5 Fragen an die 2 Bürgermeisterkandidaten

Bernbeuren vor der Stichwahl: Wer hat die besseren Argumente?

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Wer zieht ins Rathaus Bernbeuren ein? Am Sonntag entscheidet die Bürgermeister-Stichwahl.

Bernbeuren - Die Bürgermeister-Stichwahl findet am kommenden Sonntag aufgrund der Corona-Krise unter erschwerten Bedingungen statt: Nur die Briefwahl ist möglich. Bis spätestens Sonntag, 29. März, 18 Uhr müssen die Wahlbriefe in den jeweiligen Rathäusern eingegangen sein. Wer noch nicht gewählt hat, für den stellen sich die beiden Kandidaten hier noch einmal vor: Karl Schleich (WLB) und Josef Köpf (UWG). Wer ist Ihr Favorit?

Karl Schleich • WLB: Erster Wahlgang: 36,9 %, Case Manager, 52 Jahre

Welche Ausgangsbasis schafft das Ergebnis vom 15. März für Sie mit Blick auf die Stichwahl am 29. März? „Es ist ein Erfolg und großer Vertrauensbeweis der Wähler, für mich als Kandidaten, in die Stichwahl zu gehen. Ich habe zwar ein paar Stimmen mehr als mein Mitbewerber, aber ich sehe die Chancen 50 zu 50. Die Bernbeurer werden sich für den Kandidaten entscheiden, dem sie die Lösung der großen Aufgaben in den nächsten Jahren mehr zutrauen.“

Der Wahlkampf seitdem war erschwert. Wie haben Sie darauf reagiert? „Wahlversammlungen sind momentan nicht möglich und ich denke, dass sich die Bernbeurer bereits eine Meinung gebildet haben und auch ausreichend über die Kandidaten und ihre Anliegen informiert sind. Ich habe mich direkt am Wahlabend mit Josef Köpf besprochen und vereinbart, dass wir beide den Wahlkampf ruhen lassen. Zudem halte ich nichts von großspurigen Versprechen, kurz vor der Stichwahl, um noch ein paar Wähler auf seine Seite zu ziehen. Ich stehe für Ehrlichkeit und Authentizität.“

Die Urnenwahl ergab ein Kräfteverhältnis von 45,0 zu 27,6 zugunsten Karl Schleichs, bei der Briefwahl stand es 33,5 zu 37,4. Welche Rolle spielt es, dass die Stimmen am 29. März ausschließlich per Brief abgegeben werden können? „Ich glaube nicht, dass Briefwahl das Ergebnis wesentlich beeinflusst. Die Wähler entscheiden kompetent und nach Vertrauen, wem sie ihre Stimme geben.“

Mit welchen Inhalten punkten Sie bei den Wählern der bereits ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten? „Ich kann nicht beurteilen welche Inhalte die Wähler des ausgeschiedenen Kandidaten bevorzugen. Der neue Bürgermeister wird ein Bürgermeister für alle Bernbeurer sein. Auch für diejenigen, die den anderen Kandidaten gewählt haben. Ich hoffe, dass sich alle die nächsten Jahre einbringen und dass gemeinsam Lösungen gefunden werden, um das Beste für Bernbeuren zu erreichen.“

Die Wahlbeteiligung in Bern­beuren war mit 72,9 Prozent am 15. März ganz gut, könnte aber besser sein. Bitte richten Sie kurz einige Worte an die damaligen Nicht-Wähler. „Für mich ist diese Wahlbeteiligung herausragend. Sie war noch besser als vor sechs Jahren. Von so einer Wahlbeteiligung können die meisten Demokratien nur träumen. Der Landkreis hat insgesamt eine Wahlbeteiligung von 60 %. Die Bernbeurer sind deutlich an Dorfpolitik interessiert und sich bewusst, dass dies eine Richtungswahl ist.“

 

 

 

Josef Köpf • UWG: Erster Wahlgang: 34,5 %, Versicherungskaufmann, 60 Jahre

Welche Ausgangsbasis schafft das Ergebnis vom 15. März für Sie mit Blick auf die Stichwahl am 29. März?

 „Die Ausgangsbasis sehe ich als sehr ausgeglichen an, es ist ein offenes Rennen.“

Der Wahlkampf seitdem war erschwert. Wie haben Sie darauf reagiert? „Wir leben nun in einer sehr schwierigen Zeit, die mit einer Wucht auf uns alle hereingebrochen ist, wie wir vor zwei Wochen noch nicht geahnt haben. In so einer Situation verbietet es sich, weiter Wahlkampf zu betreiben.“

Die Urnenwahl ergab ein Kräfteverhältnis von 45,0 zu 27,6 zugunsten Karl Schleichs, bei der Briefwahl stand es 33,5 zu 37,4. Welche Rolle spielt es, dass die Stimmen am 29. März ausschließlich per Brief abgegeben werden können? „Es hat keine Auswirkung auf das Wahlergebnis.“

Mit welchen Inhalten punkten Sie bei den Wählern der bereits ausgeschiedenen Bürgermeisterkandidaten? „Die Wasserversorgung muss nachhaltig saniert werden! Ich habe bereits Kontakte zu anderen Wasserversorgern geknüpft, um von deren Erfahrungen zu profitieren und damit schnellstmöglichst die Chlorung zu beenden. Die Nahversorgung! Ich möchte – gemeinsam mit dem Gemeinderat – für eine neue Qualität im Dorfkern sorgen. Die Gemeinde konnte das Anwesen Schnitzer zu einem fairen Preis erwerben. Das ist immens wichtig, weil nun Planung und Durchführung in unserer Hand liegen. Meine Vertrautheit im Umgang mit Ämtern und Behörden wird gerade in den jetzt schwierigen Zeiten hilfreich sein. Ich werde mich zu 100% für die Belange aller Bürger einsetzen. Mein Arbeitgeber, die Raiffeisenbank Steingaden eG, gibt mir diesbezüglich jeglichen Freiraum!“

Die Wahlbeteiligung in Bern­beuren war mit 72,9 Prozent am 15. März ganz gut, könnte aber besser sein. Bitte richten Sie kurz einige Worte an die damaligen Nicht-Wähler. „Ich bitte alle Wahlberechtigten: Nutzen Sie ihr wichtigstes demokratisches Mitwirkungsrecht und wählen Sie!“

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