Urlechtal ein Geotop?

Natur versus Bebauung

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Die sogenannte „Fischblase“ (rot markiert) soll nun zuerst bebaut werden.

Schongau – Aus dem geplanten Baugebiet Schongau-Nord könnte nichts werden. Grund dafür ist das Urlechtal, das in diesem Bereich verläuft. Um trotzdem Wohnraum schaffen zu können, soll nun die sogenannte „Fischblase“ zwischen der Franz-Josef-Strauß-Straße und Am Eichenfeld überplant werden.

Wie Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte, sei beim Landratsamt die Anregung eingegangen, das Urlechtal unter Naturschutz zu stellen. Dieses verläuft genau dort, wo die Stadt schon seit vielen Jahren das Baugebiet Schongau-Nord plant – westlich des Krankenhauses und Richtung Hohenfurch. Aus dem Naturschutzbeirat des Landkreises sei daraufhin die Anregung gekommen, das Gebiet so weit wie möglich von Bebauung freizuhalten.

Derzeit werde geprüft, ob der gesamte Bereich als Geotop betrachtet werden müsse, so der Stadtbaumeister. Mitte September habe deshalb eine Ortsbegehung stattgefunden. „Das fachliche Gutachten liegt noch nicht vor“, so Dietrich.Ziel müsse es daher jetzt sein, den Bedarf an Wohnraum kurzfristig woanders zu decken. Und zwar soll das an der sogenannten „Fischblase“ östlich der Franz-Josef-Strauß-Straße und südlich von Am Eichenfeld passieren.

Robert Stöhr (CSU) erkennt in der „Fischblase“ „attraktive Grundstücksgrößen für Familien“, wie er in der Sitzung sagte. Dem widersprachen Nina Konstantin und Bettina Buresch (beide ALS) deutlich: Junge Familien werden sich solche Grundstücke nicht leisten können, so die Meinung der beiden. Schließlich ist auch der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in der Lechstadt da.

„Wir müssen uns entscheiden, wie wir wachsen wollen“, so Stöhrs Argument. In ein ähnliches Horn stieß auch Friedrich Zeller (SPD): Man brauche schließlich gehobenes Publikum in Schongau, so seine Aussage. In der „Fischblase“ gebe es unterschiedliche Grundstücke, die verschieden geeignet seien, sagte Dietrich. „Ein breiter Mix muss da sein.“ Auf der Warteliste für einen Bauplatz in Schongau stehen derzeit, laut Bürgermeister Falk Sluyterman, 120 Personen. Wer sich welchen Bauplatz auch wirklich leisten kann, stehe auf einem anderen Blatt.

asn

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