Profil Inklusion verliehen

Besondere Auszeichnung für Altenstadter Schulen

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Grundschulleiterin Anja Mroß, Michaela Steber (Konrektorin Schönachschule) und Christian Karlinger (Leiter Schönachschule, v. li.) präsentieren stolz die Urkunden, die ihre Einrichtungen als Schulen mit dem Profil Inklusion ausweist.

Altenstadt – Genau 240 Schulen mit dem Profil Inklusion gibt es in Bayern, gleich zwei davon in Altenstadt. Und das auch noch unter demselben Dach, denn sowohl die Grundschule, als auch das sonderpädagogische Förderzentrum, die Schönachschule, erhielten vom Kultusministerium eine entsprechende Urkunde verliehen. „Das gibt uns die Ressourcen an die Hand, unsere lange Zusammenarbeit weiter zu vertiefen“, freut sich Grundschul-Rektorin Anja Mroß.

iner „ganz genauen Prüfung“ mussten sich die Schulen unterziehen, beschreibt Michaela Steber, Konrektorin des sonderpädagogisches Förderzentrums, um das Inklusions-Label tragen zu dürfen. Ihre Einrichtung darf sich besonders geehrt fühlen, ist sie doch oberbayernweit die einzige ihrer Art, die nun als Profilschule firmiert.

Zu verdanken haben beide Altenstadter Schulen die Auszeichnung auch ihrer intensiven Zusammenarbeit. Das Sommerfest wurde gemeinsam ausgerichtet, den gut ausgestatteten Computerraum teilen sich Grund- und Schönachschule. Das bietet sich an, sind beide Einrichtungen doch im selben Gebäude beheimatet. Bürokratische Hürden gibt es dabei keine. Gemeinde, Landkreis und Staatliches Schulamt sorgten in ihren Zuständigkeitsbereichen dafür, dass „Altenstadt ein fruchtbarer Boden für Inklusion ist“, lobt Mroß. Auch am Bogensportunterricht nahmen schon in der Vergangenheit Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Bedarf zusammen teil. „Grundschulen wirken in ihrem Sprengel immer inklusiv, wir haben uns der Thematik aber besonders angenommen“, sagt Mroß.

Und die Kooperation mit der, zumindest altersmäßig, kleinen Schwester, soll vertieft werden: „Wir wachsen zusammen und senden damit ein Signal“, hofft die Grundschulleiterin. Ein Signal hinein in die ganze Region. „Wir wollen als Modellschule wirken und unser Wissen weitergeben.“ Denn Inklusion sei Normalität, das Miteinander selbstverständlich. Das zu forcieren, dabei sollen auch zehn zusätzliche Lehrerstunden an ihrer Einrichtung und derer sechs am Förderzentrum helfen, die das Profil Inklusion mit sich bringt. Ideen gibt es viele. „Fast jeden Tag fällt uns etwas Neues ein“, so Mroß. So könnten nun Schulstunden mit zwei Lehrern besetzt werden, wenn ein entsprechender Bedarf erkannt werde.

Neu ist auch ein Pausenverkauf, bei dem Kinder des Förderzentrums einmal wöchentlich Pizza backen, die sich bei den Grundschülern großer Beliebtheit erfreuen. Ganz begeistert zeigen sich Mroß, Steber und Christian Karlinger, Leiter des Förderzentrums, auch von Englisch- und Mathematikstunden, die Drittklässler der Grund- und Viertklässler der Schönachschule gemeinsam belegen. „Das Vorbild der ‚strebsamen Grundschüler‘ wirkt bei unseren Kindern Wunder“, lobt Steber. Mroß spielt den Ball zurück: Das Feedback ihrer Elternschaft falle durchweg positiv aus, das soziale Verhalten der Kinder entwickle sich großartig.

Warum sie gerade Englisch und Mathematik als Projektfächer auserkoren haben, wo das Rennen um die Gymnasialreife doch teils streng getaktet ist? „Wir wollten es uns nicht zu einfach machen“, erklärt Mroß. „Sport und Musik lägen sicher näher. Das Sprechen im Englisch-Unterricht und das Ausprobieren in der Geometrie eignen sich aber toll für einen gemeinsamen Austausch“, legt Steber dar. Bei der Taschenwerkstatt, einer weiteren gemeinsamen Beschäftigung, fände dann ein Rollenwechsel statt. „An der Nähmaschine sind die Schönachschüler die Profis, die ihr Wissen weitergeben und dadurch an Selbstbewusstsein gewinnen.“

Auch auf Ebene der Kollegien zahle sich die verstärkte Zusammenarbeit aus. „Ein Kompetenztransfer ist spürbar, wir zeigen uns gegenseitig didaktische Raffinessen auf“, beschreibt Karlinger. Die Vorteile lägen also auf der Hand und seien so zahlreich, dass „wir gegebenenfalls auch bei aufkommenden Widerständen klar Stellung beziehen würden, um unsere Kooperation weiter gedeihen zu lassen“, so Mroß.

Rasso Schorer

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