tradition mit Moderne in Einklang gebracht werden könne. „Wir planen unser Haus nicht als einen futuristischen Betonbunker, wir würden jedoch gerne ein klassisches zeitloses Haus mit Walmdach bauen“, beschrieb der künftige Eigentümer seinen Wunsch. Weitere Vorschläge betrafen Lockerungen bei der Dacheindeckung, das Garagendach, Abgrabungen für ein Zimmer im Keller und die Einfriedung.

Marktbaumeister Kreitl betonte eingangs, es sei falsch, von einer Gängelung zu sprechen. Es gehe um die Wahrung des Ortsbildes. Er bekräftigte am Mittwoch auf Nachfrage des Kreisboten, dass fürs Wohngebiet in der Lexe zwei Bebauungspläne mit klaren Regelungen vorliegen und dass dort ein Satteldach zwingend sei. Soll heißen: Auf der Südseite des Hochwegs macht man klare Vorgaben, auf der Nordseite gäbe es bei den neuen Häusern die große Freiheit.

Für möglichst wenige Gängelungen plädierte Thomas Elste (Grüne). Man solle die Klauseln öffnen. Auch bezeichnete er die Vorgabe von Holzzäunen, wie sie in den angrenzenden Bebauungsplänen erwähnt sind, als „kleinkariert“. Außerdem sei davon auszugehen, dass in 20 bis 30 Jahren die Wiese auf der Nordseite auch Bauland werde.

Norbert Merk (CSU) erinnerte an eine Besichtigung des Peitinger Gemeinderates vor mehreren Jahren in Holzhausen, wo zwar Baugrenzen einzuhalten waren, wo man aber den Bürgern und Häuslebauern „große Freiheit lässt“. Susann Tabatabai-Schweizer (Grüne) formulierte ihre Meinung so: „Das Wohlgefühl der Bürger sollte schon auch berücksichtigt werden.“

Bürgermeister Ostenrieder ließ zu jedem Punkt des Bürgereinwandes abstimmen. Pult- und Walmdächer wurden – konträr zum fachlichen Statement des Marktbaumeisters – mit 15 zu neun Stimmen befürwortet. Dafür, dass die Farbe der Dachziegel frei zu wählen ist, votierte eine Mehrheit von 16 Räten. Noch mehr, nämlich 18 Räte, waren mit einer Abgrabung am Haus einverstanden, wodurch sich ein Zimmer im Keller durch Einfall von Tageslicht gut nutzen lässt. Und was den Zaun angeht, so waren ebenfalls 18 der 24 Räte dafür, die bisherige Vorgabe (Holz als Material) fallen zu lassen.

jj

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