Wieder Sanierung einer Hauptverkehrsader:

Bau-Start auf der Umgehung Schongau/Peiting naht

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In drei Abschnitte aufgeteilt werden die Sanierungsarbeiten auf der Umgehung, wo heuer noch der Bereich südlich und östlich von Peiting (1) ansteht.

Peiting/Schongau – Nach den vielen Maßnahmen an Straßen und Brücken in und um Schongau wird heuer sogar noch die Umgehung zur Baustelle. Von Mitte September bis Ende Oktober soll diese Hauptverkehrsader auf der sieben Kilometer langen Trasse von der Ausfahrt Peiting-West bis nach Hohenbrand saniert werden. Nächstes Jahr werden dann die Deckschicht und die Binderschicht vom Osten der Lechtalbrücke bis kurz vor Hohenfurch erneuert.

Die drei Bereiche südlich und östlich von Peiting werden vorgezogen und bereits heuer in Angriff genommen, damit es nächstes Jahr nicht zu einer vier Monate andauernden Beeinträchtigung kommt. So informierte Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt neulich die Marktgemeinderäte.

Die Umfahrung Schongau/Peiting, die zwischen Hohenfurch und Hohenbrand 16 Kilometer misst, war von 1988 bis 1998 in vier Abschnitten gebaut worden. Herzstück ist die 560 Meter lange Brücke über den Lech­stausee. Dort wurden die meisten gefährlichen Spurrillen festgestellt. Doch wolle man damit heuer an der Lechtalbrücke nicht beginnen, weil zeitgleich Bauarbeiten an der Brücke über den Mühlkanal in Schongau erfolgen (Staatsstraße 2014). So schilderte es Lenker, Abteilungsleiter für den Straßenbau im Landkreis Weilheim-Schongau.

Drei Etappen

Der sieben Kilometer lange Abschnitt der B 472, der ab Mitte September zur Baustelle wird, wird in drei Bereiche gegliedert: erstens die Strecke zwischen der Ausfahrt Peiting-West und Peiting-Süd, zweitens der Bereich zwischen Peiting-Süd und Peiting-Ost sowie drittens von Peiting-Ost bis hinter Hohenbrand. Wo im September begonnen wird, gelte es laut Lenker noch abzusprechen.

In die Sanierung investiert der Bund auf dem sieben Kilometer langen Abschnitt zwei Millionen Euro. Für die gesamte Umgehung werden es zirka sechs Millionen sein. Lenker zufolge sind nicht nur Rillen in der Deckschicht zu beseitigen, sondern auch Netzrisse in der Binderschicht darunter. Bei der starken Tragschicht seien nur an einzelnen Stellen Flecken auszufräsen.

20 Jahre seien doch kein Zeitraum für eine neue Straße; sei da etwa schlampig gearbeitet worden, oder liege es an der Zunahme des Verkehrs mit den schweren Lkw? Diese Frage richtete Gemeinderat Andreas Barnsteiner (BVP) an Lenker, der zusammen mit Sachgebietsleiter Alois Stapf (Bau und Planung) in die Sitzung gekommen war.

Von Lenker bekam Barnsteiner zur Antwort, dass die „Lebenszeit“ einer Deckschicht zwischen zehn und 15 Jahre betrage. Doch auch die Verkehrsbelastung (Zunahme pro Jahr um zwei Prozent) sei ein Grund. Der Fahrbahn-Aufbau soll daher um fünf Zentimeter verstärkt werden, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Bauabschnitt 1 könne in drei Wochen, Bauabschnitt 2 in bis zu vier Wochen und der letzte in zwei Wochen abgewickelt werden, blickte Lenker voraus. Solange sei eine Umleitung des Verkehrs durch Peiting – hauptsächlich über die Füssener Straße (alte B 17) und die Münchner Straße (alte B 472) – vorgesehen.

Vorschläge der Räte

Gemeinderat Herbert Salzmann (SPD) machte sich dafür stark, die Umleitung keinesfalls über die Füssener und die Ammergauer Straße zu führen, wenn zwischen Peiting-West und -Süd saniert werde. Er regte gar an, den Verkehr von der B 17 zur B 23 weiträumig über Ilgen und Rottenbuch zu steuern. Doch stellt sich die Frage, ob diese schmale und kurvige Staatsstraße als Ausweichroute für Lkw geeignet ist.

Peter Ostenrieder (CSU) verlangte, Verkehr aus Oberammergau/Rottenbuch mit Ziel Schongau/Peiting auf der Umgehung bis zur Ausfahrt Peiting-Ost zu lenken, auch wenn dies einen deutlichen Umweg bedeute. So könne die Dorfmitte vor einer Blechlawine bewahrt werden.

Die Beanspruchung der gemeindlichen Straßen während der Bundesstraßen-Sanierung könne nicht kostenfrei erfolgen, kam Herwig Skalitza (CSU) auf den finanziellen Aspekt zu sprechen. Lenker meinte, eine Leistungsgebühr könne das Bauamt dafür schon an die Marktgemeinde entrichten. Deren Höhe lege ein externes Büro fest.

Ostenrieder wurde konkret: Gerecht sei eine Regelung, dass sich der Staat zur Hälfte beteilige, wenn die Gemeinde mal innerorts Schäden an den ehemaligen Bundesstraßen beseitige und dazu noch einen Flüster­asphalt auftrage. Bürgermeister Asam meinte, die Schäden seien erst Wochen oder Monate nach den Umleitungsmaßnahmen zu erkennen. Eine Beweissicherung sei schwierig.

Norbert Merk (CSU) und Ostenrieder gaben zu bedenken, dass in Peiting im Gegensatz zu den anderen vier großen Städten und Marktgemeinden des Landkreises keine einzige Kreisstraße oder Staatsstraße durch den Ort führe (mit der Ausnahme der St 2014 in Birkland). Für den Unterhalt der ehemaligen Bundesstraßen müsse die Kommune selbst aufkommen, während beispielsweise in Schongau Maßnahmen an der St 2014 auf vier Kilometer Länge vom Staat übernommen werden.

Kritik an vielen Baustellen

Außerdem übte Merk Kritik an der Massierung der Baustellen im Schongauer Land, womit er von Bernbeuren über Schongau bis zur Lechbrücke zwischen Kinsau und Apfeldorf blickte. „Sie vergrätzen die Bevölkerung, dass es nicht mehr schön ist“, rief er den Vertretern des Staatlichen Bauamtes zu.

jj

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