Verfahren für acht Grundstücke durch:

Baureife für Peitinger Gewerbegebiet an der Bergwerkstraße

Bergwerkstraße Peiting Gewerbegebiet
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Im Gewerbegebiet an der Bergwerkstraße sind schon die Bagger angerückt. Am Ende der Stichstraße wird ein Wendehammer errichtet.
  • VonJohannes Jais
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Peiting – Baureif ist das zwei Hektar große Gewerbegebiet westlich der Bergwerkstraße, wo acht Grundstücke ausgewiesen werden. Denn das Verfahren für die Bauleitplanung ist jetzt durch, man befindet sich auf der Zielgeraden. Der Gemeinderat hat ein letztes Mal Hinweise von Behörden abgewogen; einstimmig hat das Gremium sowohl die Änderung des Flächennutzungsplanes als auch die Aufstellung des Bebauungsplanes gebilligt. 

Die Arbeiten für die Erschließung sind bereits aufgenommen, wie der Blick auf die Bagger, Rohre und Container auf dem Gelände zeigt. Damit betraut ist eine Schongauer Firma, die Straße, Wasserversorgung und Kanal herstellt. An der Stichstraße, die nach Westen führt, wird ein Wendehammer mit 18 Metern Durchmesser ausgebildet, wo große Lkw wie ein Lösch­fahrzeug der Feuerwehr ohne Rückwärtsstoßen wenden können.

Wohnungen für Betriebsleiter sollen nicht erlaubt sein. „Damit kaufen wir uns nur Ärger ein“, argumentierte Bürgermeister Peter Ostenrieder. Er meinte damit Konflikte wegen Schallemissionen, wo es bei den Grenzwerten einen Unterschied zwischen Gewerbe und Wohnen gibt. Ausgeschlossen werden in dem neuen Gebiet Tankstellen, Anlagen für sportliche Zwecke und Vergnügungsstätten. Erlaubt werden soll Einzelhandelsfläche.

Darauf nahm Franz Seidel, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung, am Ende der Sitzung nochmals Bezug. Einzelhandel solle möglichst in der Ortschaft stattfinden. Es gebe da mehrere Gebäude, die genutzt werden können. Dafür sei ihm der Grund da draußen zu schade, fügte Seidel hinzu, der mit seiner Firma (Lohnunternehmen/Versicherung) Nachbar zum neuen Gewerbegebiet ist.

„Da sind wir uns alle einig“, antwortete Rathauschef Ostenrieder. Der Passus mit dem Einzelhandel werde deswegen aufgenommen, weil evtl. Gewerbebetriebe ansiedeln, die zusätzlich einen Verkaufsraum bräuchten.

Zwei Brunnen

Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) erinnerte daran, dass von insgesamt vier Brunnen auf den Feldern westlich der Bergwerkstraße noch zwei von der BMI (Bayerische Milchindustrie) genutzt werden. Es müsse gewährleistet sein, dass in Zeiten der Trockenheit noch genug Wasser komme und die Fließrichtung eingehalten werde.

Der Bürgermeister sagte dazu, dass sich mit dem neuen Baugebiet an der Bergwerkstraße nichts an der Fließrichtung des Grundwassers ändere. Da sei man „auf der sicheren Seite“. Weder das Wasserwirtschaftsamt Weilheim noch die Regierung von Oberbayern hätten darauf besonders hingewiesen.

Der Markt Peiting hat im September ein Schreiben mit wesentlichen Informationen zu den geplanten Gewerbegebieten zusammengestellt. Klargestellt wird damit gegenüber der Regierung von Oberbayern, dass es sich um keine Außennutzung handle. Entwickelt würden vielmehr innerorts liegende landwirtschaftliche Flächen.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erklärte, dass durch das Gewerbegebiet knapp ein Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche verplant werde. Den Verbrauch an landwirtschaftlicher Nutzfläche sehe man „zunehmend mit Sorge“. In der Abwägung wird seitens der Gemeinde nur darauf hingewiesen, dass die Bewirtschaftung der angrenzenden Flächen nicht beeinträchtigt werde.

Zur Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes bezog die Gemeinde so Position: Das geplante Baugebiet liege nicht in einem durch Hochwasser gefährdeten Gebiet. Gewässer seien so weit entfernt, dass sich daraus keine Beeinträchtigung ergebe. Hochwasser-Schutzmaßnahmen seien dort weder wirtschaftlich noch sinnvoll.

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