Wichtige Orientierung

Zeugnisvergabe an Schongauer Berufsschule

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Viermal die Traumnote 1,0: Simon Annen, Clarissa Wagner, Anna-Carina Kapser und Elena Huber (2. bis 5. v. links) mit Schulleiter Thomas Schütz (links) und MdL Harald Kühn.

Schongau – Den nächsten Schwung Absolventen hat das Berufliche Schulzentrum Schongau am Donnerstag vergangener Woche in einer Feierstunde verabschiedet. 74 Kaufleute (davon 49 Frauen) und 34 Elektriker (eine Frau) nahmen die nächste berufliche Etappe in Angriff, darunter vier mit einem Schnitt von 1,0.

Sowohl nach vorne, als auch in die Vergangenheit richteten sich die Blicke der Redner, die den 131 ehemaligen Berufsschülern – davon 123 mit einem Abschluss – ihre Wünsche und wohlwollenden Ratschläge mit auf den Weg gaben. Landtagsabgeordneter Harald Kühn schilderte den rasanten technischen Fortschritt, der – gemessen an den Rechenschieber-Episoden seiner eigenen Schulzeit – in den letzten Jahrzehnten vonstatten gegangen sein. Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl war sich sicher, dass die nächsten 50 Jahre – in etwa die Zeit, die die aktuellen Absolventen im Berufsleben vor sich hätten – noch viel weiterreichende Umwälzungen mit sich brächten. Beide waren sich einig: Ohne lebenslanges Lernen ließe sich dies nicht bewältigen.

Das sah auch Schulleiter Thomas Schütz so, der die scheidenden Kaufleute für Büromanagement (zehn), Bank- (17), Einzelhandels- (sechs), Automobil- (14) und Industriekaufleute (15), Verkäufer (fünf), Groß- und Außenhandelskaufleute (sechs), Elektroniker für Betriebstechnik (14) und für Energie- und Gebäudetechnik (20) nach zweieinhalb bis dreieinhalb Jahren aus ihrer Zeit an der Berufsschule entließ. Sein guter Wunsch an die Absolventen: Fleiß, Freude an der Arbeit und ein gesundes Selbstbewusstsein.

Zwei, die diese Eigenschaften mitzubringen schienen, waren Simon Annen und Katharina Zitt, die stellvertretend für die Absolventen ans Mikrophon traten. „Aus uns ins richtig was geworden“, fand Annen, der sich sicher war: „Leistung lebt von Persönlichkeit.“ Beide schilderten stellvertretend für die Schülerschaft ihre Eindrücke der letzten Jahre und sprachen den Lehrern ihren Dank aus. Annen selbst, der seine Ausbildung bei Metal Work in Landsberg absolvierte, holte sich hernach noch einen Staats­preis für einen Abschlussschnitt von 1,0 ab.

Diese Auszeichnung wurde auch Annens Ex-Mitschülerinnen Clarissa Wagner (ept in Peiting), Anna-Carina Kapser (Webasto in Utting) und Elena Huber (Rational in Landsberg) zuteil. Alle vier sind Industriekaufleute. Insgesamt 16 Schüler des Jahrgangs erreichten einen Schnitt von 1,5 oder besser.

Auch diese jungen Menschen dürfte Zirngibl vor seinem geistigen Auge gehabt haben, als er sich eine Generation wünschte, die wisse, worauf es ankomme. Den landläufigen Trend hin zum Abitur und der Bevorzugung eines Studiums gegenüber einer Ausbildung sah er äußerst kritisch. So rezitierte er den vor einigen Wochen viel beachteten Tweet einer Gymnasiastin, die angab, sich kurz vor dem Abitur unzureichend aufs echte Leben vorbereitet zu sehen. Sie verstehe sich zwar darauf, eine viersprachige Gedichtanalyse zu verfassen, ansonsten erachte sie ihr Rüstzeug aber als dürftig. „Dass die Zahl der Abiturienten und Studenten steigt, wird uns alle noch vor Probleme stellen“, unkte Zirngibl. Die Berufsschul-Absolventen lobte der Kreishandwerksmeister indes mit den Worten: „Sie sind da anders, Sie stehen voll im Leben.“

Neben den gemeisterten Ausbildungen gab es einen weiteren Anlass zu feiern: 17 junge Männer der Integrationsklasse, die im Februar 2016 ihre schulische Laufbahn in Deutschland aufgenommen hatten, haben ihren Mittelschul-Abschluss in der Tasche. „Ich bin sehr stolz, dass ich Euer Lehrer sein durfte“, zeigte sich Thilo Braun bei der Zeugnisübergabe gerührt.

ras

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