Nachdenken über die Zeit

Berufsschule Schongau entlässt 161 erfolgreiche Azubis ins Berufsleben

+
Die Einserschüler Celina Brenzing, Valeska Ruf , Verena Hanglberger, Michelle Theiler, Florian Wasl und Johannes Angerer (v. rechts) mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß (links), MdL Harald Kühn (2. v. rechts) und Schulleiter Thomas Schütz.

Schongau – Der erste Schritt für eine Karriere ist getan, wie es nun weitergeht, hängt von jedem Einzelnen ab. Doch ob die Schüler in ihrem Ausbildungsbetrieb bleiben, studieren oder erst einmal Berufserfahrung sammeln, dieser Abend gehörte ganz den Absolventen des Prüfungsjahrgangs Sommer 2017/18. Am Dienstag gab es die Zeugnisse der staatlichen Berufsschule Schongau für 161 Prüflinge.

„Tanzt nicht auf allen Hochzeiten“, riet Schulleiter Thomas Schütz. Erfolgreiche Menschen würden sich immer auf Weniges konzentrieren und ein Gespür beim Abwägen von Optionen beweisen. Der erfolgreiche Abschluss der Berufsausbildung sei nur der erste Schritt, folgerte er. Doch kurz bevor es die Zeugnisse geben sollte, erbat sich Schütz einen Moment Zeit.

Sie, die Abschlussschüler, würden sich gerade zwischen zwei Abschnitten befinden: zwischen der Vergangenheit der Ausbildung und der Zukunft des Berufes. Anlass, doch einmal über die Zeit nachzudenken. Sie sei eine „saubere“ Sache, ein- und teilbar, durchschaubar und dadurch „im Griff“. Doch trotzdem, da stimme etwas nicht: Die eine Zeit scheine schneller, die andere langsamer zu verstreichen.

Um wie viel besser ist es da, wenn man eine Uhr hat, die nur glückliche Stunden zählt oder noch besser, wie die aus Michael Endes Werk Momo, wo der Uhrmacher eine Uhr hatte, die Sternstunden anzeigt. Solche Momente, solche Sternstunden wünsche er seinen ehemaligen Schülern. Aber, so riet Schütz, „denken Sie über die zur Verfügung stehende Zeit nach, reden Sie darüber“. Und wenn dann noch Zeit bleibe, „dann wenden Sie sich dem Leben zu“.

Doch bevor sich der Schulleiter den Zeugnissen zuwandte, vergaß er nicht, die zu grüßen bzw. sich bei denjenigen zu bedanken, die diesen erfolgreichen Schritt ins Berufsleben begleitet hatten: Freunde, Familie, aber auch Ausbilder. Aber an diesem Abend sollte es um die 161 jungen Damen und Herren aus dem Bereich Kaufleute und die „Elektrischen“ gehen, die die Prüfungen absolviert hatten. Immerhin hatten 95 Prozent der 170 angetretenen Schüler mit Erfolg bestanden, wobei die jeweils besten Drei aus den Sparten (Bank-, Automobil- und Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement sowie für Groß- und Einzelhandel, Verkäufer und Elektroniker für Betriebstechnik sowie Energie- und Gebäudetechnik) besonders geehrt wurden. Eine eigene Auszeichnung gab es für die sechs Schüler, die eine glatte Eins auf ihrem Zeugnis stehen hatten.

Neben Landrätin Andrea Jochner-Weiß stellte auch MdL Harald Kühn fest, dass die Schüler genau jene Fachkräfte seien, die im Landkreis dringend benötigt würden. Daher auch gebe es keinen Abschluss ohne Anschluss, werden die Schüler doch zumeist alle von ihren Arbeitgebern, übernommen. Oder lernen weiter, in dem sie einen Studiengang, eine Meisterschulung oder vergleichbares anhängen. 

Oliver Sommer

Auch interessant

Meistgelesen

Schongaus erstes Tinyhouse?
Schongaus erstes Tinyhouse?
Alles aus der Gitarre rausholen
Alles aus der Gitarre rausholen
Schongauer Bauausschuss lehnt Sichtschutzwand in der Sonnenstraße ab
Schongauer Bauausschuss lehnt Sichtschutzwand in der Sonnenstraße ab
Beschluss zum Peitinger Marienheim ruht
Beschluss zum Peitinger Marienheim ruht

Kommentare