"Es beginnt wieder bei Null"

Peiting hievt Ostenrieder und Luckner in die Bürgermeister-Stichwahl

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Peter Ostenrieder erreichte am Sonntag 35,3 Prozent der Stimmen. In der Stichwahl wird ihn Annette Luckner von der SPD herausfordern. Sie kam auf 26,9 Prozent.

Peiting – Mit dem Satz „Es beginnt wieder bei Null“ kommentierte Peter Ostenrieder (CSU) das Ergebnis vom Sonntag, indem er sofort Ausblick hielt auf die Stichwahl am Sonntag, 29. März. „Es wird eine enge Nummer“, ergänzte er in einer ersten Stellungnahme am Wahlabend. Er möchte dabei vor allem die 24-jährige Arbeit als Gemeinderat in die Waagschale werfen. Seine Hoffnung ist, dass sich Ende März mindestens wieder so viele Peitinger an der Wahl beteiligen wie am Sonntag; da waren es 65 Prozent.

Ostenrieder erreichte am Sonntag 35,3 Prozent der Stimmen. In der Stichwahl am letzten Märzsonntag wird ihn Annette Luckner von der SPD herausfordern. Sie kam auf 26,9 Prozent. Luckner sieht ihr Ergebnis als Vertrauensbeweis. Darin spiegele sich der intensive Wahlkampf mit den vielen Hausbesuchen wider. Der Vorsprung des CSU-Kandidaten Ostenrieder „macht mich nicht nervös“, fügte die SPD-Frau hinzu. Zu bedenken sei: Vor eineinhalb Jahren habe sie in Peiting noch niemand gekannt. „Ich bin erleichtert, ich freue mich“, bekannte die SPD-Kandidatin, nachdem sie aus der Tasse Kaffee geschlürft hatte, die ihr Bürgermeister Michael Asam zuvor gebracht hatte.

Maßlos enttäuscht zeigte sich Thomas Elste, der Bürgermeisterkandidat von den Grünen. Mit 9,1 Prozent blieb er sogar einstellig. Er hätte sich 20 Prozent gewünscht – als Voraussetzung dafür, dass es zu einem Politikwechsel in Peiting kommen könne. Im Wahlkampf habe er durchaus positive Rückmeldungen erhalten. Aber: „Das Verlieren gehört dazu“, sagte Elste.

Ebenso wie Elste hat Christian Lory, der mit Frau und zwei Kindern gekommen war, das Rathaus gleich nach der Auszählung wieder schnell verlassen. Er erreichte 11,8 Prozent der Stimmen. „Ich wäre gern in die Stichwahl gekommen“, bekannte Lory, der bis vor zwei Jahren noch SPD-Gemeinderat war, aber damals aus Fraktion und Partei austrat.

Auch für Andreas Schmid, den Kandidaten der Bürgervereinigung, war die Stichwahl das ausgegebene Ziel. Mit 17,0 Prozent blieb er fast zehn Prozent hinter Annette Luckner (SPD). Immerhin wurde er dritter. Er bereue aber nichts an seiner Kandidatur, blickte Schmid am Wahlabend zurück. Die Themen hätten sich während der letzten Monate geändert; er nannte das Beispiel der vielfach kritisierten Baumarkt-Ansiedlung, die er befürworte. Schade fand er auch, dass man in Peiting trotz der Spannung mit fünf Kandidaten bei der Wahlbeteiligung die Marke von 70 Prozent verfehlt hatte.

Die Hälfte der 9.468 Wahlberechtigten in Peiting hatte Briefwahlunterlagen beantragt. Diese wurden in sechs der insgesamt 17 Stimmbezirke ausgezählt. Bereits um zehn nach 18 Uhr wurde das Ergebnis aus Herzogsägmühle gemeldet. Als nächstes folgte die Ortschaft Birkland. Dort ist CSU-Bewerber Peter Ostenrieder zu Hause; er holte da über 70 Prozent.

Die Stichwahl gegen Luckner sei für ihn keine Überraschung, erklärte Peter Ostenrieder, der „lang nimmer so nervös war“ wie am Sonntagabend, als die Stimmen ausgezählt wurden. Ebenso wie seine Herausforderin in der Stichwahl, Annette Luckner, freute er sich über den bisher fairen Wahlkampf aller fünf Bewerber. Luckner und Ostenrieder haben am Sonntagabend vereinbart, dass sie bis zur Stichwahl öffentlich keinen Wahlkampf mehr führen – auch wegen der Bestimmungen zum Corona-Virus. Beide denken eher an Flyer und andere schriftliche Informationen an Haushalte. 

jj

Auch Schongau geht in die Stichwahl: Dort stehen sich Falk Sluyterman und Hans Rehbehn gegenüber. 

Der Wahlsonntag im Landkreis: ein Überblick.

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