Verkehr sorgt für Unmut

Gut besuchte Schongauer Bürgerversammlung mit Dissonanzen

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Viele Schongauer waren der Einladung von Bürgermeister Falk Sluyterman zur diesjährigen Bürgerversammlung gefolgt.

Schongau – Verkehr war das bestimmende Thema der Bürgerversammlung am Mittwoch im gut gefüllten Ballenhaussaal. Bürgermeister Falk Sluyterman und Landrätin Andrea Jochner-Weiß informierten die Schongauer zunächst über die wichtigsten Ereignisse und Projekte in Stadt und Landkreis. Bei der anschließenden Aussprache machten einige Bürger ihrem Unmut Luft.

Die Baustelle an der Mühlkanal-Brücke war wohl für einige Schongauer der Anlass, die Bürgerversammlung aufzusuchen. „Sie müssten an der Straße leben, um zu verstehen, was da vor sich geht“, warf ein Anwohner der Peitinger Straße dem Stadtoberhaupt vor. Er berichtete von riskanten Wendemanövern und wirkungslosen Polizeieinsätzen. Ein weiterer Anwohner beschwerte sich, dass er seit einer Woche wegen der Baustelle nicht mehr auf bzw. von seinem Grundstück fahren könne.

Unmittelbar mit der Baustelle in Zusammenhang stand auch eine weitere Beschwerde: „Am Rösslekellerberg rumpeln die 40-Tonner direkt an den Kindern vorbei.“ Derzeit würden hier in der Marktoberdorfer Straße am Schulzentrum Zustände wie vor dem Bau der Umgehung herrschen. Vorschläge wie den Rösslekellerberg für Lkw zu sperren oder hier ein grundsätzliches – nicht nur ein temporäres wie derzeit – Tempo 30 am Schulzentrum einzuführen, nahm Bürgermeister Falk Sluyterman von den Schongauern entgegen.

In Sachen Mühlkanal-Baustelle habe er schon etliche Beschwerden erhalten und diese auch an das dafür zuständige Staatliche Bauamt Weilheim weitergeleitet, erklärte das Stadt­oberhaupt. Die Stadt selbst habe hier allerdings keine Handhabe. „Ich verstehe ihren Unmut voll und ganz“, versicherte Sluyterman den verärgerten Bürgern.

In Sachen Verkehr am Schulzentrum kündigte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich Verbesserungen an. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen, soll sowohl der Parkplatz wieder nutzbar sein, als auch eine Hol- und Bringzone für die Schüler eingerichtet werden. Um die Kreuzungssituation weiter zu entschärfen und das Tempo rauszunehmen, sei außerdem ein Kreisverkehr in Planung. Das dürfte sich allerdings noch etwas hinziehen. Die Beendigung der Maßnahmen am Schulzentrum ist für 2021 geplant. Ein weiterer Schongauer brachte die Verkehrsproblematik in der Stadt auf den Punkt: Die Probleme entstünden weder durch Baustellen, Ampeln noch Geschwindigkeitsbegrenzungen – allein die Autofahrer seien das Problem.

Vor der Aussprache führte Bürgermeister Falk Sluyterman rund eine Stunde durch das vergangene Jahr 2017. Er erinnerte an die wichtigsten Projekte wie die Einweihung des neuen Hauses für Kinder und die Grundsteinlegung sowie den Hebauf beim Teilneubau der Grundschule. Man habe das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) sowie die Sanierung des Münzgebäudes auf den Weg gebracht.

Dort wird bekanntermaßen das Seniorenamt des Landkreises einziehen, worauf Landrätin Andrea Jochner-Weiß erfreut vorausblickt. Sie erinnerte vor allem an die außerordentliche Bürgerversammlung zum Thema Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) im November. „Heute gehört dieses Thema schon fast der Vergangenheit an“, so die Landrätin im Hinblick auf den neuen Gesetzentwurf der CSU.

asn

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