Helfer vor Ort gesucht

Wertvolle Minuten

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Lukas Walser, Hvo der Gruppe Peiting, erklärt den vier interessierten Frauen aus Bernbeuren den Notfallrucksack.

Bernbeuren/Burggen – Sie sind zur Stelle, wenn man Ersthilfe braucht. In vier Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau haben sich die Helfer vor Ort bereits bestens bewährt. Dort sind sie unverzichtbar geworden. Kein Wunder, dass auch Bernbeuren und Burggen gerne eine solche Gruppe ins Leben rufen würden. Doch noch mangelt es an Interessenten.

Zuerst die gute Nachricht: Das Einsatzfahrzeug für die Helfer vor Ort in Bernbeuren-Burggen steht einsatzbereit vor der Türe. Gleich danach folgt die schlechte. Auch beim zweiten Informationsabend im Pfarrstadl in Bernbeuren sind nur vier Personen erschienen, die sich in die Gruppe einbringen wollen. Zu wenig, um für diesen Bereich eine HvO-Gruppe zu bilden. Man sieht Michael Limbrunner die Enttäuschung an. 

Der Leiter des Rettungsdienstes des Kreisverbandes Weilheim-Schongau hatte im Vorfeld alle Voraussetzungen geschaffen, um für das ländlichen Gebiet am Auerberg schnelle Kräfte einsetzen zu können. Der Rettungszweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung hat den Antrag von Limbrunner genehmigt und abgesegnet. Doch es fehlt an Kräften. 

Wie wichtig die Helfer vor Ort sind, trägt Limbrunner auch an diesem zweiten Info-Abend vor. Im Falle eines medizinischen Notfalls müssen Helfer schnell an Ort und Stelle sein. Trotz guter Organisation im Rettungswesen und höchster Mobilität lässt sich eine Wartezeit, in der der Verletzte sich selbst überlassen ist, nicht ausschließen. Gerade im ländlichen Gebiet kann mehr Zeit vergehen, bis Rettungsdienst oder Notarzt eintreffen – insbesondere bei schlechten Witterungsverhältnissen wie Starkregen, Nebel, Eisglätte oder Schneefall. Deshalb hat das BRK die „Helfer vor Ort“ aufgebaut, die ausgebildete Ersthelfer so schnell wie möglich an den Unfallort senden. 

Die Erfahrung mit den vier Helfer vor Ort-Einrichtungen im Landkreis sind positiv. Im Jahre 2012 unterstützten diese Helfer über 490 Mal den Rettungsdienst. Ihr Vorteil ist nicht nur die schnelle Reaktionszeit. Sie sind ortskundig, kennen jeden Weg und Steg ihrer näheren Umgebung und auch die Menschen vor Ort. 

Jetzt sollen auch Bernbeuren und Burggen mit in das System aufgenommen werden. Doch es mangelt noch an Freiwilligen. Dennoch soll nach der Sommerpause der Erste Hilfe-Kurs mit den ersten vier Kandidatinnen starten. Danach werden die angehenden HvO mit dem Rettungsdienst mitfahren, um wertvolle Erkenntnisse praxisnah zu sammeln. Damit die Mühe nicht umsonst ist – acht Leute sollten es für den HvO-Dienst mindestens sein –, hofft Limbrunner, dass sich bei ihm noch Interessierte melden. Diese können ihn unter der Telefonnummer 0881/92900 erreichen.

hh

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