So entwickelt sich der Markt

Wo Bebauung in Peiting ermöglicht werden soll

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Wie und wo sich Peiting bei Bauland und Gewerbegrund entwickelt, steht im überarbeiteten Flächennutzungsplan.

Peiting – Hier steht, wo Flächen für Wohnen und fürs Gewerbe möglich sind: Wie und wo die Marktgemeinde Entwicklungspotenzial hat, ist im Peitinger Flächennutzungsplan ersichtlich, der über Jahrzehnte eine grobe Marschrichtung vorgeben soll. Für diesen hat der Gemeinderat jüngst ebenso wie für den Landschaftsplan nach Jahren der Abwägung den Feststellungsbeschluss gefasst.

„Endlich ist’s so weit“, führte Marktbaumeister Fabian Kreitl ins Thema ein. Der Flächennutzungsplan weise eine „gesunde Mischung“ auf zwischen Wohnen und Gewerbe. Bürgermeister Michael Asam kommentierte, er habe eines gelernt: Man dürfe sich niemals vorstellen, dass ein Flächennutzungsplan je auf dem aktuellen Stand sei.

Es ist schon mehr als sechs Jahre her, dass die Marktgemeinderäte den Anstoß dafür gaben, den Flächennutzungsplan mitsamt Landschaftsplan zu überarbeiten. Im Jahr 2016 wurden Behörden und Verbände – sogenannte Träger öffentlicher Belange – zu Stellungnahmen aufgefordert. Heuer wurde im Sommer die Öffentlichkeit beteiligt, Behörden und Träger erneut um Stellungnahmen gebeten. Diese mussten nun von den Gemeinderäten beschlussmäßig behandelt werden.

Die einzige Gegenstimme zum Flächennutzungs- und zum Landschaftsplan kam von Landwirt Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung). Der Bayerische Bauernverband (BBV) hatte moniert, dass in der Neuaufstellung der Flächenverbrauch von über 50 Hektar in den nächsten Jahren doch erheblich sei. Davon seien wertvolle Nutzflächen betroffen, die für die Landwirtschaft verloren gingen.

Es sei „bedauerlich und bedenklich“, dass das Thema Flächenfraß bei der Ortsentwicklung nur eine geringe Rolle spiele. Laut BBV bestünden auch bei der groß ausgelegten Ausweisung des Gewerbegebietes im Peitinger Süden erhebliche Bedenken. Es reiche bis zum Überschwemmungsgebiet „Ramsauer Wiesen“. Bei der Versiegelung müssten Maßnahmen gefunden werden, um dieses nicht noch mehr mit Wasser zu belasten.

Die Gemeinde hat dazu in der Abwägung folgende Stellungnahme abgegeben: Peiting sei auch in Zukunft bemüht, Flächen innerhalb des Ortes als Wohnbauland zu entwickeln und die Versiegelungsflächen nach außen so gering wie möglich zu halten. Bei der Ausweisung der geplanten Gewerbegebiete im Peitinger Süden werde auf wasserwirtschaftliche Belange Rücksicht genommen. Neuausweisungen seien nahezu vollständig außerhalb von Überschwemmungsgebieten. Nur westlich der Schnalzstraße käme es kleinflächig zur Überlagerung zwischen gewerblichen Baugrundstücken mit einem Überschwemmungsgebiet. Dieser Konflikt werde durch bauliche Maßnahmen – Abtrag nördlich der B 472 und Auffüllen zu den geplanten Gaplast-Hallen hin gelöst (der Kreisbote berichtete).

Zum Zuwachs von 50 Hektar für Wohnbauland und Gewerbe erklärte Thomas Elste (Grüne), bei der Umsetzung müsse man darauf achten, die Marke von zwei Hektar pro Jahr nicht zu überschreiten. Konkret bedeute das auch Tiefgaragenplätze statt Oberflächenversiegelung.

„Was lange währt, wird endlich gut“, befand Norbert Merk (CSU). Der Flächennutzungsplan dürfe keine Verbote aussprechen und kein Instrument der Planwirtschaft werden. Wenn die Notwendigkeit gegeben sei, dürfe man auch abweichen. „Wir stehen in Peiting exzellent mit Ausgleichsflächen da.“

Zweiter Bürgermeister Franz Seidel (Bürgervereinigung) gab zu bedenken, dass Peiting als flächengroßer Ort auch Grundstücke anbieten müsse. Es sei „ohnehin nicht einfach“, solche zu bekommen. Man solle relativieren; Peiting sei weit davon entfernt, 50 Hektar zu bebauen.

Gerhard Heiß (CSU) merkte an, dass es „Sache der Landesentwicklung sei“, beim Flächenverbrauch gegenzusteuern. Eine Betrachtung von Unterfranken bis Oberbayern sei gefordert.

Herbert Salzmann (SPD) betonte, dass Kommunen das Hoheitsrecht für Flächen haben und auch behalten müssten. Bauland für Heimische sei wichtig. Denn Knappheit bei Grundstücken bedeute höhere Preise. Peter Ostenrieder (CSU) verwies auf den „irren Zuzug“, wodurch viele aus dem Münchner Raum aufs Umland „rausdrücken“. Peiting sei aber in den letzten Jahren „nicht aufhausig“ mit Flächen umgegangen. 

jj

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