Bauträger kauft Merkle-Häuser am Marienplatz

"Die Lage ist spitze"

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Sind verkauft: die Häuser am Marienplatz 10 und 12.

Schongau – Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass Richard Merkle seine Häuser am Marienplatz 10 und 12 in der Schongauer Altstadt verkauft hat (der Kreisbote berichtete). An wen, darüber herrschte jedoch zunächst Stillschweigen. Am Montag lüftete die Sparkasse, die der Besitzer mit dem Verkauf betraut hatte, das Geheimnis. Neuer Eigentümer des Objekts ist die ICB Immobilien Consulting GmbH aus Herrenberg in der Nähe von Stuttgart.

Seit dem Sommer vergangenen Jahres hatte die Sparkasse im Auftrag von Richard Merkle nach einem Käufer für das ehemalige Hotel Schrimpf und dessen Nachbargebäude gesucht. 1,4 Millionen Euro sollte das mitten im Herzen der Schongauer Altstadt gelegene Objekt mit rund 2300 Quadratmeter nutzbarer Fläche kosten. Ob seine Gesellschaft tatsächlich so viel gezahlt hat, das will Gerd Böckle nicht verraten. Der Geschäftsführer der ICB Immobilien Consulting GmbH ist jedenfalls überzeugt, ein gutes Geschäft gemacht zu haben.

Per Zufall sei er auf die Immobilie aufmerksam geworden, erklärt er. Aktuell baue seine Firma, die ihren Sitz im rund zweieinhalb Stunden entfernt liegenden Herrrenberg hat, in Bad Kohlgrub das ehemalige Hotel Maximilian in 24 Wohnungen um. Die Zusammenarbeit mit Architekt und Handwerkern vor Ort laufe sehr gut, weshalb man sich nach einem weiteren Objekt in der Gegend umgesehen habe, erklärt der Geschäftsführer.

Fündig wurde er Anfang Dezember in Schongau und von da an ging alles ganz schnell. Böckle nahm die Häuser gemeinsam mit seinem Architekten unter die Lupe. Auch Besitzer Richard Merkle war bei einem Termin mit vor Ort. In der vergangenen Woche folgte die Unterschrift unter den Kaufvertrag.

Natürlich hat sich Böckle im Vorfeld Gedanken gemacht, wie es mit dem Objekt, das zu einem großen Teil seit Jahren leer steht und dringend sanierungsbedürftig ist, weitergehen soll. Die Lage sei spitze, geradezu ideal für stadtnahes Wohnen, schwärmt der Geschäftsführer. Genau das sei aktuell sehr gefragt.

Auf diesem Gebiet kennt sich Böckle aus. Seine Gesellschaft ist spezialisiert auf hochwertigen Wohnungsbau, hat in der Vergangenheit schon einigen denkmalgeschützten Immobilien neues Leben eingehaucht. „Wir wissen, was auf uns zukommt.“

Wohnungen spielten auch schon in den Umbauplänen eine Rolle, mit denen Richard Merkle vor einem Jahr an die Öffentlichkeit gegangen war. Doch viel mehr Aufmerksamkeit rief dessen Vorhaben hervor, im Erdgeschoss und ersten Stock eine große Modekette anzusiedeln. Weil die Verhandlungen angeblich weit gediehen waren, erfüllte der Stadtrat prompt die Forderung nach einer Fußgängerzone am Marienplatz.

Während diese noch in diesem Frühjahr umgesetzt werden soll, scheint der Traum vom Modemagneten für die Schongauer Altstadt allerdings in weite Ferne zu rücken. Zwar sagt Böckle: „Es ist klar, dass das Erdgeschoss Gewerbefläche bleibt“. Er wisse außerdem, dass es in der Vergangenheit Verhandlungen mit H&M gegeben habe. „Wenn wir einen solches Geschäft bekommen können, sagen wir natürlich nicht Nein.“

Allerdings verlange der Filialist seines Wissens nach eine Fläche von mindestens 2000 Quadratmetern, was schwer zu erfüllen sei, dämpft er die Erwartungen. „Wir werden aber auf jeden Fall zeitnah das Gespräch suchen.“ Die Fußgängerzone, auch das lässt Böckle wissen, habe bei der Entscheidung für einen Kauf keine Rolle gespielt.

Was den Zeitplan angeht, hat der Geschäftsführer schon eine klare Vorstellung. Schon in drei bis vier Monaten sollen die Bauanträge für die Sanierung eingereicht werden. Im Herbst könnten dann die Bauarbeiten beginnen. „Bis dahin sind wir mit dem Umbau in Bad Kohlgrub fertig.“ Die Kosten sind immens. Laut Böckle liegen sie zwischen 1600 und 3000 Euro pro Quadratmeter.

Christoph Peters

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