Zur Belohnung ins Rathaus

Internationaler Besuch bei Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl im Ratshaus: Die Schülerinnen des Bildungskolleg v.li.: Ngoc Diep Pham aus Vietnam, Katharzyna Bienert aus Polen, Naowayat Stayk aus Thailand, Ljubinka Zharevska aus Mazedonien, Pui Yin Ng aus Hong Kong und Ajna Pandur aus Bosnien. Begleitet wurden sie von der Kursleiterin Hertha-Brigitte Lang und der Leiterin des Bildungskolleg Dorothea Schumann (re.). Foto: Jazbec

Sie kommen aus den verschiedensten Ländern der Erde wie Vietnam, Polen, Thailand, Bosnien, Hong Kong und Mazedonien. Aber eines verbindet diese sechs Frauen: Sie nehmen am Deutsch-Intensivkurs für Migranten am Bildungskolleg Weilheim teil. Als Belohnung für ihre anstrengende Lern-Zeit organisierten Kursleiterin Hertha-Brigitte Lang und Schulleiterin Dorothea Schumann nun jüngst einen Besuch beim Schongauer Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl im Rathaus.

Der Kurs begann im März mit 20 Teilnehmerinnen. Zwei Monate später legten sechs Frauen die Abschlussprüfung ab. Sie hatten sich mit viel Fleiß und Willen durch den Kurs gekämpft. Auf dem Stundenplan standen Themen wie Bankgeschäfte abwickeln, Arztbesuche, Kinder in den Kindergarten bringen oder Bewerbungen schreiben. „Ich freue mich sehr, dass sie alle gekommen sind“, begrüßte Gerbl die zuerst etwas schüchternen Frauen im Sitzungssaal. Nach einem Schluck Orangensaft und einer kleinen Erklärung, was denn in diesem Saal passiert, gab es noch eine kleine „Stadtratsrunde“, denn einige hatten sich Fragen für den Bürgermeister überlegt. „Welche Termine sind in Schongau wichtig?“, „Seit wann sind Sie Bürgermeister“ und „Möchten Sie nochmal als Bürgermeister kandidieren?“, um nur einige zu nennen. Auf die letzte Frage antwortete Gerbl mit einem „Ja“ und erklärte auch warum. „2014 bin ich 54 Jahre alt und die Wahlperiode dauert dann sechs Jahre. Dann bin ich 60 und ich glaube dann reicht es. Wissen Sie, ich bin sehr gerne Bürgermeister. Diese Funktion trägt aber viele Aufgaben und man hat viel Verantwortung. Es ist auch eine hohe psychische Belastung. An dem Tag der Wahl gibt man sein privates Leben ab.“ Beeindruckt von den vielen Informationen bedankten sich die Frauen für das offene Gespräch beim Bürgermeister und verabschiedeten sich. Immerhin wurde zwei Tage später die Abschlussprüfung in Deutsch geschrieben. Gerbl lud die Schülerinnen aber zur Stadtratssitzung am vergangenen Dienstag ein, damit sie sich auch ein Bild machen konnten, wie der Stadtrat tagt.

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