Ostern zu Corona-Zeiten

Mit dem Quad zum Segnen

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In der Pfarreiengemeinschaft Altenstadt werden die Osterkörbchen dieses Jahr vom Quad herab gesegnet.

Landkreis – Ostern ist das wichtigste Fest der Christenheit. Schließlich wird an diesem Tag die Auferstehung Jesu gefeiert. Doch dieser Festtag muss in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie anders begangen werden als sonst. Dafür haben sich Pfarrer und Kirchengemeinden in der Region einiges einfalle lassen.

„Über 800 Jahre steht die Basilika in Altenstadt wie eine Burg mitten im Ort“, schildert Gemeindereferent Bernhard Schöner. Sie habe schon Zeiten überdauert, die weit schwieriger gewesen seien als die jetzige. „Ob Dreißigjähriger Krieg, Pestzeit, die beiden Weltkriege oder andere dramatische Ereignisse, die Basilika war wie alle Kirchen stets Mittelpunkt des geistlichen und religiösen Lebens im Ort.“ Es sei nicht überliefert, ob in dieser Zeit die gemeinsame Feier der Kar- und Ostertage jemals ausgefallen ist. „Wahrscheinlich aber nicht.“

Die Messe am Ostersonntag, findet auf ungewohnte Weise statt. „In sehr kleinem Rahmen und nicht-öffentlich“, schildert Pfarrer Sebastian Schmidt, der sich stellvertretend für seine Gemeinde mit zwei Ministranten, zwei Lektoren, Organistin und Meßner in der Basilika einfindet. Gestreamt wird nicht – mangels Internetverbindung im Gotteshaus. Schmidt verweist deshalb auf die Übertragung der Oster-Liturgie mit Bischof Bertram Meier unter www.bistum-augsburg.de, die die Diözese organisiert.

Weil es selbst untersagt ist, die Osterspeisen zum Segnen in die Kirche zu bringen und damit der Ostersegen persönlich spürbar wird, hat sich die Pfarreiengemeinschaft Altenstadt etwas einfallen lassen: „Ich bin mit einem Spezial-Quad unterwegs“, schildert Schmidt. Am heutigen Karsamstag segnet er so vom Fahrzeug herab Häuser, Menschen und an den Zaun gestellte Palmbuschen, Osterkerzen und -körbchen. Beginnend in Schwabbruck (ab 17 Uhr), Schwabsoien (18 Uhr) und danach Sachsenried, macht er am Ostersonntag in Altenstadt (9 Uhr), Schwabniederhofen (10 Uhr) und anschließend Hohenfurch weiter.

Auf Online-Gottesdienste setzen die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinden Peiting-Herzogsägmühle und die Schongauer Kirchengemeinde. „Wir filmen in der Region an vertrauten spirituellen Orten“, beschreibt Pfarrerin Brigitte Weggel. Übertragen wird auf www.schongau-evangelisch.de.

Auch die Pfarreiengemeinschaft Schongau hat Online-Termine angesetzt, die sie unter www.pg-schongau.com ins Netz stellt. So auch einen Gottesdienst im ganz kleinen Rahmen am morgigen Ostersonntag, wie Stadtpfarrer Norbert Marxer erklärt. Die Reaktionen auf das Angebot seien positiv. Allerdings: „Gläubige, die auf diesem Medienkanal nicht so unterwegs sind, erreichen wir so kaum.“ Mit diesen Gemeindemitgliedern wolle man über die in den Kirchen ausliegenden Pfarrnachrichten Kontakt halten. „Die können zum Beispiel auch Enkel mitnehmen, um sie bei ihren Großeltern in den Briefkasten zu werfen.“

ras/kb

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