"Existenzielle Frage"

Der Wald in und um Schongau leidet 

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Die Esche ist in und um Schongau im Verschwinden. Doch sie ist nicht die einzige Baumart, die unter den Entwicklungen der letzten Jahre schwer leidet.

Schongau – Die Eschen in und um Schongau sind so gut wie verschwunden, „sie brechen wie Glas“, schildert Klaus ­Thien. Die Fichte hat ebenso wie die Kirsche Probleme, Ahornbäume sind wegen starken Pilzbefalls nur noch mit Atemschutz zu fällen. Er beobachte Dinge, die so und in dieser Geballtheit zum ersten Mal auftreten, erklärte der Stadtförster am Dienstag dem Stadtrat. Die Zukunft des Waldes sei in Gefahr. „Das ist eine existenzielle Frage.“

Frostnächte im Mai treffen Bäume, die bereits ungewohnt früh austreiben. In ungekanntem Maße wuchernde Brombeeren verschlucken Jungholzbestände. Dazu kleine Stürme, große Mengen Nassschnee, Trockenheit – im März und April fiel kein Niederschlag –, Borkenkäfer, Krankheiten und Pilze, eine Mäuseplage, massenhaft Zecken, Besucherdruck von Personen, die auf Sicherheitsvorkehrungen pfeifen.

Die an sich „kleineren Katastrophen“ des laufenden Jahres, die Thien aufzählt, entfalten in ihrer Summe eine große Wucht. Und 2019 reiht sich ein in eine Abfolge mehrerer schwerer Jahre. Dabei stehe Schongau sogar noch vergleichsweise gut da.

Planvolles Wirtschaften in Stadt- und Spitalwald, für die Thien verantwortlich ist, sei so kaum mehr möglich. Noch dazu liegt der Holzmarkt in Europa am Boden. Das hat finanzielle Auswirkungen: „Rund 180.000 Euro Einkommensverlust pro Jahr im Stadt- und Spitalwald“, rechnet Stadtförster Thien vor. Dazu steigen die Kosten für die Holzaufarbeitung.

Die monetären Ausfälle sind es aber nicht, die Thien die größten Sorgen bereiten. „Der Wald ist relevant für unser ganzes Dasein.“

ras

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