Boardinghouse nahe der Kaserne

»Zuhause auf Zeit« entsteht in Altenstadt

Diesen Eindruck vermittelt das in Altenstadt nahe der Franz-Josef-Strauß-Kaserne entstehende Boardinghouse. Die Perspektive zeigt die Südseite des Gebäudes mit Blick aus Richtung der Franz-Josef-Strauß-Straße.
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Ansehnlich, wirkungsvoll und dekorativ. Diesen Eindruck vermittelt das in Altenstadt nahe der Franz-Josef-Strauß-Kaserne entstehende Boardinghouse. Die Perspektive zeigt die Südseite des Gebäudes mit Blick aus Richtung der Franz-Josef-Strauß-Straße.

Altenstadt– Der örtliche Gemeinderat hat bei seiner zurückliegenden Februarsitzung einstimmig die Neuaufstellung des Bebauungsplanes mit Grünordnung „An der Niederhofener Straße“ im Nordosten der Gemeinde beschlossen. Mit dieser wurde die planungsrechtliche Grundlage für den Bau eines gewerblichen Boardinghouses, oder wie man auf Deutsch auch sagen könnte, eines „Zuhause auf Zeit“ unmittelbar rechts neben der nach Schwabniederhofen führenden Straße geschaffen.

Mit der als Maßnahme der Innenentwicklung einhergehenden Aufstellung des Bebauungsplanes wird das im Nordosten der Gemeinde gelegene Gewerbegebiet mit den ehemaligen Vatter-Produktionsgebäuden, dem Fabrikverkauf und der Welfengasse zudem städtebaulich geordnet.

Vor der durch den Gemeinderat jeweils einstimmigen Billigung des Planungskonzepts des Bebauungsplanes mit Grünordnung, dem Beschluss zur Durchführung der Aufstellung im beschleunigten Verfahren sowie der Einarbeitung der vorgesehenen Betriebsleiterwohnung in den Bebauungsplan hatte Städteplaner Frank Bernhard Reimann aus Fürstenfeldbruck die Gremiumsmitglieder in sehr umfassender und detaillierter Weise über das beabsichtigte Bauvorhaben informiert.

Insgesamt umfasst das Planungsgebiet Grundstücke mit einer Gesamtfläche von zirka 17.440 Quadratmetern. Auf dem Areal sollen ein Gewerbegebiet mit etwa 12.110 Quadratmetern sowie ein „Sondergebiet Beherbergung/Läden“ mit 3.635 Quadratmetern entstehen. Die verbleibenden etwa 1.695 Quadratmeter werden für die öffentliche Straßenverkehrsfläche benötigt. Die Deklaration als Sondergebiet war den Worten von Städteplaner Reimann zufolge deshalb notwendig, da – obwohl in einem Gewerbegebiet ein Hotel als Beherbergungsbetrieb allgemein zulässig sei – ein Boardinghouse „eine Übergangsform“ darstelle, die in der Baunutzungsordnung nicht vorgesehen sei.

Losgelöst von der Gebietsbezeichnung dürfte nach seiner Fertigstellung quasi vis-à-vis zur Liegenschaft der Franz-Josef-Strauß-Kaserne ein drei Geschosse umfassendes ansehnliches und dekoratives Boardinghouse das Ortsbild der Gemeinde bereichern. Von Seiten des Eigentümers – es handelt sich um Matthias Hauf, Geschäftsführer der Firma Hella Priem Beflockungs GmbH – soll das 57 Zimmer sowie einen Empfang umfassende Gebäude aufgrund der örtlichen Nähe insbesondere Tagungsteilnehmern in der Kaserne jeweils über längere Zeiträume als hotelähnliche Übernachtungsmöglichkeit dienen. Aber auch Urlauber sollen angesprochen werden.

Neben der erwähnten Betriebsleiterwohnung ist beabsichtigt, das Angebot mit Tagungsräumen und einem Tages­café/Bäckereicafé abzurunden. Neben den bereits jetzt beidseitig der Niederhofener Straße vorhandenen Bushaltestellen für öffentliche Verkehrsmittel sollen 46 Stellplätze für Pkw in der zum Gebäude gehörenden Tiefgarage sowie weitere 29 oberirdische Stellplätze entstehen. Hinzu kommen Parkplätze für die Bäckerei. Die vorgesehene Begrünung wurde mit einer Landschaftsarchitektin abgestimmt. Dabei ist auch eine Dachbegrünung vorgesehen. Eine Elektrotankstelle ist in den Plänen gleichermaßen berücksichtigt.

In dem Bebauungsplan sind insbesondere die für Bürgermeister Andreas Kögl wichtigen Belange der Wirtschaft mit ihrer mittelständischen Struktur und die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen berücksichtigt.

Die von Gemeinderat Michael Dulisch vorgebrachten Bedenken zum Schutz der Kaserne im Hinblick darauf, „dass da keine Nachteile für die Bundeswehr entstehen“ scheinen aufgrund deren Bewertung durch Städteplaner Frank Bernhard Reimann unbegründet zu sein. Das alles sowie auch die Berücksichtigung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse, der sparsame und schonende Umgang mit Grund und Boden und die Beachtung der Belange des Orts- und Landschaftsbildes machten es dem Gemeindegremium letztlich nicht allzu schwer, alle drei zur Abstimmung gebrachten Punkte einstimmig zu befürworten.

Bürger zeigen Interesse

„Wann fängt denn der Bau von dem Hotel an und wann ist der geplante Abschluss von dem Bau?“. Die Frage eines Einwohners bei der „Aktuellen Viertelstunde für die Bürger“ konnte der Bürgermeister natürlich noch nicht beantworten. Schließlich habe man bei der Sitzung erst einmal „den Bebauungsplan auf den Weg gebracht“, so Kögl. Die Frage dürfte aber ein Indiz für das vorhandene öffentliche Interesse am Fortgang der Baumaßnahme sein.

Sollten hernach keine die Grundzüge der Planung betreffenden grundsätzlichen Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit geltend gemacht werden, die einer Änderung der Entwurfsfassung bedürfen, wird die Verwaltung gemäß Baugesetzbuch mit der öffentlichen Auslegung und Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beauftragt.

Manfred Ellenberger

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