Letzte Hürde genommen

Baurechtliches Verfahren zum Peitinger Marienheim-Projekt jetzt abgeschlossen

Bagger
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Baurechtlich ist das Verfahren zum Marienheim-Projekt jetzt durch.
  • VonJohannes Jais
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Peiting – Politisch war der August 2020 ein Meilenstein zum Marienheim-Neubau, als beim Bürgerentscheid eine große Mehrheit für dieses Projekt war. Baurechtlich ist nun der Herbst 2021 ein wichtiges Datum. Das aufwändige Verfahren ist abgeschlossen; bald können die Bagger auf dem Gelände im Osten Peitings mit dem Aushub beginnen.

Je mit 16:6 Stimmen befürworteten die Gemeinderäte sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch den „vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Sondergebiet am Bühlach“. Es war die letzte Abwägung mit dem Satzungsbeschluss. Damit findet das baurechtliche Verfahren sein Ende.

Das Prozedere hatte sich verzögert. Grund war die Regenwasserableitung (wir berichteten). Im Sommer stoppte die Gemeinde nach einem Starkregenereignis mit Überschwemmung die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanes. Es wurde eine Engstelle im Kanal gefunden. In der Abwägung steht, dass beim Abfluss eine Drosselung auf zehn Liter pro Sekunde durch eine Rückhaltemaßnahme vorgegeben wird. Außerdem wird die Engstelle im Kanal vor der Inbetriebnahme des neuen Marienheims beseitigt, heißt es von Seiten der Gemeinde.

Ohne Einzäunung

Ein Bürger brachte den Einwand, dass ein Zaun ums Gelände notwendig wäre. Bei den Patienten in der sozialtherapeutischen Einrichtung handle es sich um ein schwieriges Klientel, die im Gebiet am Bühlach wohnenden Kinder müssten beschützt werden. Der Markt Peiting habe für die Sicherheit aller Bürger zu sorgen.

In der Abwägung heißt es, die baulichen Gegebenheiten der Planung entsprächen den Qualitätsstandards für geschlossen geführte Heimeinrichtungen. Das Konzept sehe eine Öffnung der Freiflächen zur Bühlachstraße hin vor. Die Wiese solle im Sinne der Inklusion einerseits den Bewohnern Aufenthalt bieten und andererseits örtlichen Vereinen die Möglichkeit schaffen, Bienenhäuschen oder einen kleinen Stall zu errichten.

Das Ziel für die Bewohner des Marienheims laute „So wenig Beschränkungen wie möglich – so viel Kontrolle wie nötig.“ Klienten, die nicht in die Außenanlagen dürfen, bekämen nur Zugang zu den beiden geschützten Innenhöfen. Auch am alten Marienheim an der Bahnhofstraße habe es in der Vergangenheit keine Gefährdung Außenstehender gegeben, argumentiert der Markt Peiting. Die Polizeieinsätze seien aus Gründen der Selbstgefährdung notwendig gewesen.

Zuständig für die Sicherheit der Bewohner sei die Arbeiterwohlfahrt Oberbayern; sie hat die Trägerschaft für das neue Marienheim. Vorgesehen sei der Einbau einer Schließanlage. Gemeinderat Andreas Barnsteiner fragte, wie die Technik der Türen bei Blitz­einschlag gewährleistet sei. Dazu erklärte Christian Ufer vom Planungsbüro Terrabiota, er sei kein Elektrotechniker, aber da gebe es eine sichere Lösung. Gemeinderat Norbert Merk ergänzte, da müsse auf jeden Fall eine „Notsicherung zur Entriegelung“ installiert werden.

Ein anderer Bürgereinwand betraf den Standort am Hanggelände des Bühlach, der aus Sicht der Wasserwirtschaft problematisch zu bewerten sei. Die Gemeinde hätte der AWO ein ebenerdiges Gelände anbieten können, zumal man inzwischen mehrere Baugebiete habe. Dazu erklärte Bürgermeister Peter Ostenrieder, der Preis für Wohnbauland liege weit über dem, was die AWO Oberbayern für ein Grundstück bezahlen könne. Bauland und Flächen für Gemeinschaftsbedarf seien preislich nicht zu vergleichen. Das Marienheim in einem Gewerbegebiet anzusiedeln, scheitere am Schallschutz.

Ostenrieder verwies noch auf die Stellungnahme des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege. Der ist der Meinung, das kompakte zwei- bis dreigeschossige Gebäude des Marienheims mit Innenhof eigne sich sehr gut als Abschluss des Ortsrandes. Auch die Gestaltung mit Streuobstwiesen am Ortsrand werde positiv bewertet.

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