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Baumrißstraße in Schongau: Vorerst doch keine Einbahnstraße

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Von: Astrid Neumann

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Einbahnstraße
Die Baumrißstraße wird vorerst keine Einbahnstraße werden. Der Bauausschuss hat den Beschluss aufgehoben. © Symbolfoto: Panthermedia/Marion bischoff

Schongau – Eine Einbahnregelung für die Baumrißstraße, um die Alpspitzstraße zu entlasten, wird es vorerst nicht geben. Stattdessen soll sich nun ein Planungsbüro mit dem Verkehr im Forchet V genauer auseinandersetzen.

Der Bau- und Umweltausschuss hat in seiner Sitzung am 28. Juni beschlossen, die nördliche Baumrißstraße zwischen Abzweigung Tränkhaldeweg und Alpspitzstraße für einen Probebetrieb von August 2022 bis August 2023 in eine Einbahnstraße umzuwandeln (wir berichteten). „Das Thema hat hohe Wellen geschlagen“, so Bürgermeister Falk Sluyterman in der jüngsten Sitzung des Gremiums am vergangenen Dienstag.

Eine Vielzahl von Stellungnahmen und Eingaben betroffener Bürger haben die Stadt dazu erreicht. Des Weiteren wurde eine Unterschriftenliste der Stadtverwaltung zugestellt, deren Unterzeichner die erneute Prüfung der Sachlage und die Aussetzung des Beschluss fordern. „Die Zuschriften waren zum Teil befremdlich“, so das Stadtoberhaupt in der Sitzung. Es sei lange diskutiert und nach objektiven Kriterien entschieden worden. Zudem sei das gesamte Gebiet bei der Entscheidung betrachtet worden. Dennoch schlug Sluyterman vor, dem Vorschlag vieler Anwohner zu folgen und einen Verkehrsplaner zu beauftragen. „Viele trauen das der Verwaltung offenbar nicht zu“, so der Rathauschef. Vielleicht habe die Aussage eines Planers auch mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung.

Das Geld für einen Planer sei in diesem Fall gut angelegt, befand Kornelia Funke (CSU). Auch Bettina Buresch (Grüne) zeigte sich „sehr froh“ über den Vorschlag. Es sei keine schöne Sache, wenn man von verschiedenen Seiten bedrängt wird, schilderte sie ihre Erfahrungen in den letzten Wochen. „Ein neutrales Büro mit neutralen Vorschlägen wird die Luft rausnehmen“, ist Buresch überzeugt.

Auch Nina Konstantin (ALS) unterstützt das Vorgehen. Jedoch gab sie zu bedenken, dass auch von einem Planungsbüro vielleicht mehrere Varianten zur Abstimmung kommen, so wie es auch bei der Entscheidung des Bauausschusses im Juni war. „Dann muss Schluss sein. Die Entscheidung muss dann auch akzeptiert werden“, hob sie hervor.

Sie habe für die Einbahnregelung gestimmt und dazu stehe sie auch nach wir vor, betonte Ilona Böse (SPD). Sie appellierte an das Miteinander, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmern. Zudem gab sie zu bedenken, sich in Zukunft mehr Zeit für solche Entscheidungen zu nehmen und die Bürger direkt vor Ort mitzunehmen.

Der Verkehr in dem Viertel sei ja auch hausgemacht, wand Buresch ein und ermutigte, kurze Wege mit dem Fahrrad zu bewältigen. Zudem wäre die Entscheidung ohnehin nur temporär für ein Jahr gewesen. Wenn sich jeder an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würde und gegenseitig Rücksicht nehmen würde, gäbe es das Problem nicht, warf auch Sluyterman ein.

Der Beschluss zur Einbahnregelung vom Juni wurde in der jüngsten Sitzung mit 7:2 Stimmen aufgehoben. Ein Verkehrs­planer soll nun beauftragt werden, wie mit einer Gegenstimme beschlossen wurde. Die weitere Beratung zu dem Thema werde sich nun bis nach der Sommerpause verzögern.

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