Fitte Retter im Vergleich

Besonderer Wettbewerb für Blaulichtorganisationen "Fit4Rescue" erstmals in Schongau

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Team „RASS+4“ kämpft sich durch das Labyrinth aus Mullbinden.

Schongau – Es ist immer ein Wettlauf gegen die Zeit, den Rettungskräfte bei ihren Einsätzen zu bewältigen haben. Vor allem Koordination und Zusammenspiel in den Gruppen verschiedener Hilfsorganisationen sind maßgebliche Faktoren, um Verletzten oder Erkrankten schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen. Am Wochenende war es ein Wettlauf, bei dem sieben Gruppen in Sachen Schnelligkeit und Koordination gemessen haben. Diesmal ging‘s nur um Punkte, die bei dem Wettkampf vergeben wurden.

„Fit4Rescue“, so der Slogan, der in einem roten Herz zu lesen ist. Ein Slogan, den sich Laura Wilhelm und Ramona Böhm für diesen besonderen Wettkampf ausgedacht haben. Die beiden Frauen, die für die Öffentlichkeitsarbeit der BRK Bereitschaft Schongau zuständig sind, wollten mit ihrer Aktion zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits sollten bestimmte Rettungs- und Verhaltensmaßnahmen von Viererteams unter Belastung getestet und bewertet werden, zum anderen sollten die Gruppen Gelegenheit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch in lockerer Atmosphäre bekommen.

Gruppen von BRK, Wasserwacht, Johanniter Unfall Hilfe, Krankenhaus Schongau, Technisches Hilfswerk und Hundestaffel melden sich. Nur bekannt ist im Vorfeld, dass eine bestimmte Strecke von 7,2 Kilometern möglichst schnell zurückgelegt werden muss und der Start am BRK-Haus, das Ziel an der Station der Wasserwacht am Lido ist.

RASS+4, eine Formation der Intensiv-Abteilung des Schongauer Krankenhauses, eröffnet. Symbolischer Startschuss durch eine lautstarke Renate Schweiger. RASS+4 mit Ricki, Mona, Ingrid und Manfred müssen eine Person auf einer Trage über einen Hindernisparcours tragen. Biertische und Bänke in abgewandelter Funktion, dazu ein ­Labyrinth aus gespannten Mullbinden. Zum Teil ist Kniegang erforderlich. „Frauen können sadistisch sein“, so der eingeworfene Kommentar von Kreisbereitschaftsleiter Otto Bauer. Er wird bei einer nachfolgenden Gruppe „Opfer“. „Ottos Opfergang“ wird ab sofort zum geflügelten Wort. Übrigens, diese Startergruppe belegt am Ende den 1. Platz. Auch Dank der Liegestütze von Ingrid, die locker 75 Stück runterpumpte.

Die Vierergruppe vom THW läuferisch 1a. Ohne viel Schweißvergießen kommen die Jungs zur zweiten Station. Prüfer Peter Csery übergibt einen Defibrillator. Die Übungspuppe liegt in Sichtweite. Alles läuft wie am Schnürchen. „30/2“ wird sich zugerufen. Herzdruckmassage, 30 Mal drücken, zweimal beatmen. Dann die Stimme aus dem Defi: „Patienten nicht berühren, Schock wurde abgegeben.“ Wechsel und weiter pumpen. Vier Minuten können lang werden. Peter Csery erlöst mit einem „Patient beginnt zu husten“. Rucksäcke auf und weiter.

Team „Jäger und SANler“ hat nach einem Hindernislauf die Station Trachtenheim verlassen. Man wartet auf Team „Rettungspfoten“. Fehlanzeige. Die vier Mädels Mary, Katrin, Julia und Sabrina sind meilenweit abseits gelandet. Inklusive Amba und Piper, ihren vierbeinigen Schützlinge. Man hat sich auf Google verlassen – und war verlassen. Landung beim Schulzentrum. Die Mädels machen ihren Fehler gut. Viele Liegestütze an der Station Wasserwacht bringen am Ende den 3. Platz.

Die Johanniter-Jugend an der Station „Kneipp-Becken“. Spritzen sind mit Wasser zu füllen und in einer abseits positionierten Flasche zu entleeren. Die Jugend hat‘s drauf.

Die Johanniter aus Peißenberg übertrumpfen sich selbst beim „Schachtellauf“, bei dem eine Person mit verbundenen Augen durch den Parcours durch Zuruf geführt wird. Am Ende wird ein 2. Platz daraus.

Als hätten sie darauf gewartet, ihrem Element ganz nah zu sein. Baywatch 1, besser bekannt unter „Wasserwacht Weilheim“, hat es am Ziel vorgemacht und alle anderen folgten. Der Sprung in den Lech und Umrundung einer Boje. Fast vergessen, das Wasser hatte gerade mal 12 Grad Celsius. Alle Teilnehmer haben bei dem anspruchsvollen Wettbewerb gezeigt, wie fit sie sind. Eben ­„Fit4Rescue“.

hh

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