Reaktionen auf neue Verkehrsregelungen in Peiting

Auf Herz und Nieren

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Kommt großteils gut an: Die neugeregelte Vorfahrtssituation zwischen Schongauer Straße, Müller- und Poststraße sowie Hauptplatz.

Peiting – „Gelungener Start“ hatte derKreisbote in seiner vorletzten Mittwochsausgabe mit Blick auf die neue Vorfahrtsregelung rund um den Peitinger Hauptplatz getitelt. Hauptamtsleiter Stefan Kort kam zu Wort und berichtete von reichlich erfreulichen Eindrücken. Auch Peter Ostenrieder, Fraktionsvorsitzender der CSU im Marktgemeinderat, zeigte sich voll des Lobes. Großteils positiv war auch der Tenor der Kreisboten-Leser, deren Erfahrungen und Befürchtungen die Redaktion erreichten und einige spannende Detailfragen aufwarfen.

Es ist eine unschöne Vorstellung: In der Schongauer Straße in Peiting herrscht dichtes Gedränge. Mehrere Autos stehen Stoßstange an Stoßstange, weil ein Wagen vor ihnen warten muss. Sein Fahrer will der Fahrbahn weiter in Richtung Hauptplatz folgen. Doch dort, wo er früher noch eine abknickende Vorfahrtstraße vorgefunden hätte, muss er nun warten. Im entgegenkommenden Verkehr aus der Oberen Straße bietet sich keine Lücke. Die Folge: Stau, Abgase, Lärm. Als auf der rutschig-vereisten Fahrbahn der erste Lkw beim ständigen Bergauf-Anfahren schlapp macht, kommt es zum Verkehrs-Infarkt.

Wäre das in Peiting denkbar? Sind solche Eventualitäten, wie sie mehrere Kreisboten-Leser befürchten, nicht ausreichend durchdacht worden? Zuerst einmal erinnert Stefan Kort, Hauptamtsleiter der Peitinger Verwaltung: „Die neue Situation ist testweise auf ein Jahr ausgelegt.“ Während dieser Zeit gelte es, positive wie negative Erfahrungen zu sammeln, Eindrücke statistisch zu unterfüttern. Und dann „ergebnisoffen“ Lehren zu ziehen. Bisher, so Kort, habe er keinen Rückstau in Richtung Kreisverkehr, verursacht durch Linksabbieger in Richtung Hauptplatz, beobachtet. Auch, dass das Anfahren an der Steigung Lkw im Winter vor Problemen stellen könnte, glaubt er nicht. „Das war ein Thema, wir gehen aber nicht von Schwierigkeiten aus.“ In der Marktgemeinde sei die Lage nicht akuter als anderswo: „Glatteis kann wie überall zu Problemen führen. Winter und Steigungen hat Peiting ja nicht exklusiv.“

Bürgern, die die neue Regelung am neuralgischen Punkt Schongauer Straße/Poststraße/Müllerstraße/Hauptplatz begrüßen, auf die weiter oben gelegene aber lieber verzichtet hätten, erklärt Kort: „Alle Änderungen sind Teil eines mehrschrittigen Gesamtkonzepts.“ Es gelte, Verkehrsflüsse zu leiten. Unter anderem, um die Lkw-Belastung im Ortskern zu reduzieren und eine Verkehrsberuhigung zu erzielen. „Die Linksabbieger sollen oben nicht einfach durchschießen können.“ Das Gesamtkonzept sei im Marktgemeinderat zwar mit am Ende „großer Einmütigkeit“ verabschiedet worden, doch der Entscheidung seien kontroverse Diskussionen vorausgegangen, die die Angelegenheit von vielen Seiten beleuchtet hätten.

Umstrittene Tempo-Regelung

Das gilt auch für die umfassende Einführung von Tempo 30 auf einem Gros der Peitinger Straßen, die zeitgleich mit der neuen Vorfahrtsituation am Hauptplatz erfolgte. Beispielsweise in der Ammergauer Straße, vorbei am Dragoner bis Ludwigstraße. Doch ist das überhaupt rechtens? Von sogenannten Durchgangs- und Verbindungsstraßen ist in einer Diskussion auf der Kreisbote-Facebook-Seite die Rede. „Bestimmte Verkehrsachsen müssen offen bleiben“, bestätigt Kort. Genau das sei nach Ansicht der Peitinger Verwaltung auch weiter der Fall. „Wir sind der Meinung, dass wir auf der sicheren Seite sind.“ Doch endgültige Klarheit – das zeige die Praxis – bringe gegebenenfalls erst ein Richterspruch. „Sollte jemand klagen und sich herausstellen, dass Tempo 30 an einzelnen Stellen rechtswidrig ist, werden wir natürlich entsprechend reagieren.“

ras

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