Erlesener Kreis

Bayerns Best 50: Schongauer Musikhaus Kirstein unter den Preisträgern

Kirstein Best50 Musikhaus
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Musikhausgründer Klaus Kirstein (rechts) und Geschäftsführer Roman Thomas freuten sich vor Weihnachten über ein besonderes Päckchen.

Schongau – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verleiht den 50 wachstumsstärksten Mittelständlern jährlich den Preis „Bayerns Best 50“. Mit dem Musikhaus Kirstein ist auch ein Schongauer Unternehmen darunter. In der Preisträgerliste tauchte die Lechstadt aufgrund einer Verwechslung sogar gleich zweimal auf.

Bei seinem Lob auf den Mittelstand verwies Aiwanger auch auf dessen aktuelle Rolle: Die Auswirkungen der Coronapandemie stellten die Wirtschaft auf eine harte Probe, so der Minister. „Die Flexibilität, die Widerstandsfähigkeit und die Substanz unserer kleinen und mittleren Unternehmen tragen ganz wesentlich dazu bei, die Krise möglichst schnell zu überwinden.“

Bayerns Best 50 zeichnete in diesem Jahr zum 19. Mal die 50 dynamischsten inhabergeführten mittelständischen Unternehmen in Bayern aus. Der Preis ehrt Betriebe, die in den vergangenen Jahren bei Umsatz und Mitarbeiterzahl überdurchschnittlich gewachsen sind. „Die diesjährigen Sieger haben in den vergangenen fünf Jahren die Anzahl ihrer Mitarbeiter um 86 Prozent und ihren Umsatz um 105 Prozent erhöht“, erklärt das Bayerische Wirtschaftsministerium, das eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als unabhängigen Juror beauftragt hatte.

»Unheimliche« Freude

„Wir freuen uns unheimlich“, jubelt Kirstein-Sprecherin Jutta Kühl darüber, kurz vor Weihnachten noch ein ganz besonderes Päckchen auspacken zu dürfen: Zusammen mit der Auszeichnung nämlich auch die besten Glückwünsche und den begehrten weißen Porzellanlöwen. Wie Kühl sieht es auch Geschäftsführer Roman Thomas. Es sei eine „motivierende Auszeichnung“. Mitgeschäftsführer Klaus Kirstein ergänzt: „Letztlich ist dieser Preis dem Einsatz unserer Mitarbeiter zu verdanken.“ Seine Firma ist seit der Gründung 1987 zum drittgrößten Händler der Musikbranche gewachsen.

Kirstein wagte sich bereit 2005 in den Internethandel – setzte aber weiterhin auf das Stationärgeschäft in Schongau: ein Trend, den man „Multichanneling“ nennt. „Unsere Kunden kommen teils von weit her, weil sie die Beratungsleistung schätzen“, sagt Kirstein. Man habe über die Jahre das Sortiment massiv ausgeweitet, um den Kunden alles bieten zu können. Derzeit herrscht Hochbetrieb im Logistikzentrum in Altenstadt: Thomas spricht von einer „Herausforderung im positiven Sinne“, da viele Konsumenten in der Zeit des Lockdowns Musikinstrument verschenken oder Zeit haben, selbst eines zu erlernen. Kirstein: „Dank der Sicherheitsmaßnahmen und der hohen Disziplin unserer Mitarbeiter konnten wir die Coronakrise bisher gut überstehen.“

Und noch ein zweites Unternehmen fand sich in der Liste der Preisträger, das seinen Sitz in Schongau hat – zumindest vermeintlich. Vorgestellt wird es so: „Seit über 45 Jahren konzipiert und produziert die Kößler technologie GmbH in der dritten Generation auf über 25.000 Quadratmetern komplexe Präzisionsteile und Baugruppen für die Industriezweige Automotiv und mobile Hydraulik.“ Die Grundpfeiler des Erfolgs: „über 450 engagierte Mitarbeiter, ein moderner Maschinenpark, digitalisierte Prozesse, sowie ein innovatives Qualitäts- und Umweltmanagement“, heißt es.

Kuriose Verwechslung

Das liest sich beachtlich, einen Besuch kann sich der neue Wirtschaftsförderer, der nach Willen des Stadtrats bald wieder in Schongau seinen Dienst antreten soll (wir berichteten), aber sparen: Seine Fahrt würde ihn ins Unterallgäu führen. Dass in der Übersicht der Preisträger nicht Babenhausen als Standort der Kößler technologie GmbH, sondern Schongau auftaucht, erklärt eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie so: „Die Bewerbung für die Firma Kößler Technologie für den Wettbewerb übernahm die Consultingfirma Reiter AG.“ Sie ist es, die in Schongau sitzt. Ihre Adresse war es, die der externe Juror dann versehentlich so einpflegte. Zumindest fast: Denn auch die „Dominikus-Zimmer-Str. 10“ stimmt so nicht ganz.

Die Leistung des Musikhauses Kirstein schmälert das indes keineswegs – und auch nicht die Freude über die begehrte Auszeichnung.

ras/km/kb

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