Position beziehen in Peiting

Wen schickt die SPD ins Bürgermeister-Rennen?

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Peter Ostenrieder (CSU), Christian Lory (parteiunabhängige Liste) und Thomas Elste (Grüne) treten 2020 wohl bei der Wahl zum Peitinger Bürgermeister an. Um den Kandidaten der SPD herrscht noch Rätselraten, die BVP verzichtet.

Peiting – Es zeichnet sich ab, dass Thomas Elste (Grüne), Christian Lory (parteiunabhängige Liste) und Peter Ostenrieder (CSU) zur Bürgermeisterwahl im März 2020 in Peiting ins Rennen gehen werden. Darauf, wen die SPD aufbietet, richten sich derzeit aller Augen. Klarheit wird der November bringen: Für Donnerstag, den 15., ist eine Mitgliederversammlung anberaumt.

Dass der SPD-Ortsverein einen Kandidaten für die Nachfolge seines langjährigen Bürgermeisters Michael Asam präsentiert, gilt als sicher. Schließlich stellt sie die größte Fraktion im Gemeinderat, wenngleich die eigene Homepage, die elf Räte aufzählt, alles andere als aktuell ist und eher an zurückliegende bessere Zeiten erinnert. Denn Alfred Jocher und Christian Lory haben der Fraktion ja den Rücken gekehrt.

„Ich möchte den Spannungsbogen aufrecht erhalten“, bekennt Claudia Steindorf, die seit Sommer 2016 den Vorsitz beim Ortsverein führt. „Sie erfahren das demnächst“, blickt die SPD-Frau auf die Mitgliederversammlung voraus. Das breite Interesse dürfte Balsam sein nach dem Absacken der Partei bei der bayerischen Landtags- und der gleichzeitigen Bezirkstagswahl, wo der fünf Jahre lang als stellvertretender Bezirkstagspräsident fungierende Asam ein enttäuschendes Ergebnis hinnehmen musste.

Keiner aus der Fraktion

Es ist davon auszugehen, dass sich niemand aus der SPD-Fraktion im Gemeinderat um das Bürgermeisteramt bewirbt. Zu den Namen, die zuletzt genannt wurden, gehört auch der des SPD-Kreisvorsitzenden Dominik Streit (Weilheim). Er ist über seine Schwiegerleute familiär mit Peiting verbunden. Doch: Eine Kandidatur in Peiting habe „nie zur Diskussion“ gestanden, erklärt Streit auf Anfrage des Kreisboten. Er sei auch „nicht eingeweiht“, wisse nur, dass der Ortsverein einen Kandidaten habe und Mitte November aufstellen wolle.

Auch Rottenbuchs Bürgermeister Martin Bader, zweiter Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Peiting, wurde schon gerüchteweise gehandelt. Doch der hat früh abgewunken. Die Runde machen auch die Namen der früheren Schongauer Bürgermeister Dr. Friedrich Zeller und Karl-Heinz Gerbl. Das allerdings ist wohl getrost unter dem Vermerk „höchst unwahrscheinlich“ abzuhaken. Ein weiterer Kandidat, der schon genannt wurde, ist ein leitender Angestellter, der in einem Peitinger Seniorenzentrum arbeitet und im Schongauer Land zu Hause ist.

BVP winkt ab, Elste signalisiert Interesse

Die einzige Fraktion, die niemanden ins Rennen schickt, ist die Bürgervereinigung. „Der momentane Stand ist: Wir werden keinen aufstellen“, erklärt Franz Seidel. Er selbst trat zweimal an: 1996 und 2002. Einen Kandidaten solle man nicht taktisch aufbieten, sondern nur dann, wenn man ihn als geeignet betrachte und davon überzeugt sei, er sei besser als die anderen. Letztlich sei seine zweite Kandidatur 2002 gegen Amtsinhaber Asam ein Fehler gewesen, resümiert Seidel.

„Es ist ein interessantes Amt, das mich reizen würde“, bekundet indes Thomas Elste von den Grünen. Er gehört seit 2014 dem Gemeinderat an. Ohne diese Erfahrung im Gremium würde er sich eine Kandidatur nicht zutrauen. Auch habe er den Ehrgeiz dazu, den Schritt zu wagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen ihn als Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im März 2020 aufstelle, sei „sehr hoch“.

Christian Lory, früher SPD, jetzt parteiunabhängig, kandidiert definitiv. Dafür braucht er freilich eine eigene Liste. Es formiere sich ein Wahlkampfteam. Dazu gehöre übrigens auch ein früherer SPD-Gemeinderat, gibt Lory gegenüber dem Kreisboten zu verstehen.

»Warten auf die SPD«

„Wir warten gespannt auf die SPD“, äußert sich der Sprecher der CSU-Fraktion, Peter Ostenrieder. Zumal die Sozialdemokraten schon im Frühjahr angekündigt hätten, dass sie das Thema der Bürgermeisterkandidatur gleich nach der Landtagswahl im Oktober 2018 aufs Tapet bringen. Seine CSU werde dagegen Ruhe bewahren und sich mit der Nominierungsversammlung Zeit lassen. Ostenrieder, der 2008 Bürgermeister Asam herausforderte, aber deutlich unterlag, hat dem Ortsvorstand seine Bereitschaft zur erneuten Kandidatur signalisiert.

Diesmal werden die Karten neu gemischt, weil Asam nach vier Perioden kein weiteres Mal antritt. Gute Gelegenheit dazu hat der SPD-Kandidat bereits wenige Tage nach der Mitgliederversammlung: Am Samstag, 17. November, richtet nämlich der Ortsverein das Schafkopfturnier aus. 

Johannes Jais

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