"Dringend benötigter" Zusammenschluss:

Max Bertl übernimmt Vorsitz der Verwaltungsgemeinschaft Steingaden-Wildsteig-Prem

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Die Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Steingaden: 2. Stellvertreter Andreas Echtler, Max Bertl und erster Stellvertreter Josef Taffertshofer (v. rechts).

Steingaden – Bei der jüngsten Sitzung hat der Vorsitz der Verwaltungsgemeinschaft Steingaden-Wildsteig-Prem gewechselt. Max Bertl, neuer Bürgermeister der Gemeinde Steingaden, übernahm das Präsidium von seinem Amtsvorgänger Xaver Wörle. Auch bei den Stellvertretern gab es eine Änderung.

Auf Vorschlag von Leo Eicher wurde Max Bertl, neuer Bürgermeister von Steingaden, zu Wörles Nachfolger gewählt; Eicher betonte, der kurze Weg innerhalb der Verwaltung (in Steingaden) habe sich in den vergangenen Jahren bewährt.

Zum letzten Mal hatte Xaver Wörle die anwesenden Gemeinderäte aus den Mitgliedsgemeinden der VG, Steingaden, Wildsteig und Prem sowie die anwesenden Zuhörer begrüßt. Bis zur Wahl seines Nachfolgers oblag es ihm, die Regularien zu befolgen. Xaver Wörle erinnerte die Anwesenden daran, dass es wichtig sei, wenn Bürgermeister und Gemeinderäte miteinander und mit der Verwaltung redeten. So könne man bei bestimmten Entwicklungen, etwa dem Weggang eines Mitarbeiters, frühzeitig gegensteuern.

Bei den Stellvertretern hatte Josef Taffertshofer angeregt, den Premer Bürgermeister Andreas Echtler zum Stellvertreter zu bestellen. Max Bertl seinerseits schlug vor, Taffertshofer zum ersten Stellvertreter zu wählen, dessen Erfahrung ihm wichtig sei. Außerdem habe die Vergangenheit gezeigt, dass es so funktioniere und nachdem er und Echtler gleich alt seien, würde man sich mit Taffertshofer super ergänzen.

Mit der neuen Geschäftsordnung wurde auch der Aufgabenbereich des Bürgermeisters und vor allem der Verfügungsrahmen bei finanziellen Fragen neu geregelt. Alle drei Bürgermeister dürfen zudem als Standesbeamten in ihren Kommunen agieren und sind als so genannte geborene Mitglieder in der Verbandsversammlung vertreten. Als gekorene (also gewählte) Mitglieder wurden Peter Lutz und Manuela Gans aus der Verwaltung bestimmt.

Abschließend erfuhren die Mitglieder der VG noch deren finanzielle Situation bzw. wurden die beiden Jahresrechnungen 2018 und 2019 verlesen und die Vorstandschaft entlastet. So umfasste der Gesamthaushalt 2018 ein Volumen von 1.245.973,26 Euro, 2019 immerhin noch 1.076.671,33 Euro. Gleichfalls schmolzen die Rücklagen von 157.145 Euro auf 149.363 zusammen, die VG ist schuldenfrei.

Aufeinander angewiesen

Eingangs in seiner Begrüßung hatte Wörles Dank der Verwaltung der drei Gemeinden und der Verwaltungsgemeinschaft gegolten, deren Gremium anteilig der Größe der Gemeinden mit vier Gemeinderäten aus Steingaden, dreien aus Wildsteig sowie zweien aus Prem besetzt ist. Dabei wünschte sich Wörle, es möge mit der neuen Mannschaft so weitergehen, wie es mit „der alten aufgehört hat“. Vor allem möge die Zusammenarbeit harmonisch sein.

„Die politische Seite braucht die Verwaltungsseite dringend“, stellte Wörle fest. Umgekehrt sei es aber genauso, deshalb sei eben die gute Zusammenarbeit wichtig, betonte der frühere Bürgermeister von Steingaden.

Bürokratie und Personal

Die Gemeinden (der VG) bräuchten den Zusammenschluss dringend, sonst sei man hoffnungslos verloren, insbesondere, was die Bürokratie anbelange. Viele Aufgaben seien mittlerweile nicht mehr mit dem Personal zu stemmen, die eine kleine Gemeinde wie etwa Prem vorhält.

Es bedürfe kontinuierlicher Weiter- und Fortbildung. Nicht nur was die Finanzen oder die Verwaltung selbst, sondern vor allem auch Sonderaufgaben anbelangt. Nicht zuletzt deshalb gibt es auch den Planungsverband Region Oberland mit seiner Verbandsversammlung, in die Vertreter der VG geschickt werden.

In der Verbandsversammlung sind alle 94 Städte und Gemeinden sowie die vier Landkreise im Gebiet der Region Oberland mit je einem Verbandsrat vertreten. In der Regel übernehmen das die jeweiligen Bürgermeister und Landräte. Die Verbandsversammlung unterhält diverse Angebote wie den Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum KDZ.

So bietet der Zweckverband neben der Überwachung des ruhenden und fließenden Verkehrs eine Vielzahl an Dienstleistungen für die Gemeinden an, so etwa auch ein Forderungsmanagement. Der Zweckverband steht den Kommunen als Kümmerer in Sachen Mobilität der Zukunft und intelligente Verkehrssysteme zur Seite und betreut die Mitgliedsgemeinden bei Fragen des Datenschutz und der DSGVO.

Den Gemeindevertretern stehe in den nächsten sechs Jahren einiges bevor, meinte Wörle mit Blick auf seine „Dienstzeit“. Dafür wünsche er seinem Nachfolger und den Mitgliedern der VG alles Gute. 

Oliver Sommer

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